Nachgefragt bei der Pferdeklinik Bargteheide: Strahlfäule und Mauke richtig behandeln

Mauke (Foto: Pferdeklinik Bargteheide)

Strahlfäule (Foto: Pferdeklinik Bargteheide)

Aufgeweichte Böden, Matsch und Pfützen sind in den Wintermonaten ein häufiges Bild auf Paddocks oder Koppeln und schüren bei vielen Pferdebesitzern die Angst vor Mauke oder Strahlfäule. Aber werden diese Krankheiten wirklich durch Matsch ausgelöst? Wir haben bei der Pferdeklinik Bargteheide nachgefragt.
 

PFERD+SPORT: Gerade wenn das Wetter schlechter wird und die Böden nass und matschig sind, fürchten Pferdebesitzer die typischen „Matschkrankheiten“. Aber was sind das eigentlich genau für Erkrankungen?
Unter Mauke versteht man eine Dermatitis, also Entzündung der Haut, in der Regel beginnend in der Fesselbeuge. Es ist eine Erkrankung, die durch mehrere Faktoren ausgelöst wird und vor allem bei Rassen mit stärkerem Behang wie Kaltblütern oder Friesen auftritt.
Strahlfäule ist eine bakterielle Infektion des Strahlhorns, bei der das Horn zersetzt wird. Meist beginnt die Erkrankung in der mittleren Strahlgrube und weitet sich über die seitlichen Strahlfurchen aus. Charakteristisch für Strahlfäule ist eine schmierige, grau-weißliche, übelriechende Masse. Eine Rassedisposition gibt es hier nicht.
 

PFERD+SPORT: Was sind die Ursachen von Strahlfäule und Mauke?
Wie schon oben erwähnt sind an der Entstehung von Mauke mehrere Faktoren beteiligt.  Am Anfang ist häufig nur die Haut in der Fesselbeuge gerötet. Oft verbunden mit starkem Juckreiz – verantwortlich dafür sind meist Chorioptesmilben. Die durch Scheuern und Reiben entstandenen Hautirritationen entzünden sich. Nässe, Harn und Schmutz, vor allem in der kalten Jahreszeit, führen dazu, dass die Dermatitis weiterfortschreitet. An der Entstehung von Mauke sind also Ektoparasiten, Bakterien und häufig auch Dermatophyten (Hautpilz) gleichermaßen beteiligt und erschweren die Therapie in hartnäckigen Fällen.
Die Ursache für Strahlfäule sind Bakterien, also Fäulniserreger und Anaerobier (Bakterien, die sich nur in Abwesenheit von Sauerstoff entwickeln können). Begünstigende Faktoren sind beispielsweise Zwanghufe, schlechte Hufpflege sowie ein Beschlag, der den Strahl bedeckt und mangelnde Bewegung. In Kombination mit nassen, jauchigen Böden kann Strahlfäule so schnell entstehen. Beide Erkrankungen sind daher häufig auch haltungsbedingt und gelten als typische „Matschkrankheiten“.

 

Wie kann man Mauke und Strahlfäule vorbeugen?
Vor allem im Herbst und Winter sollte auf trockene Haltung, sprich saubere Einstreu geachtet werden. Matschige Paddocks und/oder nasse Einstreu begünstigen die Bakterienbildung und damit Strahlfäule und Mauke. Zur Vorbeugung von Strahlfäule spielt gute Hufpflege eine entscheidende Rolle. Bei Pferden, die zu Mauke neigen, kann es beispielsweise helfen, den Behang zu kürzen, um so die beanspruchten Regionen leichter trocken und sauber zu halten. Auch der Einsatz von Zusatzfuttermitteln zur Verbesserung der Hornqualität oder der Hautbarriere können unterstützend wirken.

 

Womit oder wie behandele ich mein Pferd am besten, wenn es davon befallen ist?
Mauke: Fesselbeuge scheren beziehungsweise Haare kürzen. Krusten mit medizinischer Seife aufweichen und vorsichtig ablösen. Haut anschließend abtrocknen und „Maukesalbe“ auftragen. Diese erhalten Sie in der Regel bei Ihrem Haustierarzt. Bei Verdacht auf Beteiligung von Milben sollte zusätzlich eine Waschung mit antiparasitären Präparaten erfolgen. In schwerwiegenden Fällen kann es nötig sein, das Bein eine Zeit unter Verband zu halten und gegebenenfalls Antibiotika zu verabreichen.


Strahlfäule: Betroffenes Horn muss entfernt werden, damit keine Taschen zurückbleiben. Eine regelmäßige Behandlung des Strahls mit desinfizierenden Mitteln ist wichtig. Als Beschlag sollte ein glattes, offenes Hufeisen verwendet werden. Viel Bewegung im Freien auf möglichst trockenen Untergründen. Am wichtigsten ist es aber, auf die Huf- und Stallhygiene zu achten.


Beide Erkrankungen können sehr hartnäckig sein und auch zu Lahmheiten führen. Daher sollten auch hier alle Maßnahmen, zumindest bei längerer Dauer, immer in Absprache mit dem Tierarzt durchgeführt werden.

 

Über die Pferdeklinik Bargteheide
Die Pferdeklinik Bargteheide bietet mit über 50 Mitarbeitern Pferdemedizin auf höchstem Niveau und die bestmögliche medizinische Versorgung von Pferden. Auf dem weitläufigen Areal der Klinik gibt es neben 72 Boxen großzügige Räumlichkeiten und vielfältige Diagnosemöglichkeiten auf dem neuesten Stand der Medizintechnik.
Weitere Informationen zur Pferdeklinik Bargteheide gibt es unter www.pferdeklinik-bargteheide.de

 

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