Nach Feuer: Welle der Hilfsbereitschaft beim RuFV Bad Segeberg und Umgebung e.V.

Anfang des Jahres erreichte uns die Nachricht, dass zwei Familien kurz vor Weihnachten ihr gesamtes Hab und Gut bei einem Großbrand in Schieren verloren haben. Glücklicherweise kommen keine Personen zu Schaden und auch die in einem angrenzenden Stallgebäude untergebrachten Ponys können vor den Flammen gerettet werden. Nach dem Feuer bricht eine Welle der Hilfsbereitschaft in der kleinen Gemeinde im Kreis Segeberg aus. Die beiden geschädigten Familien erhalten mehrere Wohnungsangebote und die Ponys werden bei verschiedenen Vereinsmitgliedern untergebracht.

Um den Familien bei der Wiederbeschaffung der Ausrüstungsgegenstände für ihre Ponys zu helfen, zögert der RuFV Bad Segeberg und Umgebung e.V. keine Sekunde und startet eine riesige Spendenaktion. Es werden Pferdedecken, Putzzeug, Reithosen und vieles mehr gesammelt. Da die drei Töchter der Familien in der Ponyabteilung des Vereins reiten, lagert unter anderem das Mannschaftsoutfit für die Turniere in der hauseigenen Sattelkammer. Somit fallen auch die Team-Schabracken der Holsteiner Masters Mannschaftsinitiative dem Feuer zum Opfer. In dieser schweren Zeit mag man denken, dass dieser Verlust im Vergleich zu dem Gesamtschaden von geringer Bedeutung ist. Doch für die Kinder bricht eine Welt zusammen. So sehr freuen sich die Mädels im Vorjahr über die neue Ausrüstung mit Vereinslogo und präsentieren sich voller Stolz auf dem Landesponyturnier. Wie soll es nun ohne ein einheitliches Teamoutfit zum diesjährigen Jahreshighlight auf den Landesturnierplatz gehen? Zum Glück wendet sich ein Vorstandsmitglied an uns und berichtet von dem Unglück…

Pünktlich zum Start der Turniersaison können wir der Ponymannschaft nagelneue Schabracken und Ohrenhauben von unserem Partner Eskadron übergeben. Zugleich bekommen wir Gelegenheit, bei einer Trainingsstunde zuzuschauen. Die 15-jährige Swantje Westphal sitzt konzentriert auf ihrem New-Forest-Pony Wichhof's Malve und strahlt in Richtung Zaungäste: „Bei uns entstehen echte Freundschaften, sogar zwischen unseren Eltern, die früher zum Teil selbst in der Mannschaft geritten sind!“

Den Teamgeist auf dem Reitplatz spüren wir schon nach kürzester Zeit. Wiebke Streichert, Trainerin der Ponyabteilung, beschreibt den Zusammenhalt  so: „Wir haben 23 Reiter, die regelmäßig an unserem wöchentlichen Training teilnehmen. Mittlerweile stellt der Verein drei Mannschaften beim Abteilungswettkampf des Landesponyturniers. In dieser Extremsituation des Feuers in Schieren haben sich unsere Vereinsmitglieder sofort für die Familien stark gemacht. Für alle wurden sogar noch kurzfristig Weihnachtsgeschenke organisiert, um etwas Trost zu spenden.“ Um aus den 23 Reitern eine Gruppe zu machen, die füreinander da ist und bei der der Spaßfaktor nie zu kurz kommt, stellt Wiebke Streichert neben einem gemeinsamen Kekse backen sogar ein mehrtägiges Ponycamp auf die Beine. Auf die Frage, wie viele Stunden sie mit ihrem Ehrenamt beschäftigt ist, lächelt Wiebke Streichert bescheiden: „So vier bis fünf Stunden pro Woche kommen immer zusammen.“ Einmal mehr zeigt sich, dass ohne freiwilliges Engagement kein Verein auskommt. Müssten alle Leistungen vergütet werden, wären Vereine reine Wirtschaftsbetriebe, deren Leistungen für viele nicht mehr bezahlbar wären.

Und manchmal liegt das große Glück in den kleinen Dingen. An dieser Stelle senden wir, die Holsteiner Masters und auch der RuFV Bad Segeberg und Umgebung e.V. ein riesiges Dankeschön an unseren Partner, die Reitmoden Brinkmann GmbH, die uns die Schabracken und Ohrenhauben ersetzt haben!

Das könnte Sie auch interessieren