Belgischer Sieg beim CSI**** Hof Waterkant

Gudrun Patteet pilotierte ihr zwölfjährige Stute Sea Coast Donna Z in der DVAG Trophy in fehlerlosen 61,46 Sekunden zum Sieg. (Foto: ACP Andreas Pantel)

Roland Metz, Vermarktungsleiter des Holsteiner Verbandes. (Foto: RathmannVerlag)

(Pinneberg) Es war der zweite Tag des internationalen Springturniers CSI**** Hof Waterkant in Pinneberg und im Programm reihte sich Höhepunkt an Höhepunkt. Mit großer Spannung erwartet wurde die anspruchsvollste Aufgabe im Parcours, die erste Qualifikation zum Großen Preis – immerhin mit 30.000 Euro dotiert. Die DVAG Trophy wurde nach Fehler und Zeit gerichtet und so fieberten die Zuschauer bis zum letzten Starter mit, um den Sieger dieser schweren Prüfung zu erleben.
Die beste Linie fand Gudrun Patteet aus Belgien mit ihrer zwölfjährigen Stute Sea Coast Donna Z v. Diamant de Semilly. Für fehlerlose 61,46 Sekunden wurde dem Paar die Goldene Schleife angesteckt und ihre Leistung mit 7.500 Euro honoriert. „Ich bin zum ersten Mal hier und von der Veranstaltung und den vielen freundlichen Menschen ganz begeistert“, war die 37-Jährige anschließend glücklich. „Donna reite ich seit einem Jahr und sie hat es heute super gemacht. Schon am vergangenen Wochenende hat sie ein 1,45 Meter-Springen in Valkenswaard gewonnen und ich bin sehr stolz auf sie.“ An zweiter Position fand sich Philip Rüping vom RV Oldenburger Münsterland e.V. mit seiner Oldenburger Stute Miss Chacco PS ein (0/61,76) vor der amtierenden Deutschen Meisterin der Springreiterinnen, Katrin Eckermann vom RV Kranenburg u.Umgeb., mit ihrem Hannoveraner Cascadello-Boy RM (0/62,06).

Bevor sich die Top-Profis mit ihren erfahrenen Routiniers in der DVAG Trophy der Konkurrenz stellten, standen in der InPro Electric Youngster Tour die sieben- und achtjährigen Nachwuchspferde im Mittelpunkt. Und das waren einige: 77 Teilnehmer verzeichnete die Prüfung – 31 von ihnen blieben ohne Abwurf. Mit der schnellsten Zeit kam Gastgeberin Janne Friederike Meyer-Zimmermann ins Ziel. Sie saß im Sattel des achtjährigen Eyecatcher BB Z, einem Sohn des Emerald van’t Ruytershof. „Eyecatcher ist erst seit einem halben Jahr bei uns und wir Zwei sind gerade noch in der Kennenlernphase“, berichtet die Springreiterin gut gelaunt von ihrem Newcomer. „Er ist super gezogen, wie alle Emeralds macht er hinten gut auf und hat ganz viel Potenzial. Ich denke, dass wir in Zukunft noch einiges von ihm hören werden.“

Zucht und Sport Hand in Hand

Die Jugend betrat am Morgen des zweiten Turniertags als erstes die Bühne des CSI**** Hof Waterkant. Im Preis der Hof Waterkant Turnier- und Veranstaltungs GmbH, eine Springprüfung nach Fehlern und Zeit über 1,40 Meter der U25-Tour, flog der Fehmaraner Sven Gero Hünicke mit seinem elf Jahre alten Cedric pfeilschnell in 63,02 Sekunden zum Sieg. Über zwei Sekunden Vorsprung nahmen der 25-Jährige und sein Holsteiner Wallach der Konkurrenz ab. „Ich reite Cedric seit anderthalb Jahren. Vorher saß sein Besitzer Hinnerk Köhlbrandt selber im Sattel“, fasste der Erstplatzierte zusammen und erklärte weiter: „Er ist ein ruhiges und ausgeglichenes Pferd, der ein Stück weit in seiner eigenen Welt lebt. Aber im Parcours weiß er, welchen Job er zu machen hat.“ Für das CSI**** Hof Waterkant hat sich Sven Gero Hünicke extra „Urlaub“ genommen. „Eigentlich sind wir in der Ernte und ich müsste jetzt auf dem Trecker sitzen. Aber das Turnier von Janne und Christoph mit dem gesamten Ambiente, der Organisation und dem Aufbau ist sicher das schönste, das ich je besucht habe. Deshalb habe ich mir extra Zeit freigeschaufelt, um ohne Druck hier die Tage genießen zu können. Wir waren bei der Premiere 2021 schon dabei und haben uns sehr gefreut, dass wir auch in diesem Jahr wieder eine Startgenehmigung bekommen haben.“ Platz zwei in der U25-Tour belegte Daniel Cyphert aus den USA mit Sangris Boy v. Sandro Boy (0/65,35) vor Michelle Mielke aus Niedersachsen mit ihrem Hannoveraner Hengst Grey Silk (0/66,21).
Der braune Cedric stammt übrigens von Clarimo-Concerto II ab, sein Züchter ist Jens Ritters aus Krumstedt. Familie Ritters ist eine der traditionsreichsten und erfolgreichsten Züchterfamilien in Holstein und zeichnet auch für die zweite Gewinnerin des Tages in Pinneberg verantwortlich – nämlich für Estelle IV, Vollschwester zu Cedric. Mit Mannschaftsweltmeister Carsten-Otto Nagel (RFV Stall Moorhof) im Sattel beendete die zehnjährige Dunkelbraune den Preis der Bucas Limited, eine Springprüfung nach Strafpunkten und Zeit, auf der Spitzenposition. „Estelle hatte als junge Stute zwei Fohlen und ist anschließend langsam in den Springsport hineingewachsen“, berichtete ihr Reiter. Und ihre größte Stärke im Parcours? „Da ist sie einfach brandgefährlich schnell“, lachte Nagel. An zweiter Stelle rangierte Richard Vogel vom RV Mannheim mit der einstigen Bundeschampionesse Charisma HS. Die Holsteiner Stute v. Uriko-Cassito steht im Besitz von Springreiter-Urgestein Hugo Simon, der gerade gestern seinen 80sten Geburtstag feierte. Platz drei belegte Jösch Löhden (RV Zeven) mit dem Hannoveraner Wallach Van Moor.

