Höhen und Tiefen


Die Olympischen Spiele von Peking (Hongkong) gehören inzwischen der Vergangenheit an. Die Diskussionen aber sind längst noch nicht abgeschlossen.

Springen
Das Springen sollte eigentlich der Höhepunkt - auch aus deutscher Sicht - der olympischen Reitwettbewerbe werden.
Doch davon konnte spätestens vor dem abschließenden Finalumläufen keine Rede mehr sein. Vier Pferde hatten eine positive Medikationsprobe: Neben Latinus, dem Pferd des Iren Dennis Lynch, waren es leider drei Holsteiner, die in die Fänge des Dopinglabors vom Hongkong Jockey Club geraten waren: Chupa Chup v. Caretino-Silvester (Hinnerk Clausen, Loit) von Bernardo Alves (BRA), Camiro v. Cassini I-Lord (Peter Diederichsen, Borgsum/Föhr) von Tony André Hansen (NOR) und Cöster v. Calato-Constant (Werner Lattreuter, Hannover) von Christian Ahlmann. Bei allen Pferden wurde der Wirkstoff Capsaicin - ein Extrakt der Chilischote, das zur oberflächlichen Behandlung auf der Haut angewendet werden kann - festgestellt. „Das ist ein Super-Gau für den Springsport“, stellte Peter Hofmann, Vorsitzender des DOKR-Springausschusses, fest. Auf Anweisung des DOSB wurde Christian Ahlmann aus der deutschen Olympiamannschaft ausgeschlossen. Er musste nicht nur den nächsten Flieger zurück nach Deutschland nehmen, voraussichtlich wird er auch für alle für ihn und sein Pferd entstandenen Kosten aufkommen müssen.
Nach dem Ausscheiden der vier Dopingsünder waren u. a. der Japaner  Taizo Sugitani und der Mexikaner Alberto Michan ins Finale nachgerückt. Beide saßen auf Holsteiner Pferden. Der bei Henk Nooren trainierende Taizo Sugitani ritt einen der drei Calido I-Nachkommen in Hong­kong: California, die er vor anderthalb Jahren in Amerika gekauft hatte. Chinopambo Lavita hatte Alberto Michan vor zwei Jahren in einem unweit von Mexiko-City gelegenen Stall entdeckt. Beide Reiter schlugen sich achtbar und waren sehr zufrieden mit ihren Auftritten. Die britische Mannschaft war durch den Ausfall von Michael Whitakers Portofino, der gar nicht zur ersten Verfassungsprüfung erschienen war, und John Whitakers Peppermill geschwächt. Letzterer war am Morgen nach dem ersten Springen steif aus seiner Box gekommen, so dass man ihm einen Start im ersten Umlauf des Nationenpreises erspart hatte. Die Ground Jury gab dennoch die Erlaubnis für einen Start im zweiten, nicht mit dem ersten identischen, Umlauf. Eine Entscheidung, die vom Schiedsgericht verworfen wurde. Wäre John Whitaker in der ersten Runde ein- und durch die Startlinie geritten, hätte er weiter teilnehmen dürfen. Das wurde von den Engländern jedoch als unsportlich angesehen und verworfen. Nick Skeltons Russel v. Corofino I-Lincoln (Johann Jürgens, Marne) und Tim Stockdales Fresh Direct Corlato v. Corofino I-Locato (Anke Staben, Albersdorf) schafften den Sprung ins Finale. Tim Stockdale - er war im ersten Umlauf ohne Abwurf geblieben - hielt nach vier Abwürfen in der zweiten Runde mit seiner Enttäuschung nicht hinter dem Berg: „In der ersten Runde ist alles nach Plan gelaufen. Ich kann micht nicht erinnern, dass Ruby (Corlato) jemals vier Abwürfe hatte. Und das ausgerechnet bei den Olympischen Spielen“.
