Titelbild: Ein Tag im Leben von Cellagon Flipper

Ein Tag im Leben von Cellagon Flipper präsentiert von Bucas

 

Sie wartet nicht gerne. Cellagon Flipper scharrt ungeduldig in der Waschbox. Den Sattel, das Vorderzeug und die Gamaschen hat sie schon drauf, Janne Friederike Meyer-Zimmermann muss sich nur noch die Stiefel anziehen, dann kann es losgehen.

Die braune Stute ist beim Anglo-European-Studbook (AES) eingetragen und kam siebenjährig zu Meyer-Zimmermann in den Stall, jetzt ist sie neun. „Sie hat ein ganz besonderes Wesen – ist sehr menschenbezogen, aber nicht bestechlich. Leckerlies frisst sie nicht gerne, sondern schätzt Aufmerksamkeit und Beschäftigung“, erzählt die Amazone aus Pinneberg. Dort lebt auch Cellagon Flipper, der Hof Waterkant ist seit 2016 das Zuhause von Reiterin und Pferden. Hier haben sie sich ein echtes Paradies geschaffen. Sowohl für das Training als auch die Freizeit der Pferde sind die Bedingungen hervorragend und werden ständig weiter optimiert. Meyer-Zimmermann ist eine Perfektionistin – wie Cellagon Flipper mag auch sie keinen Stillstand. Als „Flippi“, wie sie im Stall von allen genannt wird, auch ihre Trense verschnallt und die Fliegendecke aufgelegt wurde, geht es los in Richtung Springplatz. Auf dem Hof gibt es einen Sand- und einen Grasspringplatz, der von einem Übungswall für das Hamburger Derby und einer Rennbahn eingefasst wird. Diese nutzt Janne Meyer-Zimmermann gerne für das Galopptraining der Pferde „oder einfach, um Spaß zu haben“, wie sie erzählt. Die 38-Jährige geht vor dem Training ein paar Runden im Schritt um die Bahn, dann wechselt sie auf den Sandplatz, wärmt Flipper auf und widmet sich einigen Cavaletti. „Eine abwechslungsreiche Arbeit ist nicht nur bei Youngstern, sondern auch bei erfahrenen Turnierpferden wichtig, um ihre Motivation und Aufmerksamkeit zu erhalten“, weiß die Mannschaftsweltmeisterin von 2010. Deshalb lege sie auch besonderen Wert auf Springgymnastik, um die Pferde einerseits geschmeidig zu halten und andererseits die Balance und Übersicht zu schulen. Meyer-Zimmermann wechselt auf den Grasplatz und widmet sich einer Reihe aus Steilsprüngen – etwa zehn Stück als In-Outs aufgebaut. In gleichmäßigem Tempo mit gespitzten Ohren überwindet das Paar sie mühelos einige Male und geht dann zurück auf den Sandplatz nebenan.

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Auf das Wesentliche konzentriert


Cellagon Flipper liebt die Beschäftigung. „Sie ist ein sehr positives Pferd, immer motiviert und neugierig“, freut sich Meyer-Zimmermann. Und freundlich ist die Braune auch: „Sie begrüßt alle ihre Stallkollegen lautstark, ob Zuhause oder auf dem Turnier. Besonders Schimmel haben es ihr angetan, deshalb sind Büttners Minimax, Zita Blue und Bali auch ihre besten Freunde. Mini mussten wir deshalb auch im heimischen Stall in eine andere Box stellen, weil die Freundschaft etwas anstrengend wurde“, lacht die Amazone. „Auf dem Turnier steht sie in der Mitte zwischen den anderen Pferden, sodass immer jemand bei ihr ist. Denn das Alleinsein mag sie gar nicht.“ Das Parcoursspringen dafür umso mehr, besonders im Stechen sei sie „immer für eine Überraschung gut“, wie ihre Reiterin schmunzelnd erzählt. Im vergangenen Jahr starteten die beiden in der Youngster-Tour, gewannen das Finale des Holsteiner Masters Springcups, eine Springprüfung der Klasse S** mit Siegerrunde. Schon nach nur einem Jahr in ihrem Beritt wusste die Hamburgerin um die Qualität der damals achtjährigen Stute: „Flipper ist ein Pferd, das sehr schnell gehen kann. Das hat sie gezeigt. Jetzt braucht sie nur noch etwas mehr Routine“, sagte sie nach ihrem Sieg. Diese Routine hat sie gesammelt und gewann Anfang des Jahres bei den VR Classics in Neumünster zwei schwere Springen. Sowohl  in der Einlaufprüfung als auch im Championat der Pferdestadt Neumünster ließen sie die Konkurrenz hinter sich. Weitere Siege und Platzierungen in nationalen und internationalen Konkurrenzen in der mittleren Tour gingen ebenfalls auf das Erfolgskonto der beiden. „Es dauert Jahre, bis man Nachwuchspferde in den ganz großen Sport gebracht hat und diesen Sprung schafft natürlich auch nicht jedes Tier. Hat man die Feinabstimmung irgendwann erreicht, ist das Team-Gefühl überwältigend!“


Nachdem Meyer-Zimmermann und Cellagon Flipper einige Sprünge mit 1,40 Meter-Abmessungen spielend überwunden haben, trabt die Reiterin die Braune am langen Zügel aus und lobt sie ausgiebig. „Ich mache aber nur selten höhere Sprünge zuhause“, erklärt sie, „der Fokus liegt auf der Dressurarbeit, Galopptraining und Gymnastik. Dann werden meine Pferde einmal wöchentlich longiert und gehen auf das Laufband oder in die Führanlage. Und natürlich auf die Weide.“


Dort darf auch „Flippi“ nach ihrem Training hin, sie wälzt sich genüsslich am sandigen Koppeleingang und beginnt dann zu fressen. „Sie tobt zum Glück nicht so viel, sondern konzentriert sich eher auf das Wesentliche“, schmunzelt die 38-Jährige.

(Text: Johanna Voth, Fotos: Stefan Lafrentz))

 

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