Großer Preis der Reiterstadt Verden für Tobias Meyer

Jan-Dirk Gießelmann und sein Hannoveraner Real Dancer FRH (Foto: Rüchel)

Tobias Meyer (Foto: Rüchel)

Verden – Tobias Meyer und Jan-Dirk Gießelmann heißen die Sieger der großen Prüfungen bei Verden International. Tobias Meyer ist in der Region aus seinen Zeiten als Bereiter auf dem Gestüt Sprehe gut bekannt. Er sicherte sich mit einem Husarenritt auf dem zwölfjährigen Hannoveraner Special One von Stakkato im Stechen den Sieg im Großen Preis der Reiterstadt Verden. Jan-Dirk Gießelmann aus Barver und sein Hannoveraner Real Dancer FRH wurden vorher in der Dressurarena als Sieger im Grand Prix Special, Preis der Almased Wellness GmbH, gefeiert.

Mit dem Großen Preis endeten sechs Turniertage in Verden, bei denen das Prädikat “heiß” so passend war wie selten zuvor. Trotz hoher Temperaturen pilgerten rund 25.000 Besucher aus dem In- und Ausland auf das große Gelände. Sie bummelten in der Ausstellung, genossen den Verdener Show-Abend und folgten ihren individuellen Vorlieben - Dressur oder Springen.

Das Meyer-Wochenende
Tobias “Tobi” Meyer gelang im Stechen des Großen Preises der Reiterstadt Verden einfach alles, obwohl noch vor der zweifachen Kombination ein Hufeisen flog. Völlig unbeeindruckt setzten Special One und sein Reiter die Runde fort. Bei 36,27 Sekunden stoppte die Uhr nach der fehlerfreien Runde, die auch der letzte Starter im zwölfköpfigen Feld im Stechen, Jan Wernke aus Holdorf mit Nashville nicht unterbieten konnte. Schon die zweite Qualifikation der Großen Tour konnte Meyer gewinnen, glänzte zudem in der Youngster-Tour und bei den Hannoveraner Springpferdechampionaten.

Frauenpower im Parcours
Platz zwei und drei im Großen Preis ging an zwei Amazonen: Alexa Stais aus Südafrika, die bei Hilmar Meyer in Morsum stationiert ist, lag in Führung mit dem Holsteiner Quintano und musste abwarten. Sandra Auffarth, Vielseitigkeitsweltmeisterin und Derby-Dritte aus Ganderkesee wurde mit Nupafeed`s La Vista Dritte - wieder einmal mit zwei Bilderbuchrunden auf der Stute aus familieneigener Zucht. Alle Augen ruhten zudem auf Chloe Reid aus den USA. Die 21-jährige hatte zuvor das Championat von Verden gewonnen, musste nach einem Abwurf im Stechen mit Luis P allerdings mit Rang elf vorlieb nehmen. Der Titelverteidiger aus dem Vorjahr, Nisse Lüneburg (Hetlingen) wurde mit Alina Achter.

Tanz noch einmal…

...vielleicht hat Jan-Dirk Gießelmann das seinem Hannoveraner Real Dancer FRH am Sonntag gesagt. Der Wallach aus familieneigener Aufzucht rief verläßlich seine Qualität ab und sorgte für den zweiten Sieg - diesmal im Grand Prix Special mit 74,02 Prozent. Der Special endete in der Platzierung wie der Grand Prix zuvor. Die Schwedin Sofie Lexner steuerte Tobago Pik Disney auf den zweiten Rang vor Australiens Kristy Oatley mit dem Hannoveraner Du Soleil. Reiter und Pferde aus fünf Nationen eroberte bei Verden International die beiden großen internationalen Prüfungen.

Verden International in Zahlen
„Wir werden am Ende des Tages bei rund 25.000 Zuschauern sein”, vermutete Dr. Werner Schade bereits am Vormittag.  Verden International bot fünf Turniertage plus den mit der Herwart von der Decken-Schau gewohnt hochkarätigen züchterischen Einstand. Über tausend Pferde, rund 500 Reiterinnen und Reiter, insgesamt Teilnehmer aus 26 Nationen sorgten für Zufriedenheit bei Dr. Werner Schade und beim Turnierleiter Carsten Rotermund. Der große Verdener Show-Abend fand zwar erstmals seit etlichen Jahren ohne Feuerwerk statt - wegen der Brandgefahr nach der langen Trockenperiode - lockte jedoch gleichwohl etwas mehr als 8000 Zuschauer in das riesige Springstadion. Das Programm mit dem Mix aus internationalen und regionalen Schaubildern. Die Vielfalt der Pferderassen und viel Witz unter Beteiligung etlicher internationaler Springreiter, sorgten für helle Begeisterung. Das hatte Folgen für das “Open End” auf dem Marktplatz mit Musik und Cocktailbar.

Zukunftspläne für das Gelände

Verdens Sportmacher haben große Pläne und die stellten sie bereits der Stadt Verden vor. Das großartige Rennbahngelände und das Springstadion stehen dabei im Mittelpunkt. Der Plan sieht eine Umstrukturierung des Rennbahngeländes vor, die die Interessen Aller berücksichtigt. Zucht- und Sportverband arbeiteten gemeinsam mit Fussballern und Leichtathleten an dem Konzept. „Ich bin froh wie konstruktiv die Zusammenarbeit war”, unterstreicht Dr. Werner Schade. Für den Springsport wird ein Turnierplatz oberhalb des Springstadions gebaut, das Stadion kann bei Bedarf zusätzlich genutzt werden. Damit entfällt der kostenintensive Einbau von Sandboden für wenige Wochen im Jahr. Zusätzlich werden Dressurflächen benötigt. Die Leichtathleten haben das Stadion dann wieder für sich. Der Rennverein gibt die diagonal angelegte Hindernisbahn auf, die Rennbahn bleibt vollständig erhalten, genauso wie das Oval für die Isländer. Zentral soll ein Funktionsgebäude für die Veranstaltungsorganisation entstehen.


Multifunktional soll das Gelände genutzt werden und dafür müssen Fördermittel eingeworben werden. Am 22. August werden sich die Gremien der Stadt intensiv mit dem Konzept beschäftigen. Bürgermeister Lutz Brockmann und der Geschäftsführer und Zuchtleiter des Hannoveraner Verbandes, Dr. Werner Schade, nahmen bereits Stellung zum Projekt, das nicht nur Verden, sondern Niedersachsen gut tun soll. Ehrgeiziges Ziel: Wenn es gelingt, das Investitionsvolumen zu sichern, dann könnte die Umstrukturierung bereits zur WM der Jungen Dressurpferde 2020 in Verden stehen.

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