Flutlicht-Kür für Klimke und Franziskus

Franziskus mit Ingrid Klimke (Foto: equistock.de)

Jan Rock (Henkell) gratuliert Ingrid Klimke (Foto: equistock.de)

Zwölf Reiter-Pferd-Paare in herrlicher Harmonie, ein lauer Sommerabend, 9.500 Zuschauer, das beleuchtete Schloss, Musik, der Tanz der Pferde – die LONGINES Grand Prix Kür präsentiert durch Henkell-Trocken 2019.

„Heute Abend konnte ich mich nicht entscheiden, was mir mehr Spaß gemacht: Gestern bei der Geländestrecke mit Bobby durch diesen Park zu flitzen oder heute Abend hier die Kür zu reiten“, strahlte Ingrid Klimke nach ihrer Kür mit dem elfjährigen Hengst Franziskus. „Und Franz war heute heilig: Er hat so toll zugehört, es hat so einen Spaß gemacht!“ Mit 80,68 Prozent wurde dieser Ritt belohnt – das war der Sieg! Der erste Sieg für Ingrid Klimke in Wiesbadens Flutlicht-Kür. Und die Kür, die das Siegerpaar zeigte, war schwer: bewertet zwischen 9,4 und 9,6 von 10 im Schwierigkeitsgrad. Ein Highlight: 29 fehlerfreie Galoppwechsel von Sprung zu Sprung und das auch noch auf gebogener Linie – ein Hammer!

Den Helm in die Höhe gereckt freute sich Sönke Rothenberger über seine Kür mit dem 1,82-Meter großen hochbeinigen Santiano. „Santiano ist gestern hier den zweiten Grand Prix seines Lebens gegangen und heute seine zweite Kür – ich bin wahnsinnig stolz auf ihn wie schnell er das alles gelernt hat.“ Zu instrumentalem Folk-Rock präsentierten Rothenberger und Santiano ihre Kür mit Highlights in den Piaffen und Passagen, aber auch mit der direkten Verknüpfung von Zweier- und Einer-Galoppwechseln. „Das war zwar geplant, aber nicht geübt“, grinste Rothenberger. 80,040 Prozent – knapp hinter Reitmeisterin Klimke belegte der 24-Jährige den zweiten Platz.

Und für das 'Wiesbadener Mädchen', Anja Plönzke, wurde es heute der dritte Platz im Sattel von Tannenhof's Fahrenheit mit 76,73 Prozent. „Ich habe eine neue Kür und ich habe mich total darauf gefreut, sie hier in Wiesbaden das erste Mal zu reiten“, jubelte Plönzke, die 2010 schon die Flutlicht-Kür in Wiesbaden gewonnen hatte. „Ich denke, wir müssen an der neuen Kür noch hier und da ein wenig feilen, aber wir sind auf einem guten Weg. Es hat wieder wahnsinnigen Spaß gemacht, hier zu reiten.“ Und noch während sie nach ihrem Ritt etwas nach Luft schnappte, ergänzte die Wiesbadenerin: „Ich freue mich jetzt schon wieder auf das nächste Jahr.“

Auch die Chefrichterin und Kür-Spezialistin, Katrina Wüst, hatte die Paare in dieser Reihenfolge eingeordnet: Klimke vor Rothenberger vor Plönzke. Wüst wird auch bei den Olympischen Reiterspielen in Tokio 2020 am Richtertisch sitzen wird. Olympiaflair im Schlosspark – schon 14 Monate vor Beginn der Spiele.

Genau um 24.00 Uhr ritten die drei besten Wiesbadener Kür-Paare zu ihrer Ehrung in das romantische Flutlicht-Viereck. Die Verantwortliche für Wiesbadens Dressur-Prüfungen, Isabelle Kettner, schüttelte strahlend und auch ein wenig wehmütig jedem die Hand: „Das war ein genialer Dressurabend, vielleicht der schönste Kür-Abend, den ich je in Wiesbaden erlebt habe. Vielen Dank an diese tollen Reiter und Pferde und vielen Dank an das super Publikum, das bis zur letzten Ehrung bei uns geblieben ist. Danke für diesen wunderschönen Abend.“

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