Safety first: So reiten Sie sicher durch den Winter

Foto: Jacques Toffi

Foto: Jacques Toffi

Die Tage sind kurz und die täglichen Sonnenstunden gering. Umso wichtiger ist in diesen Monaten die richtige Ausstattung, damit Sie und Ihr Pferd sicher von A nach B kommen. Dies gilt sowohl auf dem Betrieb selbst als auch, bzw. vor allem dann, wenn Sie viel im Gelände unterwegs sind oder im Dunkeln von Ihrem Stall zu der nahegelegenen Halle reiten. Neben Altbewährtem hat auch die moderne Technik Einzug in diesem Markt erhalten. Welche leicht zu integrierenden Möglichkeiten derzeit erhältlich sind, hat PFERD+SPORT für Sie zusammengefasst.

Helme

Sie sollten ohnehin permanenter Bestandteil der reiterlichen Ausrüstung sein, sind im Herbst und Winter allerdings von besonderer Wichtigkeit. Reithelme bieten nicht nur Schutz im Falle eines Sturzes, sie verfügen, je nach Modell, über eingearbeitetes reflektierendes Gewebe. Bei darauf fallendem Licht reflektiert es dieses. Zusätzlich können sie mit Helmlampen erweitert werden. Diese bieten Pferd und Reiter eine erhöhte Sicht und zusätzliche Sichtbarkeit. Zudem sind Modelle erhältlich, die die Montage von einem wärmenden Ohren-Fleece erlauben, sodass es mit diesen Helmen nicht zu kalt wird und Sie nicht gezwungen sind, sich zwischen Helm oder Mütze entscheiden zu müssen. Ein kleiner Tipp zu der Helmbeleuchtung: Sollten Sie keine Klemmlampe für den Schirm Ihres Reithelms besitzen, können Sie kurzerhand eine Stirnlampe um ihn herumlegen und erzeugen denselben Effekt.

Westen und Airbagwesten

Vielseitigkeitsreiter kennen sie längst und tragen sie fast immer. In manchen Reitsportarten und Reitschulen sind sie häufig nicht nur für Minderjährige Pflicht. Reitschutzwesten gibt es viele, doch welches Modell Ihren individuellen Ansprüchen am ehesten gerecht wird, ist herstellerabhängig. Ähnlich wie Reithelme sind auch sie mit integriertem Reflektorgewebe erhältlich, die bei darauf fallendem Licht sichtbar werden und somit die Sicherheit im Straßenverkehr erhöhen. Die Schutzleistung variiert ebenso wie das Design der Westen. Am gängigsten sind körperbetonte atmungsaktive Rückenprotektorenwesten und Sicherheitswesten mit hoher Stoßabsorptionsleistung.


Airbagwesten erhalten ihre Funktionalität über eine kleine Gaskartusche, die in die dafür vorgesehene integrierte Halterung geschraubt wird. Zudem verfügen sie über eine Spiralschnur, durch welche Reiter und Pferd miteinander verbunden sind. Die Schlaufe der Spiralschnur wird mit dem einen Ende an dem Halteriemen des Sattels befestigt und mit dem anderen an der Gaskartusche in der Weste. Für ein erleichtertes An- und Abbringen gibt es einen Schnellverschluss. Kommt es zu einem Sturz, wird durch den entstehenden Zug die Kartusche ausgelöst und der Airbag der Weste aktiviert. Damit dieses Auslösen genau in dem richtigen Moment stattfindet, darf die Schnur weder zu lang noch zu kurz sein. Bei einer zu kurzen Schnur könnte der Airbag unter Umständen während des Reitens auslösen und bei einer zu langen Schnur eventuell zu spät oder gar nicht. Sollte es zu einem Sturz gekommen sein, entweicht die Luft aus den Luftpolstern im Nacken und Lendenwirbelsäulenbereich nach etwa zehn Sekunden wieder, sodass die Airbags wieder in der Weste verstaut werden können. Anschließend muss allerdings eine neue Kartusche eingesetzt werden, da eine Füllung für ein Auslösen reicht. Wie die reinen Protektorenwesten, verfügen auch Airbagwesten über integrierte Rückenprotektoren. In der Vielseitigkeit werden sie über den vorgeschriebenen Bodyprotektoren getragen. Da sie aus leichtem luftdurchlässigem Nylon bestehen, können sie im Sommer wie im Winter, ohne Einschränkungen getragen werden.

Reflektoren

Sowohl für Tiere als auch für Reiter gibt es zahlreiche verschiedene Reflektoren. Umlegbare Varianten sind sowohl für Menschen- als auch für Pferdebeine erhältlich. Darüber hinaus gibt es sie als Pferdedecken, Schabracken und Mützen, für die Zügel, den Nasenriemen und das Vorderzeug, als reine Reflektorenwesten und sogar als Handschuhe. Dabei handelt es sich um warnwestenähnliches Material, was zumeist der reinen Sichtbarmachung gilt.


Das Reiten und Fahren auf Straßen unterliegen ebenfalls der Straßenverkehrsordnung (StVO). Gespannfahren und Reiten werden ähnlich des Führens von Kraftfahrzeugen eingestuft und entsprechend geregelt. In § 17 der StVO heißt es: „Reiter müssen während der Dämmerung, bei Dunkelheit oder wenn die Sichtverhältnisse es sonst einfordern (z.B. Nebel, Schnee, Regen) ausreichend beleuchtet sein.“


Dementsprechend ist es nicht nur ratsam, sondern verpflichtend, dafür zu sorgen, dass Sie und Ihr Tier für jeden im Straßenverkehr gut und leicht auszumachen sind. Zusätzlich sollte immer oberste Vorsicht und Rücksichtnahme walten, da nicht alle Kraftfahrzeuglenker wissen, wie sie sich Pferden gegenüber im Straßenverkehr verhalten sollen.

