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14.07. bis 23.07.2017 CHIO Aachen

23.07.2017 20:05 Uhr
Autor: PM

Rolex Grand Prix 2017 – ein Traum wird wahr für Gregory Wathelet

Auf der Tafel neben dem Einritt ins Soerser Hauptstadion verewigt werden – für Springreiter Gregory Wathelet wurde dieser Traum heute Wirklichkeit als er mit dem Sieg im Rolex Grand Prix des CHIO Aachen 2017 ein neues Kapitel in der Geschichte des Rolex Grand Slam aufschlug.

Zwei Umläufe, ein Stechen, ein Ziel: Der Rolex Grand Prix von Aachen. Vier Reiter hatten es ins Stechen geschafft. Für Parcoursdesigner Frank Rothenberger war der Moment zum Feiern schon gekommen, noch ehe das wichtigste Springen des Wochenendes entschieden war. „Ich war froh, dass ein Stechen zustande kam, nicht wie im letzten Jahr“, so der erfahrene Aufbauer. Im vergangenen Jahr war Philipp Weishaupt nämlich als einziger Reiter zweimal ohne Abwurf durch die Umläufe gekommen und siegte so ohne die dritte Runde gegen die Uhr bestreiten zu müssen. Das war dieses Jahr anders. Drei bis vier Reiter wollte Rothenberger im Stechen haben. Der Plan ging auf, es wurden vier: Marc Houtzager (NED) mit Sterrehof‘s Calimero, Luciana Diniz (POR) auf Fit For Fun, Gregory Wathelet (BEL) im Sattel von Coree und Laura Kraut (USA) auf Zeremonie.

Marc Houtzager und der erst zehnjährige KWPN-Wallach Calimero v. Quidam de Revel eröffneten das Stechen. Es sah ein bisschen aus wie eine Springpferdeprüfung, was die beiden da ablieferten. Die Taktik war es offenbar, fehlerfrei zu bleiben. Das gelang. In Bilderbuchmanier, aber definitiv zu schlagenden 53,66 Sekunden galoppierten die beiden über den Parcours.

Luciana Diniz und ihre zierliche Hannoveraner Stute Fit For Fun v. For Pleasure betraten die Soers in aller Seelenruhe im Schritt am hingegebenen Zügel. Stechen? Heute nicht. Zumindest sah das für Außenstehende so aus. In Wahrheit hat das System: „Das ist der Moment, in dem wir zu Ruhe und zu unserer Kraft finden“, erklärte Diniz später. In der Mitte des Stadions angekommen, nahm die für Portugal startende Brasilianerin die Zügel auf. Fit For Fun spitzte die Ohren, war sofort auf Sendung. Und segelte förmlich über die Hindernisse. Man hat den Eindruck, der kleinen Stute müssten Flügel wachsen, um die Hindernisse zu überwinden. In einer engen Wendung auf den Mercedes-Benz Oxer rutschte sie einmal weg, ein kollektives „Oh!“ aus 40.000 Mündern. Aber Fit For Fun rettete sich über den massiven Sprung ohne in die Nähe der Stangen zu kommen und nahm sofort wieder Fahrt auf. Fehlerfrei, 47,40 Sekunden. Eine super Zeit!

Gregory Wathelet wusste: Alles oder nichts! Wie er sagte: „Hier in Aachen reicht es nicht, 100 Prozent zu geben, hier müssen es 500 Prozent sein!“ Und 500 Prozent gab nicht nur er, sondern auch seine Stute. Heute wollten beide gewinnen. Seit 2014 sind Wathelet und die elfjährige Westfälin Coree v. Cornet Obolensky ein Team. Schon „zwei- oder dreimal“ waren sie fehlerfrei in Großen Preisen. Aber zum ganz großen Wurf hatte es bis jetzt noch nicht gereicht. Dass Coree jedoch alle Möglichkeiten hat, das weiß Wathelet: „Wenn sie so ist wie heute, kann sie alles springen. Das Gefühl war super. Ich hatte eine gute Anlehnung und gute Kontrolle. Sie wurde heute von Runde zu Runde besser, gewann an Selbstvertrauen.“ Und so galoppierten sie an zum entscheidenden Stechen. Wathelet ging volles Risiko, nahm die Wendungen so eng, wie der Boden es nur zuließ und Coree gab alles. Als die beiden über das letzte Hindernis segelten, den Rolex Oxer, stoppte die Uhr bei 46,60 Sekunden. Führung! Jubel! Aber noch war die Entscheidung nicht gefallen.

Eine Reiterin war da noch, die Wathelet den Sieg hätte streitig machen können: Laura Kraut auf der Holsteiner Cero-Tochter Zeremonie. Die beiden gaben sich die größte Mühe, aber um Wathelet einzuholen, reichte die Zeit einfach nicht. Und dann fiel am letzten Hindernis auch noch eine Stange. Platz vier. Und der Sieg für Gregory Wathelet. Endlich! 2015 feierte er bei den Europameisterschaften in der Soers mit der Silbermedaille seinen größten Einzelerfolg. Und nun ist er der nächste Anwärter auf den Rolex Grand Slam. Wobei, davon wollte der sympathische Belgier erst einmal nichts wissen: „Jetzt genieße ich erst einmal diesen Erfolg! Und heute Abend unternehme ich etwas zusammen mit meinem Team. Für mich ist ein Traum in Erfüllung gegangen, damit, dass ich nun dort auf dieser Tafel stehen werde. Nur, da wird nur mein Name stehen. Aber dahinter steht ein ganzes Team und natürlich mein fantastisches Pferd.“

Zwar reitet Gregory Wathelet Coree erst seit 2014. Aber er kennt sie schon wesentlich länger: „Ich habe die Stute schon beobachtet, seit sie sechs-, siebenjährig ist. Damals gehörte sie dem Haras de Hus, für das ich andere Pferde geritten habe. Der Plan war, sie achtjährig zu übernehmen.“ So wurde es gemacht. Allerdings war immer klar, dass die Stute eines Tages verkauft werden sollte. Wathelet erkannte, was für ein Juwel er da unter dem Sattel hatte. Und in Judith Gölkel fand er eine Mäzenin, die ihm die Stute kaufte. Eine Weitsicht, die sich für beide Seiten bezahlt gemacht hat.

Auch wenn er jetzt erst einmal diesen Sieg genießt, geht für Gregory Wathelet die Rolex Reise nun weiter. Nächste Station Spruce Meadows. Am 10. September geht es dort um den nächsten Rolex Major. Der Tag ist gleichzeitig Wathelets 37. Geburtstag. Ein Sieg im zweiten Major in Folge wäre doch ein tolles Geschenk! Und so ging sein Blick schon ein bisschen voraus: „Es ist großartig, was Rolex für den Sport tut. Im Rolex Grand Slam sind vier prestigeträchtige Turniere vereint, eine großartige Herausforderung. Heute Abend feiern wir erst einmal den Sieg in Aachen und dann machen wir uns an die Planungen für den Rolex Grand Slam of Show Jumping.“

Bild: Foto Wathelet No. 1

Gregory Wathelet mit Coree (Foto: Karl-Heinz Frieler)

23.07.2017 13:26 Uhr
Autor: PM

Prädikat Wert(h)voll – die Dressurkönigin verzaubert im Deutsche Bank Preis

Es heißt immer, Dressur zu verstehen, sei kompliziert. Als Isabell Werth heute zum elften Mal den Deutsche Bank Preis in der Aachener Soers gewann, hat sie mit der Oldenburger Stute Weihegold die Faszination Dressur fühlbar gemacht.

Als Isabell Werth und Weihegold das Deutsche Bank Stadion betraten, wurde es still. Dann erklangen die fröhlichen Italo Popmelodien, die die Kür der beiden Weltcup-Sieger untermalen und Weihegold begann zu tanzen. Dressur kann so einfach sein: Von der Passage in die Piaffe und wieder raus und wieder zurück und wieder raus, immer im Rhythmus, ein Tritt wie der andere, in vollkommener Losgelassenheit. Aktuell gibt es weltweit kein Pferd, das der Oldenburger Don Schufro-Tochter in diesen Lektionen das Wasser reichen kann. Wie Dr. Evi Eisenhardt, Chefrichterin bei C, es ausdrückt: „Meine Kollegen und ich hätten uns heute gewünscht, auch Elfen und Zwölfen geben zu können.“ Unter anderem hätten sie damit nämlich die Übergänge von Weihegold und Werth bedacht. In der ganzen Kür leistete die Stute sich nicht einen einzigen Patzer. Das Ergebnis: nahezu 90 Prozent, nämlich genau 89,675. Nach der letzten Grußaufstellung war es vorbei mit der sakralen Stille. Das Publikum tobte, gab der sechsfachen Olympiasiegerin stehende Ovationen. Werth selbst bestätigte nach ihrem Ritt: „Ich hatte heute ein super Gefühl. Sie war vom ersten bis zum letzten Moment bei mir, die Abstimmung war perfekt. Ich wollte heute an Omaha anknüpfen (wo sie im Frühjahr mit derselben Kür das Weltcupfinale gewonnen hatte, Anm. d. Red.) und ich denke, das ist uns gelungen.“

Cosmo, der fliegende Holländer

Noch einmal hatten die Richter den Wunsch, die Notenskala nach oben öffnen zu können, nämlich als Sönke Rothenberger und sein Königlich Niederländischer Warmblut-Wallach Cosmo im starken Trab übers Viereck flogen. Der erst zehnjährige Van Gogh-Sohn zeigte heute, was in ihm steckt. Und das ist noch weit mehr als starker Trab. Sönke Rothenberger: „Ich bin wirklich wirklich glücklich! Heute hat Cosmo sein ganzes Potenzial für Piaffe und Passage gezeigt!“ Und Sönkes Mutter Gonnelien, die unter anderem 1996 olympisches Silber mit der niederländischen Dressurmannschaft gewann, bestätigte: „Ich glaube, Cosmo hat heute demonstriert, wo es noch hingehen kann.“ Tatsächlich haben der 22-Jährige und sein zehnjähriger Wallach eine Karriere gemacht, dass einem schwindelig werden kann. Im Schnelldurchlauf: Vom Junge Reiter-Lager über die ersten Grand Prix-Starts hin zum ersten Teameinsatz beim CHIO 2016 und von dort nahtlos zu Mannschaftsgold bei den Olympischen Spielen in Rio. Im vergangenen Jahr durften die beiden in der Kür noch nicht antreten, weil sie viertbestes deutsches Paar waren. Und nun lieferten sie 85,750 Prozent und wurden Zweite im Deutsche Bank Preis 2017. Vor der Olympia-Vierten des vergangenen Jahres. Man könnte sagen: ein „cosmischer“ Aufstieg, dessen Ende noch nicht in Sicht ist.

Bitte nächstes Jahr wiederkommen!

Platz drei ging an die große Herausforderin aus Übersee, Laura Graves auf Verdades. Die beiden haben eine ganz ähnlich rasante Karriere hinter sich wie Sönke Rothenberger und Cosmo. 2014 waren sie erstmals in der Soers am Start. Niemand kannte sie. Danach waren die ehemalige Friseurin, die ihren Job für ihr Pferd und ihren Traum vom internationalen Dressurviereck an den Nagel gehängt hatte, in aller Munde. Und nun, drei Jahre später sind sie nach Aachen gereist mit einem klaren Ziel vor Augen: Isabell Werth schlagen! Gestern im Grand Prix Special um den MEGGLE-Preis gelang ihnen das. Aber heute sollte es nicht sein. Der 15-jährige KWPN-Wallach v. Florett As begann stark, aber dann schlichen sich in der Galopptour Fehler ein, die das Ergebnis auf 82,550 Prozent zusammenschrumpfen ließen. Laura Graves konnte ihre Enttäuschung nicht verbergen. Nachvollziehbar! „Ich hoffe nur, dass ich noch einmal eingeladen werde“, scherzte sie tapfer in der Pressekonferenz.

Bild: foto weihe No. 1

Isabell Werth und Weihegold OLD (Foto: Karl-Heinz Frieler)

22.07.2017 19:34 Uhr
Autor: Donata von Preußen

Es ist entschieden: Kai Rüder fährt mit nach Strzegom

Nach Ende des CICO in Aachen hatte es der DOKR-Vielseitigkeitsausschuss leicht, die Mannschaft und Einzelreiter für die in Strzegom stattfindenden Europameisterschaften zu benennen: Ingrid Klimke mit Horseware Hale Bob, die Sieger in der heutigen Einzelwertung, Bettina Hoy mit Sir Medicott (Reserve Designer), Julia Krajewski mit Samurai du Thot (Chipmunk), die am kommenden Wochenende noch einmal in Tongeren (Belgien) an den Start gehen werden, und Michael Jung mit fischerRocana FST. Als Einzelreiter fahren Josefa Sommer – sie hat mit ihrem 13. Platz in Aachen ein bemerkenswertes Debüt im deutschen Team gegeben hat,  mit Hamilton,  und Kai Rüder mit Colani Sunrise, der Zehnter wurde, mit nach Polen.

Nach seiner guten Vorstellung war dem Fehmaraner gestern Abend eine sichere Nullrunde im Springen gelungen. „Je mehr Atmosphäre herrscht, desto aufmerksamer ist er“, sagte Kai Rüder nach seinem Ritt. Allerdings ärgerte er sich dann doch ein wenig über die zwei Zeitstrafpunkte, die ihm letztendlich zwei Plätze in der Endabrechnung kosteten. Im Gelände gab es ebenfalls 4,8 Zeitstrafpunkte. „Ich habe bewusst nicht in letzter Konsequenz alle Sekunden herausgeholt“, sagte er. Einen kurzen Schreckmoment gab es, als während seines Rittes plötzlich 50 Strafpunkte für das nicht korrekte Passieren eines Hindernisses – eine schmale Hecke hinter einem Tiefsprung - zwischen den Flaggen  auf der Ergebnisliste auftauchten. Dank der Technik konnten diese Strafpunkte schnell entfernt werden, nachdem die Hindernisrichter das von ihnen gemachte Video begutachtet hatten.

Pech hatte Leonie Kuhlmann, die, bis dahin mit ihrer Cascora gut unterwegs, kurz vor dem Ziel an einer Kombination aus zwei Heckenecken aus dem Sattel musste. Sie hatte das zweite Hindernis zu weit rechts – an der breitesten Stelle – angepeilt. „Das war ein Reiterfehler, der immer wieder einmal passieren kann“, meinte Bundestrainer Hans Melzer. Trotz ihres glimpflich ausgegangenen Sturzes wurde die Studentin als erste Reservistin für die EM nominiert. Das wird Leonie Kuhlmann dann doch gefreut haben.  

