CHIO Aachen Voltigieren: Zweifacher deutscher Erfolg im Nationenpreis

Dem siegreichen Team gratulieren FN-Präsident Hans-Joachim Erbel und Dr. Christian Burmester, Vorstandsmitglied der Sparkasse Aachen (v.r.) sowie ALRV-Präsidentin Stefanie Peters (2.v.l.). (Foto: CHIO Aachen/ Michael Strauch).

Weniger Zuschauer wegen der Abstandsregelung, aber auf keinen Fall weniger Stimmung – das ist das Fazit des ersten Wochenendes beim CHIO Aachen 2021, an dem wie immer die Voltigierer im Preis der Sparkasse den Auftakt gemacht haben. Und die Athleten haben den Besuchern allen Grund gegeben, sie zu feiern.

Zwei wichtige Prüfungen standen heute noch auf dem Programm – der Preis der Sparkasse im Pas de Deux und der Nationenpreis, bei dem jeweils zwei Einzelvoltigierer und eine Gruppe zusammen antreten.

Die Paare im Pas de Deux machten den Anfang und haben es verdammt spannend gemacht! Vor zwei Wochen bei den Weltmeisterschaften in Budapest waren Janika Derks und Johannes Kay noch mit dem Titel nach Hause gefahren. Und gestern gewannen sie auch die erste der beiden entscheidenden Küren hier in Aachen. Ihnen stets dicht auf den Fersen, bei der WM wie auch hier beim CHIO, waren Chiara Congia und Justin van Gerven. Als Zweitplatzierte von gestern mussten sie als vorletztes Paar vor Derks und Kay antreten. Sie gaben alles mit ihrer Tango-Kür. Was sie da auf ihrem Pferd Highlight an der Longe von Alexandra Knauf zelebrierten, war wirklich ein Tanz. Er wurde von den Richtern mit einer Gesamtnote von 9,013 belohnt und von den Zuschauern mit tosendem Applaus quittiert. Aber ob es reichen würde? Janika Derks und Johannes Kay reihten Höchstschwierigkeit an Höchstschwierigkeit, doch kamen sie nicht an Congia und van Gerven heran, Wertnote 8,830. Nach Kalkulation aller Ergebnisse hatten Chiara Congia und Justin van Gerven am Ende mit 8,855 Punkten die Nase vorn. Für Derks und Kay wurden es 8,830 Zähler, Platz zwei auf dem von Nina Vorberg longierten Humphrey Bogart. Rang drei holten Jolina Ossenberg-Engels und Timo Gerdes auf Caramoe mit Claudia Döller-Ossenberg-Engels in der Zirkelmitte ebenfalls nach Deutschland (8,506).

Deutschland I und II unschlagbar

Schon im Vorfeld hatte sich recht klar abgezeichnet, dass es schwierig werden würde, die Gastgeberteams im Nationenpreis zu schlagen. Tatsächlich biss sich die Konkurrenz aus den Niederlanden, Großbritannien und Russland die Zähne an den Mannschaften von Bundestrainerin Ulla Ramge aus. Germany I war die gleiche Zusammensetzung, die in Budapest Weltmeister geworden war: Jannik Heiland und Janika Derks als Einzelvoltigierer und das Team Fredenbeck als Gruppe. Die Konstellation konnte ihren Favoritenstatus eindrucksvoll bestätigen. Heiland und Derks erhielten die höchsten Einzelbewertungen (8,924 und 8,818), das Team Fredenbeck wurde beste Gruppe (8,894). Machte in Summe 26,636 Punkte und den Sieg.

Germany II holte mit 25,845 Punkten Rang zwei. Hier traten Thomas Brüsewitz und Pauline Riedl im Einzel an (8,534 und 8,606) und als Gruppe war das Team Norka des VV Köln-Dünnwald im Einsatz (8,894). Platz drei sicherte sich das Nationenpreisteam der Niederlande, vertreten durch Renske van Schaik (7,712), Joske van Koelen (7,023) und der mit einer 7,728 bewerteten Gruppe. In Summe ergab das 22,462 Punkte.
 

Die Corona-Regeln machen auch vor dem CHIO Aachen nicht Halt. Dennoch war es erstes Wochenende voller Highlights und Emotionen. Gesa Bührig, die Longenführerin der Fredenbecker, fasste zusammen: „Wir freuen uns, dass die Wettkämpfe wieder anfangen, und Aachen ist besonders. Ich hatte gar nicht erwartet, dass die Stimmung so großartig wird. Wir hatten vorher gehört, es werden nur 30 Prozent der Zuschauer zugelassen und waren schon so, mmh, ob die dieses Feeling hinbekommen, das wir die letzten Jahre hier hatten? Aber sie haben es hingekriegt und es war toll. Hier einzulaufen, das war schon besonders.“ Dem konnten die Zweitplatzierten nur beipflichten. Teammitglied Justin van Gerven: „Wir sind auch sehr zufrieden. Wir sind auch froh, endlich mal wieder in Aachen zu sein und diese Stimmung mitzunehmen. Nach der ganzen Corona-Zeit war es echt erlösend, mal wieder vor Publikum zu voltigieren.“

Die Corona-Zeit war für die Voltigierer hart. Einfach aufhören und die Füße hochlegen, war keine Option, Training mit den Pferden aber nicht erlaubt. Also haben sie vor allen Dingen alleine zuhause trainiert, berichtete Patric Looser, der Teamchef des Köln-Dünnwalder Voltigiervereins Norka. Schwierig sei es auch gewesen, den richtigen Zeitpunkt abzupassen, ab dem wieder auf Wettkämpfe hingearbeitet werden musste. Schließlich wusste ja niemand, wann es wieder losgehen konnte. Da habe man schon mit der Motivation zu kämpfen gehabt, sagte Viktor Brüsewitz vom Team Fredenbeck. Longenführerin Barbara Rosiny betonte, dass vor allem auch die Pferde die Wettkämpfe brauchen: „Fit wird man durchs Training. Aber diese Atmosphäre – das fehlt einigen Pferden schon. Gerade wenn es so ist wie hier, wenn wir in so einen wunderbaren Hexenkessel einlaufen, was richtig Freude macht, aber wenn sie das eine Zeitlang nicht gewohnt sind, müssen sie da erstmal wieder reinfinden. Das kann man zuhause nicht üben.“

 

Das könnte Sie auch interessieren

COOKIE-Einstellungen

Unsere Website verwendet Cookies, die uns helfen, unsere Website zu verbessern, den bestmöglichen Service zu bieten und ein optimales Kundenerlebnis zu ermöglichen. Hier können Sie Ihre Einstellungen verwalten. Indem Sie auf "Akzeptieren" klicken, erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihre Cookies für diesen Zweck verwendet werden.

Tools, die anonyme Daten über Website-Nutzung und -Funktionalität sammeln. Wir nutzen die Erkenntnisse, um unsere Produkte, Dienstleistungen und das Benutzererlebnis zu verbessern.

Tools, die wesentliche Services und Funktionen ermöglichen. Diese Option kann nicht abgelehnt werden.