Die große Überraschung waren die Springreiter aus Australien und Norwegen, die jeweils drei Reiter in das Finale brachten. Die Australier hatten erstmals vom Fördertopf der australischen Regierung profitieren können. „Früher erhielten die Vielseitigkeitsreiter das ganze Geld. Jetzt floss ein nicht unbeträchtlicher Teil auch an die Dressur- und Springreiter“, wusste deren Trainer Gilbert Böckmann zu berichten. Acht Reiter aus „Down Under“ waren in Europa gewesen und hatten ihre Sichtungen in Aach und Pforzheim ausgetragen. Dort trafen sie auf den in Belgien lebenden, bei Axel Verlooy trainierenden Matthew Wright, der einen Holsteiner gesattelt hatte: Leconte v. Lasino-Contender (Manfred Kummetz, Krummesse) war einst über die PSI-Auktion nach Italien verkauft worden und dort unter Giorgio Nuti international erfolgreich gewesen. Mit ihrem Abwurf am letzten Sprung hatten Matt Williams und Leconte den deutschen Reitern den Weg zum zweiten Umlauf des Nationenpreises geebnet. Die Norweger hatten mit den Planungen für Peking 2008 vor zwei Jahren begonnen, die Qualifikation gelang bei den letzten Europameisterschaften in Mannheim. Geir Gulliksen hatte den von Madeleine Winter-Schulze gekauften L’Espoir zu Hause gelassen und Cattani v. Caretino-Silvester  (Jürgen Hattebuhr, Winsen) nach Hongkong verladen, so dass die Skandinavier vier Holsteiner an den Start brachten. Camiro v. Cassini I-Lord (Peter Diederichsen, Borgsum/Föhr) hatte unter Tony André Hansen vor dem Einzelfinale, das aus o. e. ­Gründen ohne ihn stattfand, nach drei hindernisfehlerfreien Umläufen die Spitzenposition des Starterfeldes eingenommen. So war der in Holland lebende Morten Djubvik mit jeweils einem Abwurf am Finaltag als Zehnter Bester seines Teams. „Ich bin mit Casino (v. Cash-Lord/Jo Albers, NL) in den großen Sport hinein gewachsen. Das ist ein toller Erfolg für uns“, freute er sich. Dem von Dirk Schröder trainierten Stein Endresen unterliefen mit Le Beau nach einer Nullrunde im ersten Umlauf vier Abwürfe. Dass die Norweger ihre überraschende Bronzemedaille behalten, ist nach dem „Fall Camiro“ mehr als fraglich. Sie wird dann an die Schweizer nach gereicht.
Nach seinen vier springfehlerfreien Runden waren die amtierenden Weltmeister Cumano v. Cassini-Landgraf I (Willi Lührs, Neumünster) und Jos Lansink als heiße Favoriten auf Edelmetall gehandelt worden. Der Belgier war sich bis Freitag vor Beginn der Springen nicht sicher gewesen, ob er den großen Schimmel an den Start bringen sollte, war er doch vor den Spielen nur ein Turnier gegangen. Am Ende - im alles entscheidenden Umlauf, den er mit acht Strafpunkten beendete - schien dann doch die Kondition zu fehlen. Zum ersten Mal in der olympischen Springsportgeschichte wurde der Kampf um die Goldmedaillen in Einzel- und Mannschaftswertung in einem Stechen entschieden. Der in Breitenburg lebende und trainierende Schwede Rolf-Göran Bengtsson mit Ninja und der zwei Mal wegen Kokain-Mißbrauchs aus dem kanadischen Team ausgeschlossene Eric Lamaze mit Hickstead ritten um Einzelgold. Die Nerven des Schweden waren vor seinem Start auf eine harte Probe gestellt worden: Der Wassergraben unter dem Oxer an der kurzen Seite hatte ein Leck und musste repariert werden, was etliche Zeit in Anspruch nahm. „Das war typisch, dass das ausgerechnet mir passieren musste“, sagte der Schwede, dem bei seinem Ritt in Athen vor vier Jahren die Hindernisse vor die Füße „gestürmt“ worden waren. Ausgerechnet am letzten Hindernis fiel im Stechen ein Mauersteinchen, und der Olympiasieger hieß Eric Lamaze, der auf dem nur 1,63 cm großen, in Holland gekörten Hickstead eine Nullrunde hingelegt hatte. Dieser stammt von Hamlet, einem Nimmerdor-Sohn ab. Ninja, der unter Rolf-Göran Bengtsson Silber gewann und Beezie Maddens Authentic (Bronze) haben den kürzlich tödlich verunglückten Quidam de Revel-Sohn Guidam zum Vater.