Sicherheitsbügel

Dunkelheit, Schattenwurf, Kälte, Glätte. All diese Faktoren können Unfallsituationen in den kalten Monaten begünstigen. Trotz aller Vorkehrungen kommt es vor allem im Winter häufig zu unangenehmen Zwischenfällen. Entsteht eine Sturzsituation, hat das aus-den-Stegbügeln-kommen oberste Priorität. Um dies zu unterstützen und zeitgleich einen guten Halt während des Sports zu gewährleisten, gibt es eigens konzipierte Steigbügel. Gängige Varianten sind Bügel mit Gelenk, außen integrierten Gummibändern, Sicherheitsbügel mit Fußkappe, gedrehte Sicherheitsbügel, Kunststoffbügel, solche mit Klappmechanismus oder seitlich sogar gänzlich offen gehaltene Bügel. Bei letzterer Variante befindet sich am äußeren unteren Rand, neben der Auflagefläche, eine flache Kante. Diese verhindert das seitliche Herausrutschen aus dem Bügel während des kontrollierten Rittes, lässt ein Hängen-bleiben nach dem Sturz allerdings nicht zu.


Steigbügel mit Gelenken sehen auf den ersten Blick vollkommen normal aus. Es scheint, als hätten sie lediglich zwei Stiefelschoner links und rechts. Dabei befinden sich in diesen Kunststoffröhrchen die Gelenke, die den Steigbügel oberhalb der Auflagefläche flexibel machen. Manche Hersteller arbeiten mit einer zusätzlichen Formgebung der unflexiblen Edelstahlkonstruktion am Steigbügel.
Außerdem gibt es Sicherheitsclips. Sie werden kurzerhand zwischen Steigbügelaufnahme und Steigbügelriemen angebracht. Verwendet werden können sie dafür alle Steigbügelarten.
Die Entwickler haben sich alle Mühe gegeben, die Kombination aus Sicherheit, Funktionalität und Design zu optimieren. Viele Hersteller arbeiten beispielsweise mit tieferen und genobbten Trittflächen in den Bügeln, was für zusätzlichen Halt sorgt, optisch aber kaum auffällt. Ganz gleich für welche Art von Sicherheitssteigbügeln Sie sich entscheiden, achten Sie zwingend auf die korrekte Weite des Bügels für ihren Fuß. Bei zu weiten Bügeln kann der Fuß trotz sämtlicher Bemühungen dennoch durchrutschen.

 

GPS-Tracker

Pferdeortungssysteme ermöglichen es Ihnen jederzeit abzufragen, wo sich Ihr Pferd gerade befindet. Dies gilt sowohl für den Aufenthalt auf der Weide als auch, wenn es im Gelände zu einem Sturz gekommen sein sollte und ihr Tier davongelaufen ist. Gleichzeitig können Sie Ausritte aufzeichnen und sie später auswerten. Moderne Systeme und Geräte ermöglichen Ihnen somit einen gewissen Diebstahlschutz Ihres Tieres, die Protokollierung ihrer Outdoor-Aktivitäten als auch ein schnelles Wiederfinden ausgerissener Tiere. Je nach dem, für welchen Anbieter und für welches System Sie sich entscheiden, fallen Lieferumfang und Servicequalität unterschiedlich aus.


Ganz grundsätzlich kann zwischen zwei verschiedenen Ortungssystemen unterschieden werden: SMS-Ortung und Online-Ortung. Während die SMS-Ortung Benachrichtigung über GMS verschickt, sprich das Mobilfunknetz, nutzt die Online-Ortung das GPRS, also das Internet, für die Datenübertragung. Für beide Ortungssysteme benötigen Sie demnach eine SIM-Karte. Bei der Ortung mittels SMS-Benachrichtigung können Sie sich eine x-beliebige Prepaid-SIM-Karte besorgen und je nach Netzanbieterabdeckung in Ihrer Region für den stärksten Anbieter entscheiden. Natürlich können Sie auch einen Vertrag für eine SIM-Karte bei einem Anbieter Ihrer Wahl abschließen. In diesem Fall sollten Sie jedoch die zusätzlichen Kosten im Hinterkopf behalten. Nutzen Sie hingegen eine Prepaid-SIM-Karte, so können Sie sie nach Bedarf aufladen. Pro Alarm, also per Anruf oder SMS, fallen 0,09 Euro an. Beachten Sie, dass dieses System nicht funktionieren kann, wenn Sender und/oder Empfangsgerät keine Verbindung zum Mobilfunknetz haben.


Bei der Online-Ortung wird ebenfalls eine SIM-Karte in das Gerät eingesetzt, jedoch handelt es sich hierbei um eine leistungsstärkere Variante, die Dank der GPRS-Nutzung stets und weltweit die bestmögliche Netzqualität garantiert und das mit permanent ausreichendem Datenvolumen. Möglich wird dies durch die Abrechnung per Monats- oder Jahresabo. Verbunden mit der App, werden Sie im Falle eines Alarms im Online-Portal und auf dem/den Endgerät*en benachrichtigt.
Neben der reinen Pferdeortung gibt es ähnliche Möglichkeiten ebenfalls für Reiter. Entsprechende Apps oder auch GPS-Tracker. Die Funktionsweisen sind ähnlich dem oben Beschriebenen. Beachten Sie bei Systemen, die mit dem normalen Mobilfunknetz arbeiten, immer die mögliche Störanfälligkeit, vor allem in entlegenen ländlichen Regionen.

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