
Schon am Tag der Anlieferung und beim ersten Springtraining in Neumünster zeigte sich die gute Qualität des aktuellen Körjahrganges. Die meisten der im August ausgewählten Junghengste hatten sich gut entwickelt und überzeugten durch sportliche Auftritte in ausgewogener Typdarstellung. Mit 30 gekörten Nachwuchsvererbern lag die Quote etwas unter dem Ergebnis von 2007. Die letztjährige Körung brachte 34 Hengsten die Zuchtzulassung.
Auch in diesem Jahr gab es große Übereinstimmung von Körkommission und Publikum bei der Bekanntgabe der Entscheidungen. An den drei Vorstellungstagen in Neumünster ließen sich wieder Stärken und Schwächen der 95 Kandidaten gut erkennen. Dieser Meinung war auch der diesjährige Berichterstatter Jan Pedersen aus Dänemark. Der Vorsitzende des Weltzuchtverbandes (WBFSH) lobte besonders die Ausgewogenheit und Modernität des vorgestellten Jahrganges, wobei das Hightlight der Veranstaltung auch für ihn die Springdarstellung der Hengste war.
Mit etwas Skepsis sahen Veranstalter und Publikum der Vermarktung entgegen. Die Weltwirtschaftskrise brachte täglich neue Hiobsbotschaften über die Medien zu uns und ließ Zurückhaltung bei den Käufern erwarten. Bei den Auktionen bestätigte sich allerdings der alte Grundsatz: „Qualität hat seinen Preis“ und so brachten die gekörten Hengste durchschnittlich überragende 102.000 Euro. Damit wurde zwar nicht ganz das Vorjahresergebnis erreicht, aber sehr qualitätsorientiert bezahlt.
Holsteins Züchter können mit diesem Ergebnis mehr als zufrieden sein. Von einem Durchschnittspreis jenseits der 100.000 Euro-Schallmauer träumen alle anderen deutschen und ausländischen Zuchtverbände. Der hohe Durchschnittspreis wurde nicht von einem „Überflieger“ bestimmt, sondern beachtliche acht Hengste erzielten deutlich über 100.000 Euro. Der Spitzenpreis von 270.000 Euro für Ci Ci Senjor v. Cassini I war wieder ein Beweis für die Begehrlichkeit des Holsteiner Springblutes.
Stutteri Ask, „Springableger“ vom Gestüt Blue Hors in Dänemark, wird diesen kapitalen Schimmelhengst mit dem Spitzenpedigree (Mutter v. Contender-Lord-Landgraf I, Stamm 5421) aufstellen. Skandinavien und Polen waren die aktivsten Kunden, denn neben Dänemark war auch Finnland erfolgreicher Bieter bei den gekörten Hengsten.
Die Körung
In diesem Jahr galt das Augenmerk besonders der Vorbereitung der Junghengste zum Freispringen. Körkommission und Vorstand hatten beschlossen, dass unsachlich springende Hengste zukünftig nicht mehr an der Körveranstaltung in Neumünster teilnehmen dürfen. Die Körkommission muss die Weichenstellung für die Zucht aufgrund der natürlichen genetischen Veranlagung vornehmen können. Dazu wurden bereits bei der Vorauswahl Maßnahmen ergriffen, die in Zukunft noch konsequenter umgesetzt werden. Die Zucht darf nicht in das augenblickliche Dilemma des Springsports geraten! Alle Aufzüchter und Trainer sind aufgerufen, hierfür Sorge zu tragen.
Die Umsetzung dieser Ziele hat in Neumünster auch weitestgehend geklappt. Durchweg sprangen die Hengste natürlich und offenbarten bereits beim Probespringen am Dienstag enorme Sportlichkeit bei guter Art und großem Vermögen. Nicht alle Hengste hatten die gewünschte körperliche Entwicklung genommen, so dass schon bei der Anlieferung ein kleiner Anteil erkennbar war, der die in ihn im Sommer gesetzten Hoffnungen nicht ganz erfüllen konnte.
Am Mittwoch, bei der Pflastermusterung, zeigten sich die Körkandidaten alle frisch und überzeugten mit guter Bewegungsdynamik. Petrus