Zuvor hatte Eric Lamaze mit seinen Teamkameraden - das Durchschnittsalter der Kanadier betrug übrigens 51 Jahre - die Silbermedaille gewonnen. Zu den glücklichen Medaillisten zählte auch Ian Millar, zum neunten Mal bei Olympischen Spielen dabei. Er saß im Sattel des Acord II-Lord-Sohnes In Style (Hans Paulsen, Arlewatt), den seine Sponsoren 2004 bei Emile Hendrix gekauft hatten. Der sympathische 61-Jährige, der vor wenigen Monaten seine Frau an Krebs verloren hat, freute sich riesig: „Ich bin in vielen guten Teams geritten, aber dieses hier ist ein ganz besonderes“. Es war seine erste olympische Medaille überhaupt, die der Big Ben-Reiter mit stilistisch feinen Runden gewinnen konnte.
Mannschaftsgold ging wie vor vier Jahren in Athen - damals hatten sie die Medaille am grünen Tisch zugesprochen bekommen - an die Amerikaner,  in deren Team  zwei Holsteiner gingen. Allerdings ist der von Laura Kraut gerittene Cedric v. Cambridge-Carolus I (Kai Gerken, Lasbek) nicht holsteinisch gebrannt worden. Der Cassini I-Grundyman xx-Sohn Carlsson vom Dach steht seit vergangenem Jahr im kalifornischen Stall von Will Simpson. Der kleine, drahtige Braune hatte sich mit Siegen in amerikanischen Weltcupqualifikationen für einen Olympiastart empfohlen. Er lieferte in Sha Tin zwar das Streichergebnis, mit ihrer schnellen fehlerlosen Runde im Stechen sorgten Carlsson vom Dach und Will Simpson dann aber für den vorzeitigen Gewinn der Goldmedaille.
Und die deutschen Reiter? Nachdem sie nur mit „Hilfe“ des Australiers Matthew Wright den zweiten Umlauf des Nationenpreises erreicht hatten, konnten Meredith Michaels-Beerbaum mit Shutterfly, dem auf einem Turnier noch nie so viele Versehen unterlaufen waren, und Ludger Beerbaum mit All Inclusive sich am letzten Tag steigern und immerhin noch in das Stechen um die Bronzemedaille einziehen. Am Ende hieß es Rang vier und Rang sieben für die Beiden, die mit ganz großen Ambitionen nach Hong­kong gereist waren. Marco Kutscher, dessen Cornet Obolensky wieder seine Rittigkeitsprobleme an den Tag legte, musste am Finaltag auf der Tribüne zusehen. Die deutschen Springreiter haben die Erwartungen nicht erfüllt. Das begann schon im ersten Wertungsspringen für die Qualifikation zum Einzelfinale. Dort belegten sie mit Abwürfen und Zeitfehlern die enttäuschenden Plätze 46 (Marco Kutscher/Cornet Obolensky; Meredith Michaels-Beerbaum/Shutterfly), 56 (Christian Ahlmann/Cöster) und 61 (Ludger Beerbaum/All Inclusive). „Wir haben noch mindestens zwei Runden vor uns, da wollen wir unser Pulver noch nicht verschießen“, analysierte ein noch frohgemuter Ludger Beerbaum nach seinem Ritt Nicht viel besser erging es den Deutschen in den beiden, über verschiedene Parcours Umläufen des  Nationenpreises. „Das war eine grobe Ungehorsamkeit“, kommentierte Marco Kutscher das Stehenbleiben und Steigen Cornet Obolenskys vor dem Wassergraben.  Apropos Wassergraben: Parcoursbauer Leopoldo Palacios  aus Venezuela hatte in den ersten Runden das Wasser bewusst mit schwierigen Linien in den Parcours integriert: „Lieber ein Fuß im Wasser als vier Beine im Oxer“ hatte der Südamerikaner in Anspielung auf die vielen Fehler, die dort nicht nur den Reitern aus schwächeren Nationen unterlaufen waren, gesagt.


