Gemeinsam für den Schutz von Rehkitzen und Bodenbrütern

Nach der Mahd werden die geretteten Rehkitze wieder freigelassen (Foto: Grell/LJV SH)

(Kiel) Der bald anstehende erste Grasschnitt fällt mit der Brut- und Setzzeit zahlreicher Wildtiere zusammen. Die Taktik „Ducken und Tarnen“ schützt den oft sehr kleinen Nachwuchs in Wiesen und Weiden zwar vor Fuchs und Habicht, aber nicht vor einem Kreiselmäher oder dem Mähbalken. „Unsere Landwirte als Bewirtschafter der Flächen haben ein großes Interesse daran, Maßnahmen zum Schutz der Tiere zu ergreifen. Moderne Technik wie Drohnen mit Wärmebildkamera können helfen, Kitze und Bodenbrütergelege beispielsweise der Wiesenweihe und des Kiebitz rechtzeitig zu finden“, betont Klaus-Peter Lucht, Präsident des Bauernverbandes. Gemeinsam mit dem Landesjagdverband Schleswig-Holstein e.V. appelliert der Bauernverband auch in diesem Jahr, Kitze und Bodenbrüter mit ihren Gelegen vor dem Ausmähen zu schützen.

Der effektive Wildtierschutz beginnt bereits vor dem Mähen. Landwirte sollten frühzeitig den Jagdpächter über Grünschnitt-Termine für Heu und Silage informieren. Dies gilt für alle Grasschnitte im Jahr. Die Mähweise ist dem Tierverhalten anzupassen. Dies bedeutet, dass Grünland von innen nach außen zu mähen. Dann können die Tiere flüchten. Vor dem Mähtermin bieten Sicht- und Lautscheuchen mit Jagdhunden, Knistertüten, Flatterbänder und akustische Vergrämung am Vorabend eine bewährte Schutzmethode.

„Besonders beim 1. Schnitt im Frühjahr ist wichtig zu wissen, dass Jungtiere wie Rehkitze und Junghasen noch keinen Fluchtreflex haben. Hier reicht Vergrämung allein nicht aus“, so LJV SH-Geschäftsführer Marcus Börner. Der Einsatz von Drohnen mit Wärmebildtechnik ist eine inzwischen gängige Methode, um Verletzungen oder gar ein Töten von Jungtieren zu verhindern und sogar die Gelege von Bodenbrütern zu finden. Neben Fasanen- und Stockentengelegen können damit auch Brutplätze der seltenen Wiesenweihe entdeckt werden. Entsprechende Beobachtungen oder verdächtige Weihengelege sollten daher umgehend dem LJV SH gemeldet werden. Ein Mitarbeiter sichert dann das Gelege vor Ort mit einem Gelegeschutz gegen Prädatoren. Landwirte erhalten für mögliche Ernteverluste eine Ausgleichszahlung. Meldungen sind jederzeit telefonisch beim LJV SH möglich.

„Wir wollen in diesem Jahr gemeinsam auf die Wichtigkeit des Schutzes der Rehkitze und Bodenbrüter hinweisen“, so der Bauernverband und der Landesjagdverband. „Wenn sich Jäger und Landwirte abstimmen – und das funktioniert vielerorts schon sehr gut – dann können wir gemeinsam aktiv Wildtierschutz betreiben.“

Hier finden Sie eine Übersicht der Kitzrettungsteams aus dem gesamten Bundesgebiet.

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