
Die beiden teuersten Fohlen der Auktionen in Behrendorf und Elmshorn werden kĂĽnftig im Ausland ihren Hafer fressen.
Wie schon in den Jahren zuvor, luden die Züchter aus Schleswig/Flensburg und Nordfriesland zum Auftakt des Holsteiner Fohlenauktionsreigens nach Behrendorf. Dort waren 58 Fohlen aufgetrieben worden, die zu einem Durchschnittspreis von 7120 Euro den Besitzer wechselten. „Ich denke, wir können mit diesem Ergebnis in der heutigen Zeit zufrieden sein“, stellte der Vorsitzende des Körbezirks Nordfriesland, Karl-Jochen Maas, nach der Auktion fest. Zu Beginn der Veranstaltung - bei der Präsentation der Fohlen - waren noch etliche Plätze in der Behrendorfer Reithalle frei, doch zur Auktion füllte sich die Halle, und es mussten sogar noch Stühle zusammen gesucht werden, damit auch jeder ein Plätzchen finden konnte.
Wie auch am nächsten Tag in Elmshorn waren es vor allem die ausländischen Kunden, die auf der Suche nach Holsteiner Nachwuchs waren. Deutsche Interessenten griffen nur zurĂĽckhaltend in das Bietegeschehen ein. Hier mag auch die Ungewissheit, wohin unsere Wirtschaft in den nächsten Wochen gehen wird, eine mit entscheidende Rolle gespielt haben. Den Spitzenpreis in Behrendorf erzielte ein Cassini I-Contender-Marlando-Stutfohlen (Stamm 242) aus der Zucht und dem Besitz von Johannes Hansen, Bahrenshöft/Hörup, das der in guter Form agierende Uwe Heckmann fĂĽr 27 000 Euro an Kunden aus Brasilien zuschlug. Cassini I-Lasino-Ahorn Z – Holsteiner Springblut vom Feinsten - trägt das Stutfohlen aus der Zucht und dem Besitz von Dieter Petersen, Schwesing, in ihren Adern. Hinzu kommt der Mutterstamm 2137, der Cento-Stamm. Dieses Bilderbuch-Pedigree wussten auch die brasilianischen Gäste zu schätzen. Sie legten 18 000 Euro fĂĽr die Schimmelstute an. Waren Franzosen in Schleswig-Holstein bislang vornehmlich bei den Hengstauktionen aktiv, so stiegen sie in Behrendorf auch in das Fohlengeschäft ein. Sie ersteigerten fĂĽr 15 000 Euro ein Stutfohlen der ZG Leschke, Tönning, das allerÂ-
beste Blutströme in sich vereint: Contender-Capitol I-Landgraf I. Für die Garde der Nachwuchsvererber legte der auch im Parcours erfolgreiche Legolas Ehre ein. Für das gelungene Stutfohlen a. e. Cassini I-Caretino-Mutter aus der Zucht der ZG Ketelsen/Mahrt, Drelsdorf, bezahlten Züchter aus Niedersachsen 12 500 Euro.
Einen Tag später zog der Tross weiter nach Elmshorn. Die Fritz-Thiedemann-Halle war am Nachmittag gut gefüllt, wenngleich einige der Interessenten, die noch in Behrendorf gesichtet wurden, nicht mehr den Weg nach Elmshorn gefunden hatten.
Klaus Grothmann aus BrunsbĂĽttel war der ZĂĽchter des teuersten Fohlens in Elmshorn.
31 000 Euro war die Contendro I-Calido I-Silvano-Tochter (St. 1466), eine Vollschwester des gekörten Bundeschampions der fünfjährigen Springpferde 2006, Captain Fire, holländischen Kunden wert. Auch in der Verbandszentrale des Holsteiner Verbandes waren die Brasilianer wieder aktiv. Sie ersteigerten für 27 000 Euro einen Cassini I-Caretino-Landgraf I-Sohn aus der Zucht und dem Besitz von Hans-Joachim Gerken, Hammoor. Das Hengstfohlen kommt aus dem Stamm 741, aus dem u. a. der unvergessene Lausbub (Achaz von Buchwaldt) und das Championatspferd VDL Cardento (Peter Eriksson) hervorgegangen sind. 22 000 Euro kostete ein Contender-Casall-Ahorn Z-Stutfohlen aus der Zucht von Mathias Petersen, Neuglasau, und dem Besitz von Dr. Inke Radue, Neuglasau. Dieses typvolle Fohlen gehört einem der erfolgreichsten Stämme der Holsteiner Zucht an, dem Stamm 7126. Die Ur-Großmutter Ribecka v. Calypso I hatte sich u. a. als Mutter der gekörten Hengste Acord I und II einen Namen gemacht. Für die 62 zum Angebot gekommenen Fohlen wurde in Elmshorn ein Durchschnittspreis von 6815,26 Euro erzielt.
Wie schon in den Jahren zuvor war das Interesse der Ausländer an Fohlen aus dem Land zwischen den Meeren groĂź. AuĂźer den Brasilianern sicherten sich Kunden aus Argentinien, Belgien, Dänemark, Frankreich, Italien, ÂJapan, den Niederlanden, Polen, Schweden, Slowenien, Ungarn und den USA hoffnungsvolle Fohlen.
Die Bilanz, die Jan Lüneburg, Vorsitzender des Holsteiner Verbandes, nach den beiden Auktionen zog, war dennoch durchwachsen: „Die Preise für die Fohlen in Behrendorf waren durchaus zufriedenstellend. Hingegen konnten die Elmshorner Auktionsergebnisse, und hier ist auch der Durchschnittspreis gemeint, nicht befriedigen. Wir werden in den nächsten Tagen Ursachenforschung betreiben müssen“.
Die Ergebnisse der Fohlenauktionen finden unter www.holsteiner-verband.de
Translation
The two top-selling foals at the Behrendorf and Elmshorn auctions will hereafter eat their oats abroad. The Cassini I – Contender – Marlando filly (line 242) bred by and consigned from Johannes Hansen of Bahrenshöft/Hörup will ship to Brazil. Auctioneer Uwe Heckmann knocked down the much sought-after grey filly to the South American clients in Behrendorf for 27 000 Euro. In order to avoid her boarding the plane alone, they also bought another filly by Cassini I – Lasino – Ahorn Z (line 2137) bred by and consigned from Dieter Petersen of Schwesing for 18 000 Euro. The 58 foals offered in the auction ring were sold at an average of 7120.69 Euro.
The top-selling foal in Elmshorn was bred by Klaus Grothmann of Brunsbüttel. Dutch clients secured the Contendro I – Calido I – Sivano daughter (line 1466) for 31000 Euro. She is a full sister to the licensed stallion Captain Fire, the 2006 German Champion of the 5 year old Jumpers. The Brazilians were also busy at the Holsteiner Verband’s headquarters. They purchased a Cassini I – Caretino – Landgraf I colt (line 741) bred by and consigned from Hans-Joachim Gerken of Hammor for 27 000 Euro and a Contender – Casall – Ahorn Z filly (line 7126) bred by Mathias Petersen of Neuglasau and consigned from Dr. Inke Radue of Neuglasau. 62 foals were offered and sold for an average of 6815.26 Euro.