Dressur
Olympisches Gold an Deutschland und Anky van Grunsven


Deutsches ­Mannschaftsgold war von vielen nach dem CDIO in Aachen bereits abgeschrieben worden. Dort hatten Heike Kemmer mit Bonaparte und Nadine Capellmann mit Elvis Leistungen gezeigt, die nicht unbedingt viel Hoffnung auf ­einen erneuten Olympiasieg machten. Doch die beiden hatten in der Quaran­tänezeit und vor Ort in Hongkong ihre Hausauf­gaben gemacht: „Es war gut, dass wir uns nur um ein Pferd kümmern mussten“, meinten die beiden Reiterinnen.

Als erste Mannschaftsreiterin hatten Heike Kemmer und Bonaparte mt 72,250 Prozent bereits den Grundstein zum späteren Erfolg gelegt. 70,083 von Nadine Capellmann reichten, um vor den Niederländern in Front zu bleiben. Im Grand Prix zeigte sich Isabell Werths Satchmo noch in Bestform: 76,417 Prozent bedeuteten den Mannschaftssieg vor Holland und Dänemark. Anne van Olst, die auf Clearwater, einem dänisch gezogenen Carpaccio-Sohn saß,  Nathalie zu Sayn-Wittgenstein und Andreas Helgstrand hatten sich als Einzelreiter für Olympia qualifiziert und freuten sich ganz besonders über ihren Erfolg, war es doch die ersten olympische Mannschaftsmedaille für unser Nachbarland überhaupt. Nach ihren Sichtungen, wo sie mit Punkten überhäuft worden waren, gehörten die Amerikaner zu den Mitfavoriten auf Edelmetall. Eine ungleich, wenn nicht lahm gehende Brentina unter Debbie McDonald, einst das Vorzeigepaar im amerikanischen Dressursport, machte ihnen mit nur 63 Prozentpunkten einen Strich durch die Rechnung. „Bei den Weltreiterspielen in Aachen hat es uns eine Medaille gekostet, jetzt haben die Richter die Unregelmäßigkeiten auch gesehen“, kommentierte der dänische Betreuer Rudolf Zeilinger.
Alle drei deutschen Reiterinnen hatten sich für den Grand Prix Special, der zusammen mit der Kür über die Einzelmedaille entscheiden sollte. „Es war einfach Sch... Ich werde jetzt mein Konzept überdenken müssen und erst einmal Pause machen“, meinte die vor Ort von Wolfram Wittig betreute Nadine Capellmann nach ihrer Vorstellung auf Elvis. Der Fuchs hatten noch nie so wenig Punkte bekommen und damit den Einzug in die Kür verpasst. Heike Kemmer konnte ihren „Bonnie“ auf Angriff reiten und legte mit 73 Prozent den Grundstein für ihre spätere Bronzemedaille. Für Isabell Werth, letzte Starterin im ­Viereck, galt des die 74 Prozent ihrer Dauerkonkurrentin Anky van Grunsven, die mit Salinero einen Sicherheitsritt hingelegt hatte, zu toppen. Bis zur ersten Piaffe schnellten die Punkte in die Höhe: Mehr als 80 Prozent standen an der Anzeigetafel für einen geschmeidig bis dahin fehlerfrei gehenden Satchmo. Dann der Ungehorsam, der Isabell Werth mehr als fünf Prozentpunkte gekostet haben dürfte. „Ein Pferd muss sich mal erschrecken dürfen“, hatte sie nach ihrem Ritt, nicht ahnend, dass das gleiche Malheur auch in der Kür passieren sollte, gesagt. „Ich hätte die Piaffe-Pirouette nicht reiten dürfen“, ärgerte sich Isabell über ihren vergebenen Olympiasieg nach der Kür. Dieser fiel zum drittten Mal an Anky van Grunsven, die Salinero in allen drei Prüfungen mit gebremsten Schaum geritten hatte.
Für etliche Pferde dürften die Olympischen Spiele das letzte Championat gewesen sein. Vermissen werden wir dann den inzwischen 18-jährigen Balagur der Russin Alexandra Koraleva, die sich über ihren sechsten Platz wie über einen Sieg freute. Das ehemalige Polizeipferd - ein Orlov-Traber-Hengst - zeigte in den drei Prüfungen die besten Piaffen. Für Andreas Helg­strands Don Schufro ist das Karriereende ebenso eingeläutet wie für Briar, den Fuchs des Schweden Jan Brink. Beide Hengste hatten, wie viele andere Dressurpferde auch, in Hongkong mit der Hitze zu kämpfen und konnten zwangsläufig nicht ihre ganzen Möglichkeiten zeigen.


...und noch ein Preis
Friedensreiterpreis für Hinrich Romeike

Im Rahmen des „Turniers der Sieger“ in Münster ist Doppel-Olympiasieger Hinrich Romeike als „Horseman des Jahres“ mit dem begehrten Friedensreiterpreis des Westfälischen Reitervereins ausgezeichnet worden. Die Verleihung des Friedensreiters, einer Abbildung einer historischen, aber auch symbolischen Figur, erfolgte im Rahmen eines feierlichen Festaktes durch den Vereinspräsidenten Hendrik Snoek.
Der Friedensreiterpreis wurde 1986 vom Westfälischen Reiterverein ins Leben gerufen, um Persönlichkeiten zu ehren, die neben oder über ihre sportliche Leistung hinaus, für die Reiterei, für die Pferde und für das Ansehen und die Bedeutung des Sportes Außerordentliches geleistet haben. Die für Fairness eingetreten sind und sich über das normale Maß hinaus für den Pferdesport engagiert und - wie die Engländer sagen - Horsemanship gezeigt haben. Bereits im Jahr 2004 hatte die deutsche Vielseitigkeitsequipe, der in Athen die Goldmedaille „am grünen Tisch“ aberkannt worden war, und damit auch Hinrich Romeike den Friedensreiterpreis erhalten. „Eigentlich kann jeder diesen Preis nur einmal bekommen“, sagte Hendrik Snoek bei der Preisverleihung zu Hinrich Romeike. „Aber für Dich machen wir eine Ausnahme“.


