Weltrekord für Ingrid Klimke in Wiesbaden

Spitzendressur, Pech im Springen - Titelverteidigerin Ingrid Klimke in Wiesbaden (Foto: equistock.de)

16,4 Strafpunkte – das entspricht 83,61 Prozent – eine so geniale Wertung hatte die zweimalige Mannschafts-Olympiasiegerin Ingrid Klimke noch nie in der Teildisziplin Dressur. Nach aktuellem Bewertungsmodus ist das der Weltrekord!

Wiesbadens Vier-Sterne-Vielseitigkeitsprüfung, der Preis der Familie Prof. Heicke, ist zugleich die zweite Etappe der Event Rider Masters (ERM) – mit einem Spitzenstarterfeld.

„Ich bin stolz wie ein Spanier“, strahlte Ingrid Klimke nach ihrem Dressurerlebnis. „Ich bin so gerührt. Ich habe Bobby jetzt seit zehn Jahren und er ist eigentlich kein Dressurtalent. Aber als Perfektionistin habe ich ihm alles beigebracht, damit wir hier und da noch ein Pünktchen rausholen. Er hat alles gelernt und er gibt alles im Dressurviereck.“ Sie habe noch nie so ein Dressurgefühl gehabt wie heute im Wiesbadener Dressurviereck. „Bobby war so konzentriert, so bei mir. Er wollte unbedingt zeigen, dass er jetzt alles kann.“ Eine Kleinigkeit sei ihnen in ihrer Prüfung unterlaufen. „Ich wollte Bobby vor dem ersten Galoppwechsel noch einmal aufnehmen und er ist sofort umgesprungen“, erklärt Klimke und ergänzte grinsend. „Ich habe dann so getan, als ob der Wechsel schon gewollt war, aber ich denke, die Richter haben gesehen, dass er mir den etwas geklaut hat.“ Trotz allem war der Wechsel gut durchgesprungen und sonst floss die Prüfung in einem perfekten Guss. Personal Best für die Wiesbaden-Sieger des vergangenen Jahres.

Ingrid Klimke mit SAP Hale Bob Old, Julia Krajewski mit Samourai du Thot, Michael Jung mit Star Connection – so hieß das Top-Trio nach der Teildisziplin Dressur, Bundestrainer Hans Melzer strahlte.
Das Springen, als zweite Teildisziplin am Nachmittag auf dem Programm, wirbelte allerdings noch einmal einiges durcheinander. Direkt an Sprung eins fiel die erste Stange bei dem Weltrekord-Paar Klimke und Bobby, zwei weitere folgten. „Das war ganz ungewöhnlich für Bobby“, erklärte Melzer. „Er hatte eine längere Pause nach einer Impfreaktion, ist deswegen ja auch nicht in Badminton am Start gewesen, aber ist wieder top in Form wie wir gesehen haben.“ Vielleicht habe ihm ein Springtraining vor Wiesbaden gefehlt.

Die Führung übernahm nach den ersten beiden Disziplinen dann Julia Krajewski mit ihrem Spitzenpartner Samourai du Thot. Im Gelände morgen wird das Paar aber leider nicht an den Start gehen können. „Eigentlich wollte ich mit meiner französischen Stute Amande de B'Neville in Wiesbaden an den Start gehen, aber sie war nicht ganz fit“, erklärt die Championatsreiterin. „Ich wollte aber unbedingt in Wiesbaden an den Start gehen. Die Kulisse, der große Springplatz, das ist so schön und ein perfektes Warm Up für die Deutsche Meisterschaft nächste Woche.“ Bei der DM am kommenden Wochenende wird Krajewski versuchen, ihren Titel zu verteidigen. Aber um 'Sam' nicht zu überfordern, muss sie deshalb auf das Gelände in Wiesbaden verzichten. „Jetzt, wo ich nach Dressur und Springen in Führung liege, kribbelt es natürlich ganz schön. Ich würde super gerne morgen mitreiten, aber das wäre Sam gegenüber nicht fair.“

So startet morgen der viermalige Wiesbaden-Sieger Michael Jung als Punktbester ins Gelände. Für ihn und seinen Partner Star Connection ist Wiesbaden ein Turniercomeback nach gut eineinhalb Jahren verletzungsbedingter Turnierpause. „Ein gewaltiges Comeback“, war Melzer beeindruckt. „Super.“ Der elfjährige Chacco-Blue-Sohn hat schon in jungen Jahren bewiesen, dass er ein besonders Guter ist. Mit sechs Jahren war er bereits Weltmeister der jungen Vielseitigkeitspferde.
In der zweiten Vielseitigkeitsprüfung, dem Veronika DyckerhoffGedächtnis-Preis, liegt nach Dressur und Springen Dirk Schrade in Führung. Der Mannschafts-Olympiasieger von 2012 sitzt in Wiesbaden im Sattel des zehnjährigen Catoki-Sohns Catelan. Diese Prüfung ist zugleich Wertungsprüfung des U25-Förderpreises Vielseitigkeit.

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