Krönender Abschluss des Donnerstags war der große Live-Auftritt von Popstar Johannes Oerding – präsentiert von Cellagon –, den Hunderte Besucher bei endlich abgekühlten Temperaturen sichtlich genossen.


DAS CSI HOF WATERKANT INTERVIEW MIT: ROLAND METZ

Am Freitag, den 5. August, verwandelt sich der Parcours des internationalen Springturniers in Pinneberg zu einem besonderen züchterischen Schauplatz – nämlich zur Bühne der zweiten Holsteiner Fohlenauktion beim CSI Hof Waterkant.
Der Vermarktungsleiter der Holsteiner Verbandes, Roland Metz, stand im Interview Rede und Antwort.

Herr Metz, nach der erfolgreichen Premiere in 2021 werden auch in diesem Jahr wieder ausgesuchte Fohlen in Pinneberg versteigert. Beschreiben Sie bitte kurz die Kollektion.
Roland Metz: Im Lot finden sich 14 qualitätvolle Fohlen und drei bereits verpflanzte Embryonen. Auf der Suche nach den vielversprechendsten Auktionskandidaten haben wir Sammelplätze in der gesamten Republik besucht und haben uns zahlreiche Top-Fohlen sichern können.

Was zeichnet das Auktionslot aus?
Roland Metz: Auffällig ist, dass die Fohlen alle aus leistungsstarken Mutterlinien stammen. Ein gutes Beispiel dafür ist das Fohlen Chantilly der Familie Ritters aus Krumstedt, die heute bereits zwei siegreiche Pferde in schweren Prüfungen aus ihrer Zucht gestellt hat. Das Stutfohlen v. Crack-Quick Star SF kommt aus demselben Stamm, nämlich 730B. Mutter Stella IV brachte bereits den einstigen Holsteiner Siegerhengst Caracho, weitere Spitzenpferde wie der Olympiasieger Marius von Hinrich Romeike kommen aus dieser Mutterlinie. Die Väter der Auktionsfohlen sind international erfolgreiche Sporthengste wie zum Beispiel Emerald van’t Ruytershof, Dominator Z, Cornet Obolensky oder auch Janne Friederike Meyer-Zimmermanns Chinchero.

Man hat den Eindruck, dass Fohlenauktionen auf Turnieren immer populärer werden. Woran liegt das?
Roland Metz: Ich habe mit dieser Idee vor einiger Zeit in Süddeutschland begonnen. Man findet auf Turnieren neue Kunden und Interessenten, die man auf den klassischen Auktionsstandorten nicht erreicht. Hinzukommt, dass man durch dieses Versteigerungsformat vielversprechende Kandidaten frühzeitig in internationale Sportställe vermitteln kann. Und es ist natürlich auch hervorragende Werbung für die Zucht.

Sind die Fohlen bereits vor Ort und wie kann geboten werden?
Roland Metz: Die Fohlen sind mit ihren Müttern schon angereist und werden morgen Nachmittag vor der zweiten Qualifikation zum Großen Preis auf dem Hauptplatz präsentiert. Die Auktion beginnt am Freitag um 21 Uhr. Geboten werden kann live vor Ort, online oder am Telefon. Da die Kandidaten ihre Boxen bereits bezogen haben, können sie natürlich auch schon jetzt nach Absprache in Augenschein genommen werden. Ein Anruf bei mir genügt: 0171 4364651

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