SportBild-Award
 â€žDie Goldenen Reiter“ ausgezeichnet

Die deutsche Reit-Nationalmannschaft um Doppel-Olympiasieger Hinrich Romeike ist mit dem SportBild-Award 2008 für die beste Sportidee des Jahres ausgezeichnet worden. Gemeinsam mit dem Neue-Deutsche-Welle-Sänger Joachim Witt hatten die Olympiareiter im Frühsommer den 80er-Jahre-Ohrwurm „Der goldene Reiter“ in einem Hamburger Tonstudio mit verändertem Text neu aufgenommen. „Das hat uns noch mehr motiviert, in Hongkong nach der Goldmedaille zu greifen. Dass wir nun für so viel Spaß noch einen Preis erhalten, ist doch eine fantastische Sache“, freute sich „the flying dentist“ Hinrich Romeike.
Der Zahnarzt aus Nübbel nahm die Auszeichnung im Namen aller Nationalmannschafts-Reiter in Hamburg vom Chefredakteur der SportBild, Pit Gottschalk, entgegen.
 Erstmals vorgestellt wurde der Song Anfang Juli im Rahmen der Eröffnungsfeier des CHIO Aachen. „Der Olympia-Song war eine neue und andere Herausforderung für uns Reiter und es hat allen eine Menge Spaß gemacht. Wir freuen uns sehr über diese Auszeichnung“, sagte Olympiasiegerin Nadine Capellmann. „Das Lied hat uns in Hongkong die ganze Zeit ­begleitet und wurde zum Partyhit Nummer eins“. Die CD „Wir sind die goldenen Reiter“ ist im Handel oder auf der eigenen Homepage unter www.die-goldenen-reiter.com zu erwerben.


Zum ersten Mal bei Olympia
Springreiter aus ChinaZum ersten Mal in der olympischen Geschichte nahm eine Springreitermannschaft aus China an den Reitwettbewerben teil. Zhiwen Zhao trainiert in Frankreich, Zhengqiang Li in Belgien, Zupin Huang bei Ludger Beerbaum, und Bin Zhang ist bei Karsten Huck stationiert. Der 37-Jährige war vor fünf Jahren auf Vermittlung der Equistro-Vertreterin im asiatischen Raum zum Holsteiner Verband gekommen. Die Umstellung für den ehemaligen Fünfkämpfer - er gehörte acht Jahre der chinesischen Nationalmannschaft an - war groß, denn bis dahin hatte er in Shanghai nur auf ausrangierten Vollblütern gesessen. Nachdem Nico, wie er in Holstein nur genannt wird, ein Jahr unter Aufsicht von Lars Bak Andersen geritten war, übergab Norbert Boley Betreuung und Training des Chinesen an Karsten Huck. „Der Holsteiner Verband konnte die intensive Rund­um-Betreuung nicht mehr leisten“, erklärt der Geschäftsführer des Holsteiner Verbandes. Bei Karsten Huck lernte Nico nicht nur das, was wir unter „Horsemanship“ verstehen. In vielen kleinen Springen ließ er ihn Routine sammeln. Im Frühjahr 2005 ritt Nico sein erstes S-Springen, so dass ein Auftritt bei den Ostasien-Spielen in Shanghai ins Auge gefasst werden konnte. Im Sattel des ­Holsteiner Loxgraf Go-Sohnes Lobito gewann er zwei Goldmedaillen. Lobito blieb wegen der Quarantäne­bestimmungen in Shanghai, für Nico wurde ein neues Pferd gesucht. Das fand Christoph Schröder vom Holsteiner Verband vor zwei Jahren: ­Coertis, einen Coriano-Locato-Sohn, der im Norden Schleswig-Holsteins auf ländlichen Turnieren unterwegs gewesen war. „Wir hatten ihn eigentlich für die nationalen Meisterschaften gekauft. An die Olympischen Spiele haben wir noch gar nicht gedacht“, erinnert sich Karsten Huck. Ende vergangenen Sommers haben Bin Zhang und Coertis ihr erstes S-Springen bestritten, erst Anfang Mai haben sie sich in Hagen für die Olympischen Spiele qualifiziert. In Sha Tin zeigte sich die fehlende Erfahrung von Reiter und Pferd. Im ersten Umlauf des Nationenpreises war Coertis zunächst nicht zu bewegen, die Startlinie zu überqueren. Im Parcours blitzte trotz der Fehler seine Klasse auf und er wurde Bester seines Teams.

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