Die „Beute-Holsteinerin“ Louise Svensson-Jähde hat nach ihrem 12. Platz mit Wieloch’s Utah Sun v. Limbus-Cor de la Bryère aus der Zucht von Hans Thomsen in Hörup für Strzegom nun die Qual der Wahl: Sie könnte auch auf Waikiki v. Quinar-Cassini I, ebenfalls aus der Thomsen-Zucht zurückgreifen, die sich unlängst in Luhmühlen im ***CIC an achter Stelle platzieren konnte. „Das wird wohl unser Equipechef entscheiden müssen“, lacht die Schwedin, die am Montag nach Nübbel auf die Romeike-Anlage umziehen wird.

Bild: Foto Rüder No. 1

Kai Rüder mit Colani Sunrise (Foto: Stefan Lafrentz)

22.07.2017 18:01 Uhr
Autor: PM

Vielseitigkeit: Sieg fürs Team und Ingrid Klimke im Einzel

Mission possible! „Wir holen uns den Cup zurück“, war die Ansage des deutschen Bundestrainers der Vielseitigkeitsreiter, Hans Melzer, für den DHL-Preis beim CHIO Aachen gewesen. Seine Reiter haben geliefert.

Ingrid Klimke mit Horse Ware Hale Bob OLD, Michael Jung auf La Biosthetique-Sam FBW, Sandra Auffarth mit Opgun Louvo – das Dreamteam hat mal wieder gesiegt. Und Zuwachs bekommen. Josefa Sommer und der selbst gezogene und ausgebildete Hamilton haben bei ihrem ersten Auftritt in der Soers die Erwartungen voll erfüllt. „Es ist unglaublich, hier dabei zu sein, mit diesen drei Helden!“, so ihr kurzes und doch beredtes Fazit auf dem Podium der Pressekonferenz, nachdem sie im Gelände eine Runde ohne Hindernis-, lediglich mit einigen Zeitfehlern geliefert hatte. „Josefa war heute unser Pathfinder und das hat sie super gemacht!“, lobte der Bundestrainer die Newcomerin.

Mit 107 Minuspunkten siegte das deutsche Team mit überwältigendem Vorsprung vor den Vorjahressiegern aus Australien, die es auf 152,60 Minuspunkte brachten. Für das Team sprach der in der Einzelwertung mit dem Holsteiner CP Qualified Drittplatzierte Shane Rose: „Es ist keine Schande, Platz zwei hinter den Deutschen zu belegen. Dieses Team ist seit Jahren nicht aufzuhalten. Ich freue mich total und bin dankbar, hier in Aachen reiten zu können. Die Bedingungen, wie sich um uns gekümmert wird – ich wünschte, es gäbe mehr Turniere wie dieses auf der Welt.“ Mit ihm in der Mannschaft ritten Christopher Burton auf Nobilis (Platz sechs/40,60 Minuspunkte), Katja Weimann auf BP Cosmopolitan (Rang 22/74,50) sowie Emma McNab mit Fernhill Tabasco (Rang 28/85,40). Rang drei belegten mit 160,60 Minuspunkten in Summe die Schweden, die nur mit drei Paaren angetreten waren, sich also kein Streichergebnis leisten durften. Das benötigten sie aber auch gar nicht. Die Olympia-Silbermedaillengewinnerin von London 2012, Sara Algotsson Ostholt, wurde mit Reality Elfte (47,80), direkt vor ihrer Teamkollegin Louise Svensson Jähde auf Wieloch‘s Utah Sun (48,20). Niklas Lindbäck und Focus Filiocus wurden 20. (64,60 Minuspunkte).

Ingrid Klimkes zweiter Sieg

Reitmeisterin Ingrid Klimke hat zum zweiten Mal in ihrer Karriere den DHL-Preis gewonnen. Nachdem sie ihre Weltmeisterin SAP Escada FRH, Partnerin ihres Erfolges 2015, vor wenigen Monaten in die Zucht verabschiedet hat, ist Bobby die Nummer eins, mit bürgerlichem Namen Horseware Hale Bob OLD. Und der tut wirklich alles, was in seinen Möglichkeiten steht, um diesem Status gerecht zu werden. Nach einer Dressur Marke Klimke (34,50 Minuspunkte) passte Bobby gut auf, dass im Springen und im Gelände kein weiterer Minuspunkt sein Gesamtergebnis beschmutzte und sicherte seiner Reiterin so den Sieg. Gerade mal zwei Zehntel trennten die dreifachen Olympiasieger Michael Jung und La Biosthetique-Sam FBW vom Siegerpaar.

Über den Kurs war im Vorfeld viel diskutiert worden. Bundestrainer Hans Melzer sagte im Vorfeld: „Championatswürdig! Es wird schwierig sein, in der Zeit zu bleiben.“ Das gelang vier Reitern. Im Nachhinein erklärte Melzer nun: „Die Bedingungen waren top, der Boden super! Da kann man dann auch schneller reiten, ohne dass man Verletzungen riskiert.“ Michael Jung sagte: „Ich fand das Gelände nicht schwieriger als in den Vorjahren. Dadurch, dass der Beginn verändert wurde, konnte man schneller losreiten und kam so gut rein.“ Ingrid Klimke, die als letzte dran war und alleine auf dem Vorbereitungsplatz auf ihren Start warten musste, bestätigte: „Bobby wäre am liebsten direkt hinter Sam hinterher und hat am Anfang so losgelegt, dass wir erst viel schneller waren als geplant.“ Aber viel Galopptraining zuhause hatte dafür gesorgt, dass die beiden bis zum Schluss noch genug Energie hatten, um den Sieg sicher ins Ziel zu bringen.

Der drittplatzierte Shane Rose beschrieb: „Der Kurs war so aufgebaut, dass die Pferde umso sicherer wurden, je besser man ritt. Die schwierigen Abfragen waren dann kein Problem mehr.“Turnierleiter Frank Kemperman sprach dem Aufbauer Rüdiger Schwarz und seinem Team einen großen Dank aus, die dafür gesorgt hatten, dass pünktlich zum heutigen Geländetag, Teilnehmer und Zuschauer ideale Bedingungen vorfanden. Außerdem konnte er berichten, dass bei den sechs Paaren, die vorzeitig ausscheiden mussten, Reiter und Pferde wohlauf sind.

Ingrid Klimke gewinnt den DHL-Preis / MEGGLE-Preis geht an Laura Graves

Bild: Foto Mannschaft No. 1

Dem siegreichen Team gratulieren v.r. FN-Präsident Breido Graf zu Rantzau, Katja Busch, Mitglied des Bereichsvorstandes DHL Paket Deutschland und ALRV-Präsident Carl Meulenbergh. (Foto: CHIO Aachen)

Impressionen aus Aachen von Karl-Heinz Frieler

Bild: Impressionen No. 1
Bild: Impressionen No. 2
Bild: Impressionen No. 3
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Bild: Impressionen No. 7
Bild: Impressionen No. 8
Bild: Impressionen No. 9
21.07.2017 22:42 Uhr
Autor: PM

Die Highlights von Freitag im Video:

Der „Master of Faster“ siegt im Preis von Nordrhein-Westfalen

Der US-Amerikaner Kent Farrington ist die Nummer eins der Weltrangliste der Springreiter und bekannt für schnelle Stechen. Warum, hat er beim CHIO Aachen im Preis von Nordrhein-Westfalen am Freitag eindrucksvoll demonstriert.

Wo andere zaudern, gibt Kent Farrington noch einmal Gas. Und mit dem 16-jährigen KWPN-Wallach Uceko v. Celano hat er ein Pferd unter dem Sattel, dem diese Taktik liegt: „Er hat einen großen Galoppsprung und kann jedes Hindernis aus vollem Tempo nehmen“, beschreibt Farrington die Vorzüge seines Schimmels. „Daher liegen Grasplätze wie dieser ihm.“ Und so sicherte sich dieser eigentlich eher kleine und unauffällige Wallach im Preis von Nordrhein-Westfalen seinen ersten großen Sieg in Aachen. 46,65 Sekunden benötigten die beiden für den zweiten Umlauf. Wenn es nach Farrington geht, erst der Anfang – als er anschließend zur Pressekonferenz erschien, bat er Turnierleiter Frank Kemperman, seinen Namen doch gleich auf dem Podium stehen zu lassen für alles, was da noch kommt ...

Platz zwei im Parcours-Highlight des CHIO-Freitags hat Christian Ahlmann heute mit einem bescheidenen Start ins Turnier versöhnt. Am Mittwoch waren er und sein 17-jähriges Erfolgspferd Taloubet Z nämlich – wie einige andere Kollegen auch – Opfer des Unwetters geworden, das sich über NRW entlud. Taloubet war so geschockt, dass er zweimal verweigerte. Eigentlich völlig untypisch für diesen Galoubet A-Sohn, mit dem Ahlmann bereits so ziemlich alles gewonnen hat! „Das war so schade! Er ist super in Form, wie ein junges Pferd. Und ich hatte mich auf dieses Wochenende so gefreut!“ Zu Recht, wie er dann ja heute mit einer fehlerfreien 47,14 Sekunden-Runde zeigen konnte.

Gerade mal sechs hundertstel Sekunden langsamer und damit Dritte war bei ihrem Soers-Debüt die Deutsche Meisterin Simone Blum. Nachdem ihr Spitzenpferd, die zehnjährige Askari-Tochter DSP Alice sich bei einem anderen Turnier leicht vertreten hatte, stand ein Fragezeichen über ihrem ersten Aachen-Start. Umso glücklicher sei sie nun, hier an den Start gehen zu können und über die heutige Platzierung. Und ihr Pferd auch, auch wenn die Fuchsstute auf dem Abreiteplatz doch noch recht beeindruckt von der Kulisse war, wie ihre Reiterin verriet. „Aber die Siegerehrung hat sie sehr genossen!“ Und das ist ja die Hauptsache!

21.07.2017 17:17 Uhr
Autor: Donata von Preußen

Hans Thomsen – Züchter von zwei EM-nominierten Stuten

Das dürfen nur ganz wenige Züchter erleben: Die Nominierung von zwei selbst gezogenen Pferden für ein internationales Championat. Genau das durchlebt gerade Hans Thomsen aus Hörup, dessen Stuten Wieloch’s Utah Sun v. Limbus-Cor de la Bryère und deren Halbschwester Waikiki v. Quinar mit Louise Svensson-Jähde fest für das schwedische Team für die Europameisterschaften der Vielseitigkeitsreiter in Strzegom nominiert worden sind.

Der Kontakt zu Louise, die in Aachen mit Wieloch’s Utah Sun am Start ist, kam über Peter Thomsen zu Stande. Man kannte sich, denn schließlich lebt der zweifache Mannschaftsolympiasieger nur fünf Kilometer vom Züchterhof entfernt. „Wir hatten vergeblich versucht, Utah Sun tragend zu bekommen“, erzählt ihr Züchter, „dann haben wir sie Peter angeboten“. Da war die Stute fünfjährig und nach Meinung von Peter Thomsen zu alt, um sie für den Vielseitigkeitssport aufzubauen. Aber er versprach Bescheid zu sagen, wenn in seinem Stall ein Platz frei geworden ist. Und acht Wochen später rief er an. Die Limbus-Stute wechselte die Box und gewann nur wenige Wochen später in Großenwiehe unter Sara Nilsson ihre erste Geländepferdeprüfung. Dann übernahm Louise Svensson-Jähde die Stute, da war sie siebenjährig. Nachdem sie ein Fohlen von Larimar bekommen hatte, ging auch Waikiki nach Großenwiehe in den Thomsen-Stall und in den Beritt der Schwedin.

Heute gehören Hans Thomsen noch jeweils 50 Prozent an den Stuten, und er lässt es sich nicht nehmen, sie auf die Turniere zu begleiten. Zu den ganz großen Veranstaltungen, wie jetzt hier in Aachen, wird er von seiner Frau Rita begleitet, die die Pferdepassion ihres Mannes teilt. Mit 75 Jahren hat Hans Thomsen inzwischen genügend Zeit, den Betrieb in Hörup hat er an seinen Sohn Dirk übergeben, der sich neben der Schweine- und Rindermast und dem Getreideanbau der Ausbildung junger Pferde verschrieben hat.

Bild: Foto Thomsen Ehepaar No. 1

Hans und Rita Thomsen (Foto: Trevor Holt)

Wer fährt mit nach Strzegom zur Europameisterschaft?

Leonie Kuhlmann, Josefa Sommer oder Kai Rüder? Zwei Plätze sind nach den Ausfällen von Andreas Dibowskis It’s Me und FRH Butts Avedon und Andreas Ostholts Corvette, die in Aachen nicht durch die erste Verfasssungsprüfung gekommen ist, für die im August stattfindenden Europameisterschaften in Strzegom frei geworden. Davon haben die Reiter nach dem Riders-Meeting erfahen. Und wer das sein wird, entscheidet sich nach dem morgigen Geländeritt in der Aachener Soers.

Kai Rüder dürfte einer Nominierung mit seiner sehr guten Vorstellung im Viereck, bei der er in der Schritttour leider wertvolle Punkte verlor, ein kleines Stückchen näher gekommen sein. Mit 40,6 Punkten lag er nach der Dressur als viertbester Deutscher auf dem 12. Platz. „Meine Taktik für morgen wird sich nicht ändern“, sagte der Fehmaraner, für den es der dritte Start in der Aachener Soers ist. „Ich betrachte es als eine Prüfung wie jede andere“. An die Soers hat Kai Rüder gute und schlechte Erinnerungen. Einmal ist er mit dem Team im Sattel von Leprince des Bois Zweiter geworden, ein anderes Mal ist ihm seine Airbag-Weste am Wasser aufgegangen. „Ich bin dann noch bis ein, zwei Sprünge weitergeritten“, erinnert er sich, „dann ging nichts mehr, und ich musste aufhören“. Seitdem reitet er wieder mit einer ganz normalen Geländeweste. „Damit fühle ich mich einfach wohler, man kann, im Falle eines Falles, besser abrollen, und die Pferde erschrecken nicht, wenn die Weste einmal aufgehen sollte“.  

Colani Sunrise, den OS-gebrannten Chico’s Boy hatte er einst auf dem Bundeschampionat entdeckt: „Da habe ich seiner Reiterin Anne Diener gesagt, dass ich im Falle eines Verkaufs großes Interesse hätte“. Ihm hatte das Vermögen und die Großzügigkeit des Braunen imponiert. Sechsjährig kam der inzwischen elfjährige Wallach dann in den Rüder-Stall. Besitzer ist Bernhard Reemtsma, für den Kai seit vielen Jahren – genauer gesagt sind es zehn – einige Pferde reitet. Aufgrund seiner Größe brauchte Colani Sunrise viel Zeit zum Reifen. In diesem Jahr konnte er sich in der Dressur noch einmal um rund fünf Prozentpunkte steigern. Das ist sicherlich auch Jürgen Koschel zu verdanken, der den Vielseitigkeitsreitern seit Beginn des Jahres „ruhig und souverän“ zur Seite steht.

Kai Rüder stammt aus einer traditionellen Fehmaraner Reiter- und Pferdefamilie. Es war für ihn keine Frage, in die Fußstapfen seines Vaters Thomas zu treten. Dieser hatte deutsche Farben bei den Weltmeisterschaften 1982 in Luhmühlen zu treten. „Es stand für mich nie zur Debatte, den Springsport hoch professionell zu betreiben“, lacht er, „bei der Vielseitigkeit hat man zumindest im Winter Pause“.

Bild:  No. 1

Kai Rüder mit Colani Sunrise - hier in Luhmühlen (Foto: Stefan Lafrentz)

20.07.2017 23:34 Uhr
Autor: PM

Mercedes Benz-Nationenpreis – Deutschland macht‘s nochmal!

In Aachen werden Geschichten geschrieben und Helden gemacht! So wie am Abend des Mercedes-Benz Nationenpreises beim CHIO Aachen 2017, als Deutschland zum zweiten Mal hintereinander diese Traditionsprüfung gewinnen konnte. Und wie! Keinen einzigen Fehlerpunkt musste sich die Mannschaft von Bundestrainer Otto Becker anrechnen lassen.

Becker hatte heute auf drei erfahrene Paare gesetzt – Marcus Ehning mit Pret a Tout, Philipp Weishaupt und LB Convall, Marco Kutscher mit Clenur – sowie einen Youngster: Maurice Tebbel, 23 Jahre jung. Sein Pferd: Chacco‘s Son, auch erst zehnjährig. Diese beiden avancierten heute Abend zu den Helden von Aachen. Doppelnull beim ersten Nationenpreis-Auftritt in der Soers! Nicht mal in die Nähe einer Stange kamen sie. Es war, als wüsste Chacco‘s Son, worum es geht. Die Rechnung des Bundestrainers war aufgegangen. „Es ist einfach unglaublich!“, freute er sich, „ich bin so stolz auf die Truppe! Hier in Aachen zu gewinnen, ist einfach etwas Besonderes. Und Maurice – als er zum zweiten Mal null durchs Ziel ritt, musste ich mir fast ein Tränchen wegwischen.“

Es war ein emotionaler Abend in Aachen. Vor allem auch für Maurice Tebbel. Schon im ersten Umlauf riss er nach dem letzten Hindernis die Arme jubelnd in die Luft und anschließend seinem Chacco‘s Son um den Hals. „Man träumt natürlich davon, aber wenn es dann so gut läuft, das ist einfach unbeschreiblich.“ Maurice konnte es offenbar noch gar nicht so richtig glauben, was da gerade passiert war. Zumal er bei der Besichtigung des Parcours vor allem einen Gedanken hatte: „Hoch!“ Da sei man froh, ein Pferd wie Chacco‘s Son zu haben, zollte er seinem vierbeinigen Partner Respekt. Die beiden kennen sich in- und auswendig. Als Fohlen kam der Hengst zu Tebbels. Maurice hat ihn selbst bei der Körung vorgestellt und ihn über Jungpferdeprüfungen in den großen Sport gebracht. Schon im vergangenen Jahr waren sie hier in Aachen in der großen Tour am Start und wurden auf Anhieb Zweite im Preis von Nordrhein-Westfalen. Und nun saß er auf dem Podium der Pressekonferenz des Mercedes-Benz Nationenpreises, Seite an Seite mit seinem großen Vorbild Marcus Ehning. Als Sieger. Mehr geht nicht. Außer vielleicht am Sonntag. Denn dann wird er im Rolex Grand Prix erneut angreifen.

Marcus Ehning war nicht minder glücklich über seine zwei fehlerfreien Runden mit Pret a Tout. Aber er kennt diese Situation ja schon, 2016 lief es nämlich genau so. Ach nein, nicht ganz: „Es ist eine Schande, dass Ludger (Beerbaum, Anm. d. Red.) nicht mehr dabei ist! Jetzt bin ich der älteste hier!“ Ein „rundum perfekter Tag“ war dies heute vor allem auch für Philipp Weishaupt. Der hatte nämlich auch noch Geburtstag und stellte fest: „Dieser Sieg ist das beste Geburtstagsgeschenk ever!“ Außerdem haben sicherlich noch nie 40.000 Leute für ihn „Happy Birthday“ gesungen, so wie heute, als er auch das letzte Hindernis im zweiten Umlauf fehlerfrei überwunden und damit den Sieg für Deutschland gesichert hatte. Darüber hinaus sah sein fantastischer L.B. Convall so aus, als könne er am Sonntag seinen Vorjahreserfolg im Rolex Grand Prix von Aachen definitiv noch einmal wiederholen.

Einzig bei Marco Kutscher und Clenur lief es nicht so richtig rund. Zu Abwürfen gesellte sich im ersten Umlauf auch noch eine Verweigerung am Wassergraben. Kutscher nahm es mit Humor: „Ich muss mich bei meinen Teamkollegen bedanken. Mein Job war es heute, das Ganze spannend zu machen!“

Pattsituation

Platz zwei teilten sich zwei Teams, die USA und die Schweiz mit jeweils acht Fehlerpunkten. Nachdem in Runde eins noch einige Teams mit fehlerfreien Ritten glänzten, häuften sich die Fehler in Runde zwei. Allerdings waren die Reiter sich einig, dass der Parcours von Frank Rothenberger zwar knifflig, aber fair war.Für die Schweiz ritten Werner Muff auf Daimler (0/0), Martin Fuchs mit Clooney (4/8), Nadja Peter Steiner mit Saura de Fondcombe (0/8) sowie Steve Guerdat und Hannah (0/0). Equipechef Andy Kistler betonte, wie stolz er auf sein Team sei, vor allem die Quotenfrau im Team. Für sie war es nämlich der allererste Aachen-Start. „Klar wäre es super gewesen, zu gewinnen. Aber Platz zwei ist auch fantastisch!“, so Kistler.

Das sah auch Robert Ridland, der Equipechef der USA, so. Er hatte Kent Farrington aus Gazelle (8/0), Elizabeth Madden mit Coach (8/8), Laura Kraut auf Zeremonie (0/0) sowie McLain Ward mit HH Azur (0/0) an den Start gebracht. Sein Fazit stand für das, was 40.000 Zuschauer mit nach Hause genommen haben: „Was wir hier gesehen haben, war Sport auf dem allerhöchsten Niveau. Besser geht es nicht. Und wir sind dankbar, dabei sein zu können!“

Bild:  No. 1

Dem siegreichen Team und Bundestrainer Otto Becker (Mitte) gratulieren Dr. Carsten Oder (links), Vorsitzender der Geschäftsleitung Mercedes-Benz Cars Vertrieb Deutschland und Leiter MBVD, und ALRV-Präsident Carl Meulenbergh.

20.07.2017 19:40 Uhr
Autor: Donata von Preußen

Frederike Staack – zum ersten Mal in Aachen dabei

„Das war ein gigantisches Gefühl in den Parcours einzureiten“, strahlt Fredericke Staack nach dem U-25 Springen in der Aachener Soers. Die gebürtige Schleswig-Holsteinerin ist zum ersten Mal hier am Start. Sie hat nach ihrem Abitur ein Sabbat-Jahr – „vielleicht werden es auch zwei“ – eingelegt und bei Paul Schockemöhle angeheuert. „Ich wollte einfach einmal wissen, wie es in einem Profistall läuft“, erklärt Frederike Staack. Dort, in Mühlen, hat sie mit Unterstützung von einer Bereiterin und einem Pfleger, 15 Pferde, vom vierjährigen Hengst bis zu volljährigen Turnierpferden, unter dem Sattel, wobei der Fokus auf den jungen (Verkaufs)pferden liegt. Frederike ist richtig glücklich: „Das bringt mir alles sehr viel Spaß, und ich kann Erfahrung ohne Ende sammeln“. So fährt sie jedes Wochenende und oft auch unter der Woche zum Turnier. Das Training zu Hause geschieht unter der Aufsicht von Norbert Nuxoll, der jeden Tag da ist, sie bei der Arbeit mit den Pferden unterstützt und „immer wieder gute Tipps bereithält“.  „Auch Josef Klaphake schaut immer mal wieder vorbei“, erzählt Frederike, die zu den erfolgreichsten Junioren und Jungen Reitern in Holstein zählte. In ihrer Heimat ist sie bei Jörg Kreutzmann und Bo Kristoffersen geritten. Dem Pferdesport will die junge Amazone verbunden bleiben, aber für die Zukunft ist sie auf der Suche nach einem zweiten Standbein, denn sie hat erkannt, dass es doch sehr schwer ist, mit dem Pferdesport Geld zu verdienen. Angedacht hat sie ein Fernstudium  in Richtung Management.


In Aachen saß Frederike Staack im Sattel von  HW’s Saskia v. Stakkato Gold, mit der ihr ein Abwurf unterlief. Ihr Chef, Paul Schockemöhle, trug es mit Fassung getragen. „Heute hat Dir einfach das Quäntchen Glück gefehlt“, hat er zu ihr gesagt, zumal die beiden anderen Mädels aus Mühlen, Laura Klaphake mit Camalita v. Cracker Jack-Quinar (Roswitha Thomsen, Epenwöhrden) und Daniela Theelen mit Lucentino v. Linton-Corrado I (Ira Denkhaus, Plaaz) sich prominent an dritter bzw. siebter Stelle platzieren konnten.

Bild:  No. 1

Frederike mit HW’s Saskia (Foto: Stefan Lafrentz)

Deutsche Dressurreiter führen in der Nationenpreis-Wertung

Die deutschen Dressurreiter haben den ersten Teil des Nationenpreises beim CHIO Aachen, der auch als Sichtung für die Europameisterschaften in Göteborg dient, als führende Nation abgeschlossen. Die Mannschaft von Bundestrainerin Monica Theodorescu rangiert nach dem Grand Prix vor den USA und Dänemark. Das beste Einzelergebnis erreichten Isabell Werth und Weihegold OLD mit 83.171 Prozent.

Für die zwölfjährige Oldenburger Stute Weihegold war es der erste Start nach ihrem phänomenalen Sieg im Weltcup-Finale Anfang April. Die Deutschen Meisterschaften verpasste sie wegen einer kleinen Verletzung, somit wurde der CHIO Aachen zu ihrem ersten Freiluft-Start. „Heute hat sie wieder gezeigt, dass sie zurecht die Nummer eins der Welt ist“, schwärmte Bundestrainerin Monica Theodorescu. Lediglich eine kleine Unsicherheit drückte das Ergebnis. „Ansonsten war alles tipptopp“, sagte Weihegolds Reiterin Isabell Werth (Rheinberg). „Beim Galoppwechsel zwischen den Pirouetten war ich ein bisschen früh dran, das hat Weihe gemerkt.“ Für die Piaffen, Passagen und Übergänge gab es dafür etliche Male Höchstnoten.

Diese erhielten Sönke Rothenberger (Bad Homburg) und Cosmo für ihre Galoppwechsel, die zu den absoluten Höhepunkten des niederländischen Wallachs zählen. „Unsere Schwäche waren heute das Rückwärtsrichten und die Traversalen. Da habe ich mich einfach verzählt. Der Reiter war heute nicht ganz konzentriert, das Pferd aber in sehr guter Verfassung“, resümierte Rothenberger, und konnte dennoch sehr zufrieden mit seiner Vorstellung sein. 78.757 Prozentpunkte (Rang drei) vergaben die Richter an das jüngste deutsche Paar, das zum zweiten Mal in Folge für den Aachener Nationenpreis nominiert ist. „Wir haben in der vergangenen Zeit viel an der Feinabstimmung gearbeitet, mein Gefühl war deutlich besser als im letzten Jahr, als Cosmo doch noch sehr grün war mit seinen neun Jahren. Auch die Resonanz von den Trainern war positiv.“ Die Einschätzung der Bundestrainerin lautete: „Die beiden haben sich sehr gut weiterentwickelt und Cosmo hat einfach gigantische Höhepunkte.“

Den Auftakt für das deutsche Team hatten am Morgen Dorothee Schneider (Framersheim) und Sammy Davis jr. gemacht. Für den elfjährigen bayerischen Wallach ist es die erste internationale Grand-Prix-Saison und sein erster Start in der Aachener Soers, der mit 74.529 Prozent und Rang sieben belohnt wurde. „Er hat sich noch ein bisschen geduckt, sonst hätten es noch ein paar Prozent mehr sein können. Aber das war eine ordentliche Runde zum Auftakt ohne größere Fehler“, sagte Schneider. „Es ist einfach toll, wie schnell Sammy die Leiter nach oben geklettert ist, seit seinem ersten internationalen Start im März. Er ist ein Pferd, das durch seine Schönheit und seine Ausstrahlung besticht.“

Weniger zufrieden war Hubertus Schmidt (Borchen-Etteln) mit seiner Prüfung. Sein Trakehner Hengst Imperio ließ gleich zu Beginn in einer seiner eigentlich stärksten Lektionen, der Trabverstärkung, Punkte liegen. Auch die Piaffen und die Galopptour waren nicht optimal, sodass am Ende 71.371 Prozent und Rang 15 heraussprangen. „Da ist man natürlich erstmal enttäuscht. Ich kann auch gar nicht genau sagen, woran es lag. Eigentlich fühlte es sich gut an, der Fehler in der Trabverstärkung ist auch total unüblich für Imperio. Nach der Winterpause sind wir gut in die Sommerturniere gestartet, aber nach der Prüfung heute musste ich doch etwas schlucken“, sagte Schmidt. Doch für ihn bietet sich am Samstag im Grand Prix Special genau wie seinen Teamkollegen eine neue Chance. Dann steht die Entscheidung in der Mannschaftswertung an. Außerdem geht es um die Startplätze in der Grand Prix Kür, die am Sonntag auf dem Programm steht.

Isabell Werth gewinnt den Preis der Familie Tesch souverän

20.07.2017 18:35 Uhr
Autor: PM

Deutsche Dressurreiter übermächtig im Nationenpreis der Dressurreiter

Runde eins im Lambertz Nationenpreis der Dressurreiter, der Grand Prix um den Preis der Familie Tesch, war eine klare Sache. An Werth & Co. war kein Vorbeikommen. „Wir sind sehr zufrieden“, lautete das Fazit von Deutschlands Dressurbundestrainerin Monica Theodorescu nach dem heutigen Grand Prix um den Preis der Familie Tesch, der ersten Wertungsprüfung im Lambertz Nationenpreis der Dressurreiter.

Kein Wunder. Ihr Team führt mit Abstand vor der Konkurrenz. Eine Tagesanalyse im Telegrammstil: Dorothee Schneider legte mit Aachen-Debütant Sammy Davis Jr. als erste Teamreiterin gut vor (74,529 Prozent). Hubertus Schmidt und Imperio hatten Pech und blieben unter den Erwartungen (71,371). Sönke Rothenberger und Cosmo verpassten die 80 Prozent, weil der Reiter ein Problem beim Zählen hatte (78,757) und Isabell Werth ritt mit Weihegold eine Prüfung, zu der ihr eigentlich nur einfiel: „Alles Tippitoppi!“, 83,171 Prozent.

236,457 Punkte stehen auf dem Konto der führenden Favoriten vor der Entscheidung im MEGGLE-Preis, dem Grand Prix Special am Samstag. Dahinter rangieren die USA mit 222,842 Punkten, für die Aachen das Saisonhighlight ist. Das Team bilden Adrienne Lyle/Salvino (71,814 Prozent), Kasey Perry-Glass/Goerklintgaards Dublet (68,929), Olivia Lagoy-Weltz/Lonoir (71,514) sowie Laura Graves und Verdades (79,514). Auf dem dritten Platz liegen derzeit die Dänen mit 218,457 Punkten. Hier reiten Daniel Bachmann Andersen/Blue Hors Don Olymbrio (68,614 Prozent), Anders Dahl/Selten HW (68,886), Agnete Kirk Thinggaard/Jojo AZ (72,157) und Cathrine Dufour/Cassidy (77,414).

Vorteil Werth


Die Einzelwertung ging an Isabell Werth vor der US-Amerikanerin Laura Graves. Letztere, die Weltcup-Zweite von Omaha, hatte im Vorfeld des CHIO angekündigt, Isabell Werth schlagen zu wollen. Der erste Anlauf scheiterte unter anderem an Fehlern in den Fliegenden Wechseln zu zwei Sprüngen. Graves knapper Kommentar: „Wir versuchen es im Grand Prix Special erneut!“ Es seien Fehler gewesen wie sie einfach passieren. „Unglücklicherweise ist das der Sport.“

Isabell Werth war rundum zufrieden mit ihrer Runde. Kleine Irritationen nahm sie auf ihre Kappe. Vor allem sei sie stolz auf „Weihe“ alias Weihegold, die seit ihrem Sieg beim diesjährigen Weltcup-Finale Pause hatte und hier in Aachen ihr erstes Freiluftturnier geht. „Sie war absolut fokussiert.“ Fazit: So kann es weitergehen!

Sönke Rothenberger wurde Dritter. Von den 80 Prozent sind er und sein mit nun zehn Jahren ja noch junger KWPN-Wallach Cosmo nicht mehr weit entfernt. Möglicherweise wären die sogar heute schon drin gewesen, hätte der Reiter nicht versäumt, das Rückwärtsrichten zu üben, wie die Bundestrainerin schmunzelnd anmerkte. Und dann hat der Mannschaftsolympiasieger sich auch noch bei den Zick-Zack-Traversalen verzählt. „Das ist doppelt ärgerlich, weil die Noten für diese Lektion zweifach zählen“, so Rothenberger. Dem gegenüber standen ausgesprochene Highlights in seiner Prüfung, z.B. die fliegenden Wechsel von Sprung zu Sprung, für die mehrere Richter eine 10,0 gaben.

Apropos Richter – Isobel Wessels (GBR) erklärte als Vorsitzende des Richterkollegiums, dies sei ein „absolut phänomenaler Tag“ für sie und die weiteren Unparteiischen gewesen, an dem auch die schwächeren Ritte ihre Höhepunkte hatten und insgesamt sehr harmonisch geritten wurde.

Bild:  No. 1

Siegerehrung Preis der Familie Tesch Foto: CHIO Aachen / Michael Strauch

19.07.2017 19:57 Uhr
Autor: Donata von Preußen

Philip Rüping - Zum ersten Mal in Aachen am Start und schon ein Sieger

Seit vielen, vielen Jahren kommt Philip Rüping nach Aachen – als Zuschauer. „Mein Vater hat mich schon als kleines Kind mit in die Soers genommen“, erzählt er. Zum ersten Mal hat er in diesem Jahr auch die Startgenehmigung für das abgesehen von den Championaten wichtigste Turnier der Welt bekommen. „Ich stand zunächst nicht auf der Liste“, berichtet er, „vor zwei Wochen kam dann das ok. Darüber habe mich natürlich riesig gefreut“. Nach den Erfolgen in den letzten Wochen, vor allem mit Messenger, ist diese begehrte Starerlaubnis auch mehr als verdient.  Mit dem Montender-Sohn war er u. a. Zweiter im Großen Preis von Wiesbaden sowie in Redefin und bei den Deutschen Meisterschaften in Balve hochplatziert.

Heute überzeugte er mit einem Sieg im Preis des Handwerks mit der Mecklenburger Stute Chalypsa. Vor dreieinhalb Jahren hat Philip Rüping seine Heimat in Breitenburg verlassen und bei Paul Schockemöhle angeheuert.  In Mühlen hat er sich „vom ersten Tag an“ wohl gefühlt.  Zusammen mit Florian Meyer zu Hartum teilt er sich dort einen Stall. Der Ex-Herforder, der sich inzwischen vermehrt um die Ausbildung junger Pferde und die Kunden kümmert, hat auch Messenger in den Sport gebracht. „Ein Riesen-Dankeschön geht an Flori, der ihn so gut ausgebildet hat“, meint Philip Rüping, „er hat sein Interesse stets hintenan gestellt. Das rechne ich ihm ganz hoch an“. Philip Rüping weiß, dass das Damoklesschwert eines Verkaufs seiner Pferde immer über  ihm schwebt. „Aber damit muss ich leben“, sagt er, realistisch wie er ist“.

Bild: Fotos Rüping No. 1

Philip Rüping mit Messenger (Foto: Karl-Heinz Frieler)

Bild: Fotos Rüping No. 2

Siegerehrung Preis des Handwerks Foto: CHIO Aachen / Michael Strauch

19.07.2017 19:30 Uhr
Autor: Donata von Preußen

Die Wiederholungstäter: Eric Lamaze und Fine Lady

Weniger als eine Sekunde trennten die fünf Erstplatzierten in einer der Traditionsprüfungen des CHIO in Aachen. Am Ende war es der Kanadier Eric Lamaze, der mit seiner kleinen hannoverschen Forsyth-Tochter Fine Lady im Turkish Airlines-Preis von Europa die Oberhand behielt. Acht Hundertstel betrug sein Vorsprung auf Ludger Beerbaum mit Chiara v. Contender-Coronado (Günter Schüder, Bahrenfleth), neun auf Bertam Allen mit seiner schnellen Molly Malone, 12 auf Cian O’Connor mit Good Luck und 23 auf Lauren Hough mit der schwedischen Orlando-Tochter Ohlala. Für Fine Lady, die einst von Holger Wulschner geritten wurde, geht es nun im Großen Preis weiter. Im letzten Jahr hatte Eric Lamaze nach seinen Siegen im Preis von Europa und dem NRW-Preis auf einen Start verzichtet. „Die Olympischen Spiele standen kurz bevor“, sagte der Kandadier, „da wollte ich der Stute einen Start in diesem schweren Springen nicht mehr zumuten“.  

Ludger Beerbaum war nicht unzufrieden mit seiner Schimmelstute: „Ich bin so schnell geritten, wie ich konnte“, schmunzelte er, „es hätte ja auch Platz fünf werden können“. Strömender Regen und ein plötzlich einsetzender Sturm hatten während des Umlaufs zu einer Unterbrechung des Springens geführt. „Wir standen in ständigem Kontakt mit der Feuerwehr und Polizei“, erklärte Turnierdirektor Frank Kempermann nach der Prüfung. Und in der Tat, das aufziehende Gewitter sah bedrohlich aus. Unter den widrigen Verhältnissen hatten, darauf machte Ludger Beerbaum aufmerksam, vor allem Christian Ahlmann, der mit Taloubet Z an den Doppelgräben ausgeschieden war, und Marco Kutscher, der im Sattel von Balermo drei Abwürfe hinnehmen musste, zu leiden. Eine hervorragende Leistung zeigte auch Cayenne WZ v. Claudio-Ramirado (Adelbert Sporn, Jardelundfeld). Das „Schleifenpony“ von Felix Hassmann war ebenfalls ohne Fehler im Stechen geblieben und kam auf Platz sieben.


Nicht weniger als 21 Reiter hatten sich für das Stechen qualifiziert, vier waren mit einem Zeitfehler ins Ziel gekommen. Darunter auch Laura Klaphake, die dem offiziellen deutschen Team in Aachen angehört, aber nicht im Nationenpreis an den Start gehen wird. Deutsche Farben werden morgen Abend Marcus Ehning mit Prèt a tout, Maurice Tebbel mit Chacco Son, Marco Kutscher mit Clenur vertreten, die naturgemäß in diesem Springen nicht an den Start gebracht wurden. Otto Becker hat für seine Reiter den Startplatz vier hinter der Schweiz, den USA, Frankreich gelost. Großbritannien, Belgien, Italien und die Niederlande komplettieren den Nationenpreis.

Laura Klaphake, die bei den vergangenen Turnieren im Sattel von Catch me if you can v. Catoki und Silverstone G v. Diamant de Semilly mit famosen Leistungen auf sich aufmerksam gemacht hat,  kann mit ihrer Nichtnominierung gut leben. „Ich habe mich so gefreut, dass ich überhaupt in Aachen reiten darf“, sagte sie lächelnd, „jetzt werden die Jungen meine ganze mentale Unterstützung bekommen“. Die 23jährige hat ihr Marketing Studium mit dem Bachelor abgeschlossen, jetzt hat sie den Master im Immobilienmanagement in Angriff genommen. „Mein Traum ist es, halbtags normal zu arbeiten, um dann noch Zeit für die Pferde zu haben“. Sie ist allerdings realistisch genug zu wissen, dass das nicht einfach sein wird. Josef, bei Paul Schockemöhle verantwortlich für das Verkaufsmanagement und die Dressurpferdezucht,  und Gaby Klaphake, selbst erfolgreich im Turniersattel unterwegs gewesen, unterstützen ihre Tochter, wo sie nur können. „Sie haben mich immer dazu ermuntert, mit dem Studium weiterzumachen, erklärte Laura Klaphake, „und wenn ich an der Uni zu viel zu tun habe, reitet meine Mutter die Pferde. Sie hält mir immer wieder den Rücken frei“.  

Bild: Fotos No. 1

Ludger Beerbaum mit Chiara (Foto: Stefan Lafrentz

Bild: Fotos No. 2

Eric Lamaze mit Fine Lady (Foto: Karl-Heinz Frieler)

Bild: Fotos No. 3

Laura Klaphake (Foto: Stefan Lafrentz)

19.07.2017 10:26 Uhr
Autor: PM

CHIO in Aachen eröffnet

Jeroen Dubbeldam und Ludger Beerbaum gaben sich zu Pferde die Ehre: Der niederländische Weltmeister 2014 und Deutschlands Springreiter-Ikone eröffneten mit einem launigen Dialog das CHIO in Aachen in der wieder einmal ausverkauften Soers.  Die Niederlande sind in diesem Jahr Partnerland des wohl renommiertesten Turniers der Welt. „Leider können wir Ihnen nicht in jedem Jahr einen König präsentieren“, erklärte der Ansager die Abwesenheit des niederländischen Königspaares Willem-Alexander und Maxima, die, wie man weiß, sich gerne auch einmal selbst in den Sattel schwingen. Im vergangenen Jahr hatten, sehr zur Freude der Besucher und der Boulevard-Journalisten König Carl Gustaf und Königin Silvia, die Aachener Soers mit ihrer Anwesenheit beehrt.
 
Es waren vornehmlich C-Promis, die sich bei der Media Night auf dem roten Teppich vor dem VIP-Zelt fotografieren ließen. Einige Gesichter kannte man, wie z. B. Veronika Ferres, die eine ausgewiesene Pferdenärrin ist, die französische Schauspielerin Isabelle Huppert im rosa Hosenanzug oder den neu gewählten NRW-Landesvater Armin Laschet. Das deutsche Springreiterteam war ebenso erschienen wie die Dressurreiter, die Isabell Werths Auszeichnung mit dem Silbernen Pferd in der Kategorie „Herausragende Persönlichkeit“  feierten und fröhlich Geschichten von gestern erzählten.


Wolfgang Brinkmann berichtet,  dass sein Sohn Markus nach seinem schweren Sturz auf dem Abreiteplatz in Hagen wieder im Sattel sitzt. Zwei Monate hat er mit gebrochenen Halswirbel und rechten Ellenbogen pausieren müssen. „Markus hatte noch Glück im Unglück, denn er musste nicht operiert werden“, erzählt der Herforder. 
 

Die Eröffnungsfeier im Video:

Eröffnungsfeier: Volle Hütte, tolle Stimmung

Volle Hütte, tolle Stimmung, was für eine Eröffnung des CHIO Aachen 2017. Rund 170 Pferde und 790 Personen, dazu Kutschen, Wohnwagen machten den offiziellen Auftakt des Weltfests des Pferdesports zu einem außergewöhnlichen Abend im Hauptstadion.

„Welkom Nederland“ lautete das Motto an diesem Abend. Und das war nicht nur auf den Tribünen spürbar, sondern auch auf dem „Heiligen Rasen“. Schon vor der Eröffnung stimmte ein nostalgisches Grenzszenario am Dreiländereck auf dem Rasen auf die Show ein. Bilder aus längst vergangenen Zeiten  wurden wieder lebendig: Schmuggler, Zöllner, Barrieren, Schlagbäume und viel mehr.

Doch mit der folgenden Dressur- und Springquadrille, die von jungen deutschen und niederländischen Reitern präsentiert wurde, verschwammen diese Grenzen mehr und mehr. Und die etwas unkonventionelle Eröffnungsansprache des Springreiterduos Ludger Beerbaum und Jeroen Dubbeldam hoch zu Ross inmitten der Repräsentanten der teilnehmenden Nationen ließ diese Grenzen voll und ganz schwinden. „Für euch ist das hier ja eigentlich genauso ein Heimspiel wie für uns“, so Beerbaum. Dubbeldam schloss sich an: „Ja, ich fühle mich hier zu Hause. Insbesondere das Publikum zollt jedem Reiter großen Respekt. Das ist großartig.“

Wenn man an die Niederlande denkt, darf das Königshaus natürlich auch nicht fehlen. Dieses entsandte seine Königlichen Stallungen in die Soers, mitsamt prunkvollen Kutschen, Vorreitern und Eskorte, musikalisch begleitet von der niederländischen Polizeikapelle. Etwas rasanter ging es unter dem Motto „Schluss mit lustig“ beim „Kick, Jump & Drive“ zu, bei dem sich ein deutsches und ein niederländisches Team aus Vierspännerfahrern und Springreitern ein spannendes Duell lieferten. Natürlich waren auch wunderschöne Friesen, die bekannteste Pferderasse aus den Niederlanden, mit von der Partie. Sie schlossen sich als große Quadrille zusammen und die niederländische Werbe-Ikone „Frau Antje“ zeigte, dass auch sie im Sattel eines Friesen eine gute Figur macht. Ein vornehmlich orange geschmückter Fahrradkorso, Drehorgeln, Stelzenläufer in Tulpenkostümen und viele weitere Schaubilder verwandelten die Soers tatsächlich kurzerhand in ein Fleckchen „Holland“.

Auch der frischgebackene NRW-Ministerpräsident Armin Laschet und sein Amtskollege auf niederländischer Seite – Theo Bovens, Gouverneur von Limburg – ließen sich diesen Spaß nicht entgehen, indem sie sichtlich amüsiert in einer Wohnwagen-Kutsche in die Arena einfuhren. Die 90-minütige Eröffnungsfeier endete mit einem musikalischen Highlight: Die niederländische Partyformation „Hermes House Band“ heizte den Zuschauern zum Schluss noch einmal ordentlich ein. Hartelijk bedankt Nederland!

Bild: Foto Eröffnung No. 1

Openeing ceremony 2017 Photo: CHIO Aachen / Arnd Bronkhorst

18.07.2017 20:26 Uhr
Autor: PM

Aachen-Neuling gewinnt STAWAG Eröffnungsspringen

Volltreffer für Brasiliens Eduardo Menezes bei seinem CHIO Aachen-Debüt – zum ersten Mal in der Soers, erste Prüfung und gleich ein Sieg! „Wahnsinn, was hier schon am Dienstag los ist“, staunte der in den USA beheimatete Brasilianer Eduardo Menezes, nachdem er am liebsten noch zehn weitere Ehrenrunden unter dem Applaus der Zuschauer im Hauptstadion der Soers gedreht hätte.

Gerade hatte er im Sattel der 13-jährigen Oldenburger Stute Caruschka v. Caspar das Eröffnungsspringen des CHIO Aachen um den STAWAG Preis gewonnen. Und wie! Fast zwei Sekunden lagen zwischen ihm und dem Rest des Feldes. Das war kein Zufall: „Wenn ich reite, will ich gewinnen! Und wenn es nicht klappt, dann liegt es nicht daran, dass ich es nicht versucht hätte“, verriet der 37-Jährige mit einem Augenzwinkern. Caruschka ist sein „Speedpferd“. Sie ist also für die schnellen Springen zuständig. Morgen, im Turkish Airlines-Preis von Europa, setzt Menezes auf Olympiapferd Quintol, mit dem er in Rio 2016 am Start war. Da kann die Konkurrenz sich schon mal warm anziehen!

Lange Zeit hatte es so ausgesehen als würden die Niederländerin Aniek Poels und die elfjährige Cornet Obolensky-Tochter Cosma Go das Rennen machen, nachdem sie fehlerfrei in 61,01 Sekunden über den Parcours gekommen waren. Aber dann kam Eduardo Menezes mit seiner Schimmelstute und fegte nach 59,36 Sekunden durch die Lichtschranke im Ziel. So musste Aniek Poels mit Rang zwei Vorlieb nehmen. Dritter wurde Stilist Marcus Ehning auf dem Pferd, mit dem er im vergangenen Jahr noch die Finalprüfung im Sparkasse Youngsters-Cup gewonnen hatte, der nun neunjährigen Hannoveraner Tochter Calanda v. Calido. Schon damals sagte Ehning, Calanda könnte sein nächster Superstar sein. Obwohl eigentlich kein Mann großer Worte, schwärmte er damals: „Calanda ist ein fantastisches Pferd!“ Das hat sie heute wieder gezeigt, als sie in 62,16 Sekunden die drittschnellste und dazu noch fehlerfreie Runde lieferte.

Aus deutscher Sicht konnten sich auch Christian Kukuk mit Colestus (Platz fünf), die frisch gebackene Deutsche Meisterin Simone Blum auf Flying Boy (Rang sieben), Holger Hetzel auf Legioner (Zehnter) sowie Markus Beerbaum mit Comanche (Rang 13) platzieren. Diverse weitere Paare, wie z.B. auch die Donnerstag für den Nationenpreis genannte Laura Klaphake (23), die ihr Aachen-Debüt bei den Senioren gibt, kamen ohne Hindernisfehler ins Ziel, ließen es aber ruhig angehen und nutzten das Eröffnungsspringen für einen guten Auftakt beim Weltfest des Pferdesports.

Bild: Fotos Brasilianer No. 1

Eduardo Menezes mit Caruschka (Foto: Frieler)

Bild: Fotos Brasilianer No. 2

Dem Sieger gratulieren (v.r.) ALRV-Aufsichtsrat Wolfgang Mainz und die STAWAG-Vorstände Dr. Peter Asmuth und Wilfried Ullrich (Foto: CHIO Aachen/ Michael Strauch).

CHIO Aachen 2017: STAWAG Eröffnungsspringen / CHIO Blogger Lounge

18.07.2017 13:26 Uhr
Autor: Donata von Preußen

Die Aachen Debütantin Leonie Kuhlmann


Vielseitigkeitsreiterin Leonie Kuhlmann freut sich auf Aachen. Die  23-Jährige, die ihre Wurzeln in Schleswig-Holstein, genauer gesagt in Boostedt hat, geht zum ersten Mal in der Aachener Soers an den Start. Den hat sie sich mit ihren guten Leistungen, die sie auf ihrer Holsteiner Stute Cascora v. Casco-Thuswin xx in den vergangenen Jahren auf Drei-Sterne-Niveau gezeigt hat, redlich verdient. „Es war immer ein großer Traum von mir gewesen, vor dieser Kulisse zu reiten“, sagt Leonie. Bereits als Ponyreiterin hat sie – Giorgio N v. Grisu N-Linaro aus der Zucht von Christian Thoroe, Ahrenviöl, war nach seiner Körung zu ihr gekommen – 2009 deutsche Farben auf Europameisterschaften vertreten.

Ein Jahr später kam – auf Vermittlung des damaligen Landestrainers Detlef Peper – ihr heutiges Erfolgspferd Cascora v. Casco-Thuswin xx direkt vom Züchter, Heiner Losse aus Lohbarbek, in ihren  Stall. Eine berufliche Veränderung ihres Vaters und dem damit verbundenen Umzug nach Niedersachsen brachte es mit sich, dass Leonie Kuhlmann nun für den Landesverband Hannover-Bremen an den Start ging. Zwei Mal nahm sie mit der nur 1,60 m großen Cascora an den Europameisterschafen der Jungen Reiter teil. Bei den Titelkämpfen 2014 in Vale Sabroso (Portugal) gehörte das Paar zum Team, das Silber gewann. In der Einzelwertung belegten Leonie Kuhlmann und Cascora Platz sechs. Der Übergang in das Seniorenlager gelang mit vorderen Platzierungen auf Zwei-Sterne-Niveau ohne Probleme. Im vergangenen Jahr standen die ersten Starts in Drei-Sterne-Prüfungen mit vorderen Plätzen in Strzegom, Waregem und Luhmühlen an. Sie kamen immer  - wie auch in diesem Jahr in Strzegom – das war die Qualifikation für einen eventuellen EM-Start -  und Luhmühlen - ohne Hindernisfehler ins Geländeziel.   „Leonie hat den klassischen Weg – von Pony-Europameisterschaften über die EM der Jungen Reiter bis zu den Senioren erfolgreich genommen“, lobt Bundestrainer Hans Melzer, „sie ist letztendlich mit ihrer Stute im Sport groß geworden und das ist genau das, was wir uns wünschen“.


Leonie Kuhlmann studiert Jura in Göttingen, rund eine halbe Stunde Autofahrt von Einbeck entfernt.  Bei der Dressurarbeit erhält sie Unterstützung von der in Isernhagen lebenden Leonie Bramall.„Ich muss mit meiner Zeit ganz schön jonglieren“, sagt Leonie,  zumal zu Hause auch zwei Nachwuchspferde auf sie warten: der Hannoveraner Vermont v. Van Helsing und der Holsteiner Hidalgo, der trotz seiner Dressurabstammung H-Ekwador-Dream of Glory sein Buschtalent bereits unter Beweis gestellt hat. „Das alles ginge nicht ohne die Hilfe meiner Mutter und meines Freundes“, die einen großen Teil der Fitnessarbeit übernehmen.  

Bild:  No. 1

Leonie Kuhlmann mit Cascora (Foto: Stefan Lafrentz)

16.07.2017 21:26 Uhr
Autor: PM

Soerser Sonntag und Preis der Sparkasse Nationenpreis im Voltigieren

Voltigieren: Überragender Sport, großartige Stimmung

Was für ein Finale für die Voltigierer beim CHIO Aachen 2017! Die Albert-Vahle-Halle war bis auf den letzten Platz besetzt und die Fans sorgten derart für Stimmung, dass manch einer sich sogar die Ohren zuhalten musste.

Das erste Highlight des Tages war der Pas de Deux, der Tanz der Paare auf dem Pferderücken. Vier Duos, von denen jedes hätte gewinnen können, machten den Preis der Sparkasse unter sich aus. Der Sieg ging mit 8,757 Punkten nach Italien, an die Weltcup-Sieger Silvia Stopazzini und Lorenzo Lupacchini auf Rosenstolz an der Longe von Laura Carnabuci. Zu ihrer überragenden Kür mit feurigen Latino-Rhythmen gibt es eine besondere Geschichte. Seit etwa einem Jahr sind Stopazzini und Lupacchini ein sportliches Paar. In früheren Zeiten hatte man ihnen oft gesagt, sie turnten zu langsam auf dem Pferd. Das wollten sie ändern. Gesagt, getan. Sowohl Choreografie als auch die Wahl der Stücke war ihr ureigenstes Werk. Selbst die Longenführerin war (positiv) überrascht davon, was ihre Athleten da kreiert haben. Das Ergebnis ist eine exzellente Show, bei der nicht nur die Musik einen vom Hocker reißt, sondern auch die akrobatische Interpretation.

Die silberne Schleife sicherten sich Torben Jacobs und Theresa-Sophie Bresch auf Holiday on Ice (Longe: Alexandra Knauf) mit 8,473 Punkten. Rang drei ging ebenfalls nach Deutschland, an Timo Gerdes und Jolina Ossenberg-Engels auf Caram (Longe: Claudia Döller-Ossenberg-Engels, 8,448 Punkte). Vierte wurden die Sieger des Vorjahres, die Österreicher Theresa Thiel und Stefan Csandl mit Crossino an der Longe von Karin Böhmer und 8,252 Punkten insgesamt. Es war das erste Mal, dass an diesem Wochenende beim CHIO Aachen nicht die deutsche Nationalhymne ertönte – für Bundestrainerin Ulla Ramge kein Problem: „Im Gegenteil, für den Sport ist es gut!“ Außerdem berichtete sie: „Torben und Theresa waren auf einem Reservepferd am Start, Timo und Jolina haben ein ganz neues Pferd und steigern sich derzeit von Prüfung zu Prüfung. Wir haben also allen Grund, zufrieden zu sein!“

Nationenpreis: Deutschland nicht zu toppen im Preis der Sparkasse

Richtig spannend wurde es im Nationenpreis. Der geriet zu einem Duell zwischen den Teams Deutschland I und Deutschland II. Die erste Mannschaft wurde vertreten durch Sarah Kay und Erik Oese als Einzelvoltigierer sowie dem Team NORKA vom VV Köln Dünnwald. Deutschland II setzte sich zusammen aus den beiden Damen Kristina Boe und Janika Derks sowie dem RSV Neuss-Grimlinghausen.

Am Ende setzte Deutschland II sich gegen Deutschland I durch. Kristina Boe verriet die Taktik: „In diesem Jahr waren die Mannschaften sehr ausgeglichen. Darum haben wir schon gestern gesagt, wir werden kämpfen.“ Und das taten sie! Janika Derks turnte ihr Programm so geschmeidig und präzise durch, wie das Motto „Das Leben einer Katze“ es verlangt. Und Kristina Boe alias Rey aus Star Wars? Ja, die Macht war mit ihr, als sie ihr extra schwieriges Programm ohne Patzer und perfekt auf die Musik abgestimmt durchzog.Und dann kam der RSV Neuss-Grimlighausen mit „Alice im Wunderland“. Gestern hatte sich das junge  Neusser Team, das erst seit einem Jahr zusammenarbeitet, der Lokalkonkurrenz aus dem Rheinland, dem Team NORKA vom VV Köln-Dünnwald, noch geschlagen geben müssen. Heute turnte das Team wie entfesselt, riskierte alles und gewann alles. 9,035 lautete die Bewertung der Richter. Weltklasse. Mit 26,608 Punkten insgesamt ließ Deutschland II die Konkurrenz aus dem eigenen Land hinter sich. Deutschland I kam auf 26,121 Zähler und ließ damit die drittplatzierten Italiener noch einmal deutlich hinter sich, die es auf 25,531 Punkte brachten. Enttäuschung bei Deutschland I? „Etwas schon“, gab Justin van Gerven zu, der in der Gruppe mitgeturnt hatte. „Aber am Ende haben wir trotzdem eine super Leistung abgeliefert und es waren Kleinigkeiten, die uns trennten.“

Trösten mögen die Worte von Bundestrainerin Ramge: „Alle haben gezeigt, dass sie super Nerven haben. Auf keinem Turnier der Welt herrscht eine solche Atmosphäre wie hier beim CHIO Aachen. Wer hier gut ist, ist überall gut.“ Das erste CHIO Aachen-Wochenende 2017 ist vorbei und Turnierleiter Frank Kempermann kann mehr als zufrieden sein mit dem Ergebnis – großer Sport, ausverkauftes Haus sowohl am Samstag als auch am Sonntag, 30.000 Besucher des Tags der offenen Tür am „Soerser Sonntag“ und zwei ebenfalls ausverkaufte „Pferd und Sinfonie“-Abende. Das macht Lust auf mehr in den kommenden Tagen!

Bild: Foto Nationenpreis No. 1

Deutschland II siegt im Nationenpreis (Foto: CHIO Aachen/ Michael Strauch)

16.07.2017 10:26 Uhr
Autor: PM

Die Herausforderin: Im Gespräch mit US-Dressurstar Laura Graves

Wer, wenn nicht Laura Graves? Die US-Dressurreiterin ist eine der Wenigen, eigentlich sogar die Einzige, der zugetraut wird, dass sie am Thron von Dressur-Superstar Isabell Werth rütteln kann. Und genau das hat sich die 29-Jährige mit ihrem außergewöhnlichen „Verdades“ vorgenommen. Wir haben sie beim Training in Belgien besucht und erfahren, was sie über Isabell Werth denkt, was den CHIO Aachen zum CHIO Aachen macht und wieso sie bei ihrem ersten Aachen-Start auf einmal ganz dringend in ein Musikgeschäft musste.

Frage: Die Geschichte von Ihnen und Ihrem Pferd Verdades ist außergewöhnlich…

Laura Graves: Er war ein echter Glückstreffer. Er ist als Fohlen zu mir gekommen, war sechs Monate alt. Wir haben ihn nur aufgrund eines Videos gekauft, und nun hat er mich zu dem gemacht, was ich bin. Letztes Jahr hat er mich zu einer olympischen Bronzemedaille gebracht, zum Weltcup-Finale, wir haben eine WM zusammen bestritten und jetzt bereite ich mich auf die WM im nächsten Jahr vor.

Frage: Auch Ihre eigene Geschichte ist anders als die der meisten Top-Reiter…

Graves: Es ist leicht, wenn Du in eine Familie hineingeboren wirst, bei denen die Pferde zum leben bereits dazu gehören. Bei mir war es nicht so, und doch sind die Pferde seit meiner Geburt ein Teil von mir. Ich trage sie in meiner Seele. Niemand aus meiner Familie betreibt das Reiten als Wettkampfsport, und doch wusste ich von klein auf, dass ich Pferde um mich herum brauche.

Frage: Wie sehen Sie Ihre sportliche Kariere? Die nächste Weltmeisterschaft ist in Ihrem Heimatland.
Graves: Es ist großartig, im kommenden Jahr die WM auszutragen. Es ist eine große Ehre für uns, diesen Wettkampf in Nordamerika zu haben. Die Fans werden hinter uns stehen, die Stadien werden ausverkauft sein. Jede Chance mein Land zu repräsentieren ist einzigartig. Hier in Aachen habe ich es in die Mannschaft geschafft, nun hoffe ich, auch für das WM-Team im nächsten Jahr aufgestellt zu werden.

Frage: Sie kommen als Nummer 4 der Weltrangliste nach Aachen. Was rechnen Sie sich aus?
Der US-Equipechef Robert Dover hat gesagt: „Laura ist heiß darauf, zu gewinnen“
Graves: (lacht) Ich bin immer heiß darauf zu gewinnen, ob es dann passiert, ist eine andere Frage. Wir trainieren hart und werden in Bestform nach Aachen kommen. Was anderes kommt für Aachen ohnehin nicht in Frage. Und  natürlich sind wir heiß auf den Sieg. Ich weiß, dass es harte Prüfungen werden, aber genau das ist es, was uns besser macht.

Frage: Wen sehen Sie als Ihren größten Gegner?

Graves: Kein Zweifel: Isabell, sie ist die Nummer 1 in der Welt. Es ist etwas schade, dass die Nummer 2 und 3, auch zwei Deutsche (Kristina Bröring-Sprehe und Dorothe Schneider, d.Red.), nicht teilnehmen können. Das ist etwas enttäuschend für mich, denn auf dem besten Turnier möchte ich die besten Gegner. Mal abwarten, was es am Ende wird, auch Catherine Dufour hat sich gerade bei den dänischen Meisterschaften super präsentiert. Klar ist: Es wird ein spannender Wettbewerb für die Zuschauer.

Frage: Wie bewerten Sie die Auftritte von Isabell Werth über die letzten Jahre gesehen?

Graves: Dazu gibt es überhaupt keinen Vergleich. Sie hat nicht nur ein Pferd, mit dem sie erfolgreich ist. Mit ihrer Art zu reiten, bringt sie ein Pferd nach dem anderen in den Spitzensport. Sie hat eine unfassbare Präzision im Dressurviereck – ich versuche übrigens täglich, das im Training zu kopieren.

Frage: Was könnte eventuell den Unterschied machen zwischen Ihnen und den anderen Reiterinnen?
Graves: Verdades und ich haben eine besondere Verbindung. Wir sind zusammen, seitdem wir Kinder sind. Er wird niemals „Nein“ sagen, wenn ich ihn um etwas bitte. Das hat nicht jedes Pferd, er ist unglaublich selbstlos. Kommt’s hart auf hart, kann das am Ende den Unterschied machen.

Frage: Welche Chancen sehen Sie für das US-Team?

Graves: Wir kommen in diesem Jahr mit einer sehr starken Mannschaft. Ich bin inzwischen so etwas wie der alte Hase in unserem jungen Team. Wir haben dieses Jahr zwei neue Pferde am Start, sie sind alle sehr stark und in der Lage, über 75 Prozent zu erreichen. Aber am Ende müssen wir die Leistung auch auf den Platz bringen.

Frage: Derzeit sind Sie in Aachen, haben sich in Belgien vorbereitet. Was fehlt Ihnen hier in Europa am meisten?

Graves: Ich vermisse meine Hunde – und meinen Freund. Es ist immer hart, von der Familie getrennt zu sein, von den Kindern – oder wie in meinem Fall den Hunden und Pferden (lacht). Das großartige an Europa ist aber, dass die Pferde hier zum Leben gehören. Ich bin mit meiner Trainerin Debbie McDonald hier und sehr  darauf fokussiert, meine Leistung zu verbessern, nur darum geht‘s.

Frage: Sie kennen den CHIO Aachen bereits – wie haben Sie die Atmosphäre empfunden?
Graves: Ich bin erst einmal in Aachen geritten, das war 2014, mein erstes Grand Prix-Jahr. Es war so motivierend, dort starten die besten Reiter der Welt auf dem besten Turnier der Welt. Es ist sehr aufregend, nun wieder eingeladen zu sein.

Frage: Warum ist es so aufregend beim CHIO Aachen zu starten?
Graves: Die Geschichte des Turniers ist unglaublich, das ist mit keinem anderen Turnier der Welt vergleichbar. Alles ist Weltklasse. Das geht bei den Stallungen los und endet bei der perfekten Art, wie wir Reiter umsorgt werden. Und erst die Zuschauer! Sie haben so viel Ahnung und wissen, worum es in unserem Sport geht. Dressurreiten ist nun mal komplex. Beim Springreiten weißt Du: Fällt die Stange, war’s ein Fehler.  Wie viel Ahnung die Zuschauer haben sieht man auch daran, wie gut sie mit der „Judging-App“, die die CHIO-Organisatoren anbieten, klar kommen. Es ist schön zu sehen, wie sich unser Sport hier etabliert hat. Das ist wirklich ein tolles Gefühl!

Frage: Und bei Ihrem ersten Aachen-Start fehlte die Musik…

Graves: Oh ja! Daran erinnere ich mich noch sehr lebhaft! Ich musste mich eigentlich auf die Prüfung vorbereiten, aber hab immer nur links und rechts geschaut, so beeindruckend war das alles. Zum Beispiel ist dort auch Charlotte Dujardin geritten. Mein Trainer sagte irgendwann: Laura, jetzt konzentrier Dich endlich! Aber ich war so durch den Wind, dass ich kaum reiten konnte. Irgendwie habe ich mich dann sogar für die Kür qualifiziert, aber ich hatte nichts vorbereitet, hatte auch keine Musik. Wir sind dann noch in die Stadt gefahren, haben in einem kleinen Geschäft noch Musik ausgesucht und direkt vor Ort auf eine CD gebrannt.

Bild:  No. 1

Laura Graves und Verdades. Foto: CHIO Aachen/ Anna Kluchert

15.07.2017 20:26 Uhr
Autor: PM

Janika Derks ohne Ziel aber mit Plan

2016 turnte sie erstmals bei den Damen, 2017 ist sie Siegerin im Preis der Sparkasse beim CHIO Aachen: Voltigiererin Janika Derks.

Dabei hatte die 27-Jährige sich eigentlich gar kein Ziel gesetzt. Nach den ersten beiden Teilprüfungen im Preis der Sparkasse 2017 hatte Janika Derks noch bescheiden gesagt: „Ich nehme mir keine Platzierungen vor. Mein Ziel ist es, mit mir selbst zufrieden zu sein und ich kann mich freuen, wenn die Noten und mein Turnen übereinstimmen.“ Einen Tag später ist ein Traum in Erfüllung gegangen: ein Sieg in Aachen, dem Turnier auf das sie und ihre Kollegen sich das ganze Jahr über freuen.

„Publikum, Organisation, Atmosphäre – hier passt alles!“, so Derks. Umso schöner, wenn das Sportliche dann auch noch läuft: „Ja, mein Gefühl und die Bewertung der Richter passten, ich bin happy.“ Auf Auxerre, longiert von Elisabeth Simon, präsentierte Derks heute „Das Leben einer Katze“, so ihr Kür-Motto. Dem wurde sie in jedem Sinne gerecht – rekelte sich auf dem Pferderücken als läge sie nie woanders und sprang mit katzengleichem Geschick, um dann so sanft und punktgenau zu landen, als wäre es nichts. Die Kür war eine Augenweide (8,227 Punkte), aber nicht der Sieg.

Denn eine war mit 8,671 Punkten noch besser: Sarah Kay auf Sir Valentin an der Longe von Dina Menke. Die gebürtige Schleswig-Holsteinerin hatte sich für heute einiges vorgenommen: „Die ersten beiden Prüfungen liefen nicht optimal. Da wollte ich heute noch einmal alles geben!“ Kay ist bekannt für ihre Nervenstärke. Wo andere aufgeben, kann sie noch einmal eine Schippe drauflegen. Und so turnte sie eine super Kür, perfekt abgestimmt auf das Thema „Smaug“, der Drache aus dem Kinofilm „Der Hobbit“. Der Sieg in der Kür reichte jedoch nicht, um sich in der Gesamtwertung weiter nach vorne zu schieben, Rang fünf für Sarah Kay.

Platz zwei im Preis der Sparkasse ging an Derks‘ Dauerrivalin an diesem Wochenende: die Italienerin Anna Cavallaro Monaco Franze an der Longe von Nelson Vidoni. Die Weltcupsiegerin mimte einen Wolf, wurde dem Paar an der Spitze dann aber doch nicht wirklich gefährlich nach einem Wackler beim Landen im Anschluss nach einem Sprung. Platz fünf in der Kür, die drittbeste Pflicht und der Sieg in der Technik fügten sich zu einem Endergebnis von 8,047 Punkten zusammen.

Hinter der Italienerin reihten sich die weiteren Deutschen ein. Das waren neben der fünftplatzierten Sarah Kay Vorjahressiegerin Kristina Boe und die EM-Zweite von 2015, Corinna Knauf. Kristina Boes Kür auf Don de la Mar (Longe: Winnie Schlüter) war gespickt mit Schwierigkeiten, wie beispielsweise einer ganzen Drehung um die eigene Achse im Sprung. Ein Richter sah Boe technisch vorne, der andere auf Rang vier. Zusammen mit der künstlerischen und der Pferdenote bedeutete das Rang drei in der Kür mit 8,629 Punkten und ebenfalls Rang drei in der Gesamtwertung. Corinna Knauf und ihre Schwester und Trainerin Alexandra Knauf klatschten sich zufrieden ab nach dem letzten Abgang von der bewährten Fabiola. Gut gemacht! Aber bei der starken Konkurrenz in Aachen musste sie sich in der Kür mit 8,348 Punkten und dem sechsten Platz zufrieden geben. In der Einzelwertung wurde sie Vierte.

Bild: Foto Derks No. 1

Siegerehrung Preis der Sparkasse Foto: CHIO Aachen / Michael Strauch

Kraft, Athletik, Brüsewitz

Die Entscheidung bei den Herren im Preis der Sparkasse beim CHIO Aachen 2017 geriet zu einer rein deutschen Angelegenheit. Am Ende wiederholte Thomas Brüsewitz seinen Sieg aus dem Vorjahr – trotz eines Patzers in der Kür. Mit einem Sieg in der abschließenden Kür war ihm der Preis der Sparkasse 2017 nicht mehr zu nehmen.

8,071 Punkte hatte er nach allen drei Wertungen auf dem Konto. Seine Kür zum Sieg turnte er heute als gäbe es so etwas wie Schwerkraft überhaupt nicht. Einen wackeligen Moment gab es jedoch, als Brüsewitz nach einem gewagt hohen Sprung nicht ganz sicher auf dem Rücken seines Bigstar landete. Aber wie Bundestrainerin Ursula Ramge sagt: „Inzwischen ist Thomas mental so stark, dass er sich auf jede Situation einstellen kann.“ So turnte der 23-Jährige sein Programm fehlerfrei zu Ende.„Thomas ist ein toller Athlet“, lobte die Bundestrainerin ihren Schützling. „Bei ihm kommen Kraft und Beweglichkeit zusammen, das ist gerade bei den Männern nicht selbstverständlich.“ Außerdem seien Voltigierer, Pferd und Longenführerin Irina Lenkeit noch stärker zusammengewachsen und zu einer wirklich harmonischen Einheit geworden, sprach Ramge ein Thema an, das beim Voltigieren oft vergessen wird. Das Motto von Brüsewitz‘ Kür war übrigens recht ausgefallen. Er ist ein großer Michael Jackson-Fan und hat sich eine Musik ausgesucht, die erst nach dem Tod des King of Pop veröffentlicht wurde und eher unbekannt ist: „Blue Gangsta“.

Platz zwei in der Kür und in der Gesamtwertung ging an Erik Oese auf Calvador, longiert von Andreas Bäßler. Nach Rang fünf in der Pflicht trumpfte der hochgewachsene Oese, der im September seinen 30. Geburtstag feiert, in der Technik auf. Und seine Kür zu dem Thema „Geist“ war eine Augenweide. So elegant, geschmeidig und ausdrucksstark wie der Gymnasiallehrer aus Radebeul bewegen sich nur ganz wenige. Als er passend zu Knackgeräuschen in der Musik seinen „Geisterkopf“ zurechtrückte, rutschte so manchem Zuschauer kurzfristig das Herz in die Hose. Ist ja glücklicherweise nur Show! 8,501 Punkte erhielt Oese für seine Kür. Zusammen mit den anderen Ergebnissen kam er in Summe auf 7,999 Zähler. Das genügte, um Viktor Brüsewitz auf Don Filippo B mit Longenführerin Lisa Borgmann auf Abstand zu halten. Heute in der Kür wurde es „nur“ Rang fünf für das Kraftpaket im deutschen Aufgebot. Aber mit zwei dritten Plätzen aus Pflicht und Kür im Rücken konnte Viktor Brüsewitz – übrigens der ältere Bruder des Siegers – seine Position verteidigen. Wenn auch knapp.

Der Schweizer Lukas Heppler kam auf Cairo (Longe: Petra Cinerova) nach drei vierten Plätzen bis auf zwei hundertstel Punkte an Brüsewitz heran und wurde Vierter. Heppler kam auf 7,798 Zähler, Brüsewitz auf 7,800. Der vierte deutsche Herr der Prüfung, Jannik Heiland, Trainingspartner der Brüsewitz-Brüder, musste sich auf Highlander (Longe: Winnie Schlüter) mit Rang fünf zufrieden geben. Was bitter ist, denn ein Sturz am Ende eines eigentlich tollen gestrigen Technikprogramms war vor allem dies: Pech. Nach der Pflicht war Heiland noch Zweiter gewesen. Doch nach dem Sturz fiel er auch in der Gesamtwertung nach hinten und konnte heute den Rückstand trotz der drittbesten Kür nicht mehr aufholen.

Alles in allem hatten nicht nur Sportler, sondern auch Trainer allen Grund, mit dem bisherigen Wettkampf äußerst zufrieden zu sein: „Unsere Leute haben die Messlatte über alle Prüfungen sehr hoch gelegt“, fasste Ursula Ramge ihre Eindrücke aus Bundestrainersicht zusammen. Morgen geht es  noch einmal um den Nationenpreis. Fest steht bereits jetzt, dass das Team NORKA vom VV Köln-Dünnwald Team Deutschland I werden wird und Neuss-Grimlinghausen ist Deutschland II. Welche Einzelvoltigierer in welchem Team starten, wird morgen bekannt gegeben.

Bild: Foto Brüsewitz No. 1

Preis der Sparkasse Einzelwertung Herren Foto: CHIO Aachen / Michael Strauch

15.07.2017 08:26 Uhr
Autor: FN-press

Starker Auftakt für die deutschen Voltigierer

Die deutschen Voltigierer haben beim Auftakt des CHIO in Aachen auf ganzer Linie überzeugt. Die Pferdeakrobaten von Bundestrainerin Ulla Ramge und Disziplintrainer Kai Vorberg liegen nach den ersten Prüfungen in der Albert-Vahle-Halle in allen drei Wettbewerben in Führung.

Bei den Damen überzeugten die deutschen Athletinnen vor allem mit ihren Pflichten. Die Neusserin Janika Derks siegte nach einer überragenden Leistung mit ihrem Pferd Auxerre und Elisabeth Simon an der Longe mit 8,598 Punkten, dicht gefolgt von Corinna Knauf, die auf dem Rücken von Fabiola – longiert von Corinna Knauf – eine ihrer stärksten Pflichten ihrer Karriere zeigte und die Prüfung mit 8,455 Punkten beendete. Nach dem Technikprogramm am Nachmittag konnte Derks mit der drittbesten Leistung ihren ersten Platz im Gesamtklassement verteidigen. Vor der morgigen Kür rangiert sie nun mit 8,014 Zählern in Führung. Cavallaro holte mit dem Sieg im Technikprogramm auf und folgt mit 7,851 Punkten. Platz drei im Gesamtranking verteidigte Knauf (7,834), gefolgt von Vorjahres-Siegerin Kristina Boe. Die Unfallchirurgin aus Hamburg verbucht mit ihrem Pferd Don de la Mar und Longenführerin Winnie Schlüter 7,736 Punkte. Sarah Kay aus Münster mit Sir Valentin und Dina Menke komplettiert auf Platz fünf (7,497) das extrem starke deutsche Ergebnis.

Auch bei den Teams führt beim diesjährigen CHIO bislang kein Weg an den deutschen Topteams vorbei. Mit einer sensationell sauberen und homogenen Pflicht setzte sich die Mannschaft des RSV Neuss-Grimlinghausen mit 7,929 Punkten an die Spitze. Dabei verwies die extrem junge Mannschaft auf dem Rücken von Delia FRH – vorgestellt von Elisabeth Simon – die Konkurrenz aus dem Rheinland vom Voltigierverein Köln-Dünnwald mit fast zwei Zehntel Punkten Abstand auf Platz zwei. Das Team NORKA, das die deutschen Farben Anfang August bei den Europameisterschaften im österreichischen Ebreichsdorf vertreten wird, kassierte 7,756 Punkte. Allerdings war die Mannschaft von Longenführer Patric Looser mit ihrem Ersatz-Vierbeiner Picardo am Start und nicht mit Spitzenperd Danny Boy, der in Hinsicht auf die kontinentalen Titelkämpfe geschont wird. Auf Rang drei rangieren die Italiener vom Team C.I.M. Italy mit riesigem Abstand (7,084).

Auch bei den Herren liegen die deutschen Vertreter auf hervorragenden Positionen. Das beste Resultat in Kombination aus Pflicht und Technikprogramm zeigte Thomas Brüsewitz. Der Vorjahres-CHIO-Sieger startete mit dem Pflichtsieg in den Turniertag und zeigte das zweitbeste Technikprogramm. Damit rangiert der in Köln lebende Sportstudent mit seinem Pferd Bigstar und Longenführerin Irina Lenkeit vor der morgigen abschließenden Kür mit 7,837 Punkten auf Platz eins. Dahinter folgt der Sachse Erik Oese. Der zweimalige CHIO-Sieger startete mit Platz fünf in der Pflicht und legte das beste Technikprogramm am Abend nach. Das Ergebnis für Oese, sein Pferd Calvador und Longenführer Andreas Bäßler: 7,748. Auf Rang drei folgt Viktor Brüsewitz. Der Sieger des CVI Krumke vor zwei Wochen steht mit seinem Pferd Don Filippo und Longenführerin Lisa Borgmann bei 7,618 Punkten. Trainingskollege Jannik Heiland folgt mit 7,375 Punkten auf Rang fünf. Der für den Landesverband Hamburg startende 24-Jährige zeigte auf Highlander zwar die zweitbeste Pflicht, fiel aber mit einem Sturz im Technikprogramm deutlich zurück. Auf Rang vier rangiert der Schweizer Lukas Heppler (7,507). Für die deutschen Herren verspricht das Turnier in Aachen besondere Spannung. Da der derzeit noch verletzungsbedingt geschonte Jannis Drewell für die EM in Ebreichsdorf bereits gesetzt ist, kann der DOKR-Disziplinausschuss Voltigieren nur noch zwei Fahrkarten für das Championat vergeben.

Das Turnier in Aachen geht am Samstag ab 9.30 Uhr mit den ersten Pas-de-Deux-Küren in die nächste Runde. Um 10.30 Uhr folgen die Küren der Teams, ab 14 Uhr die Küren der Damen. Die Herren beenden dann um 16 Uhr das CHIO-Tagesprogramm mit ihren Küren. Am Sonntag folgt das Pas-de-Deux-Finale sowie der Nationenpreis, für den sich die besten Vertreter jedes Landes qualifizieren und der ab 15.45 Uhr live im WDR übertragen wird und von der Neusser Erfolgstrainerin Jessica Lichtenberg als Co-Moderatorin begleitet wird.

Bild: foto volti No. 1

Foto: CHIO Aachen/ Andreas Steindl

11.07.2017 21:30 Uhr
Autor: PM

Top-Sport, Blogger und Klompen für Isabell Werth

„Eigentlich schreibe ich Tagebuch, nur eben öffentlich und mit Bildern“, beschreibt Bloggerin Harriet Charlotte Jensen ihre Tätigkeit. Die Hamburgerin ist ein Online-Star, mit ihrer Webseite und ihren Social Media Kanälen erreicht sie Hunderttausende. Auch vom CHIO Aachen 2017, der am Freitag beginnt, wird sie berichten. Grund genug für die Organisatoren, sie auch zur Pressekonferenz kurz vor Turnierbeginn einzuladen. Auf dem Podium erhielt sie prominente Unterstützung, so waren auch  die erfolgreichste Dressurreiterin aller Zeiten, Isabell Werth und der amtierende Welt- und Europameister Jeroen Dubbeldam aus den Niederlanden nach Aachen gekommen. Letzterer hatte ein Geschenk – original niederländische Klompen für Isabell –, aber auch eine schlechte Nachricht im Gepäck. Sein Top-Pferd ist derzeit nicht fit genug, so dass er nicht in der niederländischen Mannschaft für den CHIO sein wird. Auf den CHIO freut er sich dennoch: „Das beste und schönste Turnier der Welt.“ Und schließlich seien die Niederlande ja 2017 auch Partnerland des CHIO. So wurden die Gäste der Pressekonferenz nicht nur vom CHIO-Maskottchen Karli begrüßt, sondern auch von der niederländischen Werbe-Ikone Frau Antje.

Jeroen Dubbeldam über den CHIO Aachen

CHIO Aachen-Turnierleiter Frank Kemperman informierte darüber, dass Deutschland ein junges Team ins Rennen um die Titelverteidigung schicken wird: Neben den beiden Routiniers Marcus Ehning und Marco Kutscher gehören Philipp Weishaupt, Sieger im Rolex Grand Prix 2016, sowie Maurice Tebbel und Laura Klaphake zur Mannschaft. Insgesamt freue man sich auf 334 Aktive aus 27 Nationen, 105 Stunden Sport können die Zuschauer erleben.

Voller Vorfreude ist Isabell Werth. Sie ist derzeit mit gleich drei Pferden in den Top 10 der Weltrangliste. Beim CHIO Aachen freut sie sich auf „knackige Duelle“, insbesondere mit der US-Amerikanerin Laura Graves, aber auch die Dänin Cathrine Dufour „hätte ja ein großes Vergnügen daran, mir in die Suppe zu spucken“, schmunzelte Isabell Werth. Sie sagt aber auch selbstbewusst, dass sie „bei aller Bescheidenheit“ kein Problem mit der Bezeichnung „Top-Favoritin“ im Deutsche Bank Preis, Großer Dressurpreis von Aachen habe. Den CHIO Aachen, so Werth, zeichne eine stetige Entwicklung aus, es gebe keinen Stillstand.

Isabell zur sportlichen Situation

Isabell Werth über den CHIO Aachen

Diese Entwicklung, so Michael Mronz, Geschäftsführer der Aachener Reitturnier GmbH, sorge dafür, dass die lange Tradition des CHIO Aachen nicht verstaube. So werde man neue Wege in der Kommunikation gehen und die Reiter auch beim Training und der Vorbereitung auf eine Prüfung begleiten. „Idealerweise gelingt es uns, den Reiter live ans Fernsehen abzugeben“, so Mronz. Und man wolle darstellen, was hinter den Kulissen geschehe. Ganz besonders freut Mronz sich auf die CHIO Aachen Blogger Lounge, aus der neben Harriet Charlotte Jensen noch elf weitere Bloggerinnen vom CHIO Aachen 2017 berichten werden. Harriet Jensen hat sich für das Turnier ein straffes Programm vorgenommen und plant, gleich mehrere Kanäle mit verschiedensten Inhalten zu bedienen.



Harriet Charlotte Jensen über ihre CHIO Aachen-Planung

Aachens Oberbürgermeister Marcel Philipp erinnerte schmunzelnd an die Tour de France, die vor wenigen Tagen durch Aachen rauschte: „Zwei Räder können wir auch, aber vier Beine können wir besser“. Die Bedeutung für die Stadt Aachen sei riesig, der CHIO habe eine massive Ausstrahlung. Die gute Zusammenarbeit zwischen der Stadt und dem CHIO freut auch den Präsidenten des Aachen-Laurensberger Rennvereins, Carl Meulenbergh. „Wir sind heute hier am Aachener Markt, man sieht das Rathaus, den Dom und irgendwie gehört der CHIO ja auch dazu“, so Meulenbergh, der auch für den CHIO Aachen 2017 (14. bis 23. Juli) verspricht: Wir bringen Top-Sport und perfekte Show zusammen.

09.07.2017 12:36 Uhr
Autor: PM

CHIO Aachen: US-Springreiter mit breiter Brust, Deutschland im Umbruch

Es sind die ganz großen Namen des Springsports, die beim CHIO Aachen vom 14. bis zum 23. Juli an den Start gehen. Aus den Top 20 sind 17 Reiter dabei.

„Bärenstark“, kommentiert Turnierleiter Frank Kemperman kurz und knapp das Teilnehmerfeld. Er freut sich insbesondere auf das US-amerikanische Team. Angeführt vom Weltranglistenersten Kent Farrington gehen sie in Top-Besetzung in den Aachener Parcours. Zudem werden Farrington, Lauren Hough, McLain Ward (Nr. 3 Weltrangliste), Beezie Madden und Laura Kraut auch ihre Top-Pferde satteln. In dieser Besetzung sind sie ein Favorit im Mercedes-Benz Nationenpreis am Donnerstagabend (20. Juli).

Für Team Deutschland wird die Titelverteidigung im Mercedes-Benz Nationenpreis ein schwieriges Unterfangen. Die besten Reiter der Welt wollen ihnen diesen begehrten Titel entreißen. Neben den Arrivierten Daniel Deußer (Nr. 2 Weltrangliste), Christian Ahlmann (Nr. 6), Marcus Ehning, Ludger Beerbaum und Marco Kutscher dürfte der Umbruch im deutschen Springsport im Mittelpunkt stehen. Für Nachwuchsstars wie Laura Klaphake und Maurice Tebbel ist der CHIO Aachen 2017 eine große Chance. Die Spannung ist groß, welches Team die Bundestrainer Otto Becker und Heinrich-Hermann Engemann nominieren werden. Übrigens: 2017 wird gleich dreimal Beerbaum in der Soers einreiten, neben Ludger kommen auch Meredith Michaels-Beerbaum und Markus Beerbaum.

Aus den Top 10 der Weltrangliste kommen auch Eric Lamaze (CAN), Steve Guerdat (CH), Kevin Staut (FRA) und Scott Brash (GB) nach Aachen. Brash gelang bisher als einzigem Reiter der Welt ein Sieg im „Rolex Grand Slam of Show Jumping“. Diesen legendären Erfolg könnte als Nächster Pedro Veniss schaffen. Der Brasilianer gewann das letzte Major-Turnier in Genf und befindet sich rechtzeitig in Top-Form. So gewann er gerade eine 5*-Prüfung im kanadischen Spruce Meadows, wo er sich gezielt auf den CHIO Aachen vorbereitet. Denn Spruce Meadows verfügt wie Aachen über einen großen Rasenplatz.

Die Hoffnungen des aktuellen CHIO Aachen-Partnerlands Niederlande ruhen auf dem amtierenden Welt- und Europameister Jeroen Dubbeldam. Er weiß übrigens, wie sich siegen anfühlt: Bereits 2001 gewann er den Rolex Grand Prix beim CHIO Aachen, den wohl begehrtesten Großen Preis der Welt. Eine starke Equipe schickt auch Belgiens Nationalcoach Peter Weinberg. Mit Pieter Devos ist ein Reiter dabei, der auch bereits einen Major-Sieg verbuchen konnte (2013 beim Spruce Meadows 'Masters'). Darüberhinaus werden die Philippaerts-Brüder und Gregory Whatelet für Aachen satteln.

Alle Superstars sind bereits am Mittwoch, 19. Juli, beim Turkish Airlines-Preis von Europa zu erleben. Karten dafür und für alle anderen Tage gibt es online unter www.chioaachen.de/tickets und an der Hotline: (0241) 917-1111.

Bild: Foto Ehning No. 1

Marcus Ehning mit Pret A Tout beim Mercedes-Benz Nationenpreis beim CHIO Aachen 2016. Foto: CHIO Aachen/ Arnd Bronkhorst.

04.07.2017 12:36 Uhr
Autor: PM

Beim CHIO Aachen tritt Laura Klaphake aus dem Schatten von Beerbaum und Co.

Wie keine Zweite verkörpert Laura Klaphake derzeit die Zukunft des deutschen Springreitens. Hocherfolgreich ist die 23-Jährige unterwegs, jüngst wurde sie in Balve Deutsche Meisterin, und trotz ihrer Jugend hat sie bereits eine lange Aachen-Geschichte. Zugegeben: Ihre CHIO-Historie reicht erst zwei Jahre zurück, doch sie kann bereits auf viele Starts beim „Aachen Jumping Youngsters – Salut Festival“ zurückblicken. So kennt sie die Soers aus dem Effeff, vor dem CHIO Aachen 2017 (14. bis 23. Juli) sprachen wir mit ihr über die Vorfreude, das Reiten in der Aachener Arena, und warum der Pferdesport nicht alles ist in ihrem Leben.

Frage: Ihre Entwicklung war rasant, auch die Medienaufmerksamkeit hat rasant zugenommen. Ist das manchmal auch schwierig?
Laura Klaphake: Stören tut es auf keinen Fall, eher im Gegenteil. Ich freue mich sehr über das Interesse, das macht schon Spaß und bedeutet ja auch Anerkennung. Wichtig ist natürlich, dass immer der Sport im Vordergrund bleibt.

Frage: Jetzt geht es zum CHIO Aachen. Was überwiegt, Nervosität oder Vorfreude?

Klaphake: Ich freue mich sehr auf Aachen, das ist wirklich der Traum eines jeden Reiters. Klar bin ich auch nervös und setze mich selbst ein bisschen unter Druck, aber die Vorfreude überwiegt bei mir doch deutlich.

Frage: Sie kennen den Turnierplatz schon aus den Vorjahren, haben hier auch bereits fehlerfreie Runden gedreht. Wie fühlt es sich an, in dieser Arena zu reiten?
Klaphake:  Das ist einfach etwas ganz Besonderes, den ersten Applaus gibt es ja schon beim einreiten. Letztes Jahr hatte ich das Glück, in fast allen Runden fehlerfrei und platziert zu sein. Wenn es gut klappt, dann feuert einen das Publikum auch noch mehr an. Da bekommt man wirklich Gänsehaut, ein unglaubliches Gefühl.

Frage: Mit welchen Ambitionen reisen Sie in diesem Jahr in die Soers?
Klaphake: Meine Pferde sind super in Form, ich würde mich natürlich darüber freuen, ein paar Mal auf den vorderen Plätzen zu landen. Konkrete Ziele habe ich nicht, es wäre einfach schön, die Form der letzten Zeit zu halten.

Frage: Wenn Sie am Richterturm die lange Liste der Sieger im Rolex Grand Prix sehen – Überlegt man da auch schon mal insgeheim, wann der eigene Name dort auftauchen könnte?

Klaphake: Das ist natürlich ein Traum, für den ich kämpfe. Ob es klappt, weiß ich natürlich nicht, aber versuchen werde ich es.

Frage: Ist ein Sieg bei einem der Majors – Aachen, Spruce Meadows, Genf, `s-Hertogenbosch – im Rolex Grand Slam of Show Jumping ein Traum?
Klaphake: Auf jeden Fall!  Schon alleine live miterlebt zu haben, wie Scott Brash den Rolex Grand Prix in Aachen und später den Rolex Grand Slam gewonnen hat, war Gänsehaut pur. Ich glaube, das ist für jeden Reiter das Größte und Beste, was man erleben und erreichen kann.

Frage: Im Moment scheint alles möglich, die deutschen Springreiter sind in einer Phase des Umbruchs. Sind Sie genau zum richtigen Zeitpunkt in Topform?
Klaphake: Da habe ich noch gar nicht so viel drüber nachgedacht, ich lege den Fokus auf meinen Trainings- und Turnierplan, den ich mit meinen Eltern und meinen Trainern abstimme. Ich schaue auf mich und meine Pläne und nicht auf Andere. Alles Weitere ergibt sich dann. Aber natürlich wäre es das Sahnehäubchen, bei den deutschen Springreitern vorne mit dabei zu sein.

Frage: Haben Sie denn in Aachen auch Zeit, ein bisschen im CHIO-Village zu shoppen und bei den anderen Disziplinen zuzuschauen?
Klaphake: Ja, was ich besonders spannend finde, ist die Vielseitigkeit. Dressur schaue ich auch schon mal, aber eher Vielseitigkeit und Springen. Shoppen im CHIO-Village mache ich auch total gerne, am liebsten allerdings zu Beginn, bevor es am Wochenende dann immer so richtig voll wird.

Frage: Sie waren Mitglied der Young Riders Academy, wie wichtig war diese Initiative für Ihre Karriere?
Klaphake: Das ist wirklich ein tolles Programm, das das Training mit Lehrgängen verbindet. So habe meinen Startplatz für den CHIO Aachen über die Young Riders Academy bekommen. Ich kann jetzt auch mit Franke Sloothaak trainieren und war auch schon bei Jos Lansink. Aus dem Programm kann man wirklich einen starken positiven Nutzen ziehen – und zwar nachhaltig. Denn auch wenn das Programm eigentlich nur für ein Jahr – bei mir aufgrund eines Auslandssemesters in Argentinien zwei  Jahre – läuft, helfen sie auch danach immer noch gerne weiter. In Balve waren wir zum Beispiel auch noch zusammen essen, das ist fast wie eine kleine Familie. Besonders ist auch, dass es neben der sportlichen Unterstützung auch Angebote gibt, die darüber hinausgehen. Es gibt Lehrgänge zum richtigen Management rund um einen Stall oder „Balance-Seminare“, in denen viel anhand von Videos analysiert und verbessert wird.

Frage: Sie sind mit Pferden aufgewachsen, gab es jemals eine andere Karriere-Idee?
Klaphake: Ein „Nein“ zum Reitsport gab es nie, damit bin ich aufgewachsen. Durch die Unterstützung meiner Eltern, besonders meiner Mutter, die immer meine Pferde mitgeritten hat, war es mir möglich, lange noch parallel erfolgreich Handball in der Landesliga zu spielen. Als das irgendwann zeitlich nicht mehr möglich war, und ich mich für das Reiten entschieden habe, war ich schon etwas traurig, den Mannschaftssport aufgeben zu müssen. Aber der Reitsport hatte dann Priorität, gerade natürlich auch, weil es so super lief.

Frage: Also ist nun Ihr Traumberuf Springreiter?

Klaphake: Eher nicht. Ich habe einen Bachelor in internationalem Management/ Marketing  und mache gerade meinen Master im Immobilienmanagement. Das gefällt mir sehr gut. Mein Traum wäre es, dass ich halbtags einen „normalen“ Job mache und das dann mit dem Reiten kombinieren kann. Inwieweit das letztlich mit dem Turnierreiten vereinbar ist, weiß ich noch nicht. Aber ich denke nicht, dass ich den Rest meines Lebens nur reiten möchte. Pferde sind meine Leidenschaft, aber mein Studium macht mir eben auch viel Spaß. Im Moment ist es noch leicht, beides zu kombinieren, in der Zukunft wird man es sehen. Ich möchte auch nicht, dass die Leidenschaft verloren geht, weil ich irgendwann zehn Pferde habe, die ich hauptberuflich reite. Im Moment sind es neben dem Studium fünf Pferde. Das ist perfekt für mich.

Frage: Haben Sie Vorbilder?
Klaphake: Auf jeden Fall! Marco Kutscher und Marcus Ehning. Natürlich gibt es aber auch noch andere tolle Sportler, aber die beiden sind unglaubliche Reiter mit tollem Management, die schon mit unterschiedlichen Pferden viel erreicht haben. Mit ihnen zusammen in Rotterdam den Nationenpreis reiten zu dürfen, war schon etwas ganz Besonderes.

Frage: Was war es für ein Gefühl, in Rotterdam erstmals mit dem Adler auf der Brust zu reiten?

Klaphake: Es war ein tolles Gefühl, ich habe mich riesig gefreut! Das ist noch mal was anderes, als nur für sich alleine zu reiten.

Bild:  No. 1

Laura Klaphake beim CHIO Aachen im Vorjahr (Foto: CHIO Aachen/Stefan Lafrentz)

25.06.2017 12:36 Uhr
Autor: PM

CHIO Aachen: Laura Graves fordert Isabell Werth heraus

Showdown in der Aachener Soers: Beim Weltfest des Pferdesports, CHIO Aachen (14. bis 23. Juli), treffen die derzeit wohl spannendsten Dressurreiterinnen aufeinander.

Auf der einen Seite die unumstrittene Königin, die Gigantin im Viereck: Isabell Werth. Gleich drei Mal ist sie derzeit in der Weltrangliste in den Top Ten positioniert. Sie hat alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt im internationalen Dressursport: 6 olympische Goldmedaillen, 7 WM-Titel, 13malige Europameisterin und 14 Mal Deutsche Meisterin, dazu sage und schreibe 10 Triumphe im Deutsche Bank Preis, Großer Dressurpreis von Aachen. Die 47jährige Deutsche ist die erfolgreichste Reiterin aller Zeiten. Sie ist der Muhammad Ali des Pferdesports. Mindestens.

Und jetzt hat Dressur-Ali eine Herausforderin. Die junge US-Amerikanerin Laura Graves und ihr „Verdades“ haben zuletzt bärenstarke Auftritte hingelegt. Am Samstag siegten sie beim niederländischen CHIO in Rotterdam im Grand Prix und in der Kür. Zudem führte Graves das US-amerikanische Dressurteam zum Sieg im Nationenpreis. Beim Weltcupfinale im April in Omaha wurde sie Zweite – geschlagen nur von Werth. Schon damals mochte Graves sich über den zweiten Platz nicht recht freuen. Die US-Amazone, die am Tag vor dem Deutsche Bank Preis beim CHIO Aachen 2017 ihren 30. Geburtstag feiert, ist ehrgeizig. Dass Isabell Werth und ihr Top-Pferd „Weihegold“ sie auf heimischem Terrain distanzieren konnten, nagt an ihr.

Nun also die Neuauflage in Aachen: Werth gegen Graves. Weihegold gegen Verdades. Mehr geht derzeit nicht im Dressursport. Graves sei „sharp to win“ sagt US-Equipechef Robert Dover, also komplett auf Sieg fokussiert. Den Showdown gibt es dann in Aachen.  „Dieses Duell zweier außergewöhnlicher Reiterinnen und Pferde wird ein Höhepunkt des CHIO Aachen 2017“, so Turnierleiter Frank Kemperman.

Die Dressurwettbewerbe starten am Mittwoch, 19. Juli. Karten gibt es online (www.chioaachen.de) und an der Hotline: 0241-917-1111. Für den Deutsche Bank Preis gibt es noch Restkarten, aber beide Reiterinnen werden bereits am Donnerstag im Preis der Familie Tesch (erste Wertungsprüfung für den Lambertz Nationenpreis) sowie am Samstag im MEGGLE-Preis (zweite Wertungsprüfung für den Lambertz Nationenpreis) aufeinandertreffen. Für diese Prüfungen gibt es derzeit noch Karten, allerdings nicht mehr für alle Kategorien.

Bild: Foto Werh No. 1

Laura Graves (links) und Isabell Werth bei der Siegerehrung nach dem Weltcupfinale 2017 (Foto: CHIO Aachen/Bronkhorst)