Tokio: 50 Nationen in Dressur, Springen und Vielseitigkeit am Start

Dorothee Schneider und Jessica von Bredow-Werndl. (Foto: FEI/Leanjo de Koster)

Es ist keine Woche mehr hin, bis am Samstag, 23. Juli – mit einjähriger Verspätung – die Olympischen Spiele in Tokio eröffnet werden. Bis zur Abschlussfeier am 8. August werden an 42 Austragungsorten 339 Wettkämpfe in 33 Sportarten ausgetragen. In den Pferdesportdisziplinen Dressur, Vielseitigkeit und Springen kämpfen Reiter*innen aus 50 Nationen in der Einzelwertung und bis zu 20 Nationen um der Teamwertung um die begehrten Medaillen.

Wenn am 22. Juli die Entscheidung darüber fällt, ob die deutsche Dressur-Queen Isabell Werth die Ehre haben wird, die deutsche Fahne zusammen mit einem männlichen Kollegen bei der Eröffnung ins Stadion zu tragen, ist die sechsfache Olympiasiegerin bereits seit einigen Tagen vor Ort und konnte bereits erste Eindrücke sammeln. Denn erstmals macht die Dressur den Auftakt der olympischen Reiterspiele, gefolgt von Vielseitigkeit und Springen.
 

Die Medaillenentscheidungen fallen am:

27. Juli: Mannschaftsdressur (Grand Prix Spezial)

28. Juli: Dressur Einzel (Grand Prix Kür)

2. August: Vielseitigkeit Mannschaft und Einzel (nach Dressur, Geländeritt und Springen)

4. August: Springen Einzel

7. August: Springen Mannschaft

Austragungsort der Olympischen Spiele 2021 ist der komplett renovierte Baji Koen Equestrian Park in Setagaya. Hier finden die Dressur und Springen statt ebenso wie die entsprechenden Teilprüfungen der Vielseitigkeit. Die von Parcourschef Derek di Grazia (USA) gestaltete Geländestrecke befindet sich auf einer ehemaligen Deponie am Ufer des Sea Forest mit einem atemberaubenden Blick auf die Bucht und die Stadt Tokio. In Sea Forest finden auch das olympische Rudern und Kanufahren statt, nach den Spielen soll daraus ein öffentlicher Park werden.
 

Erstmals 50 Nationen am Start
Das Konzept des Weltpferdesportverbandes FEI ist aufgegangen. In Tokio sind 50 Nationen, so viele wie noch nie, an den Reiterspielen beteiligt. Der Preis dafür ist die Reduzierung der Mannschaftsreiter*innen von vier auf drei und der Verzicht auf ein Streichergebnis. Die Teilnehmer*innen an den Olympischen Spielen kommen aus: Argentinien, Australien, Belgien, Brasilien, Deutschland, Chile, China, Kolumbien, Tschechien, Dänemark, Dominikanische Republik, Ecuador, Ägypten, Estland, Finnland, Frankreich, Großbritannien, Hongkong, Indien, Irland, Israel, Italien, Japan, Jordanien, Kanada, Korea, Lettland, Luxemburg, Mauritius, Mexiko, Neuseeland, Niederlande, Norwegen, Österreich, Polen, Portugal, Puerto Rico, Singapur, Spanien, Sri Lanka, Schweden, Schweiz, Südafrika, Syrien, Thailand, Taipei, Ukraine, USA, Weißrussland sowie Russland (ROC).

Insgesamt ist maximal die folgende Anzahl an Teams und Reiter*innen in den drei Disziplinen zugelassen:

Springen: 35 Nationen (Rio: 27), 20 Mannschaften (Rio: 15) , 75 Paare

Vielseitigkeit: 29 Nationen (Rio: 24) , 15 Mannschaften (Rio: 13), 65 Paare

Dressur: 30 Nationen (Rio: 25) , 15 Mannschaften (Rio: 11), 60 Paare
 

Dressur: Mission Titelverteidigung
Bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio hat Deutschland zum 13. Mal Team-Gold in der Dressur gewonnen, außerdem hießen die Olympiasieger in der Vielseitigkeits-Einzelwertung zum zweiten Mal in Folge Michael Jung (Horb) und Sam. In der Mannschaftswertung siegte Frankreich vor Deutschland und sicherte sich auch im Springen den Titel. Die deutsche Springmannschaft gewann Bronze. Olympiasieger im Springen wurde der Brite Nick Skelton mit Big Star, in der Dressur holte die Britin Charlotte Dujardin mit Valegro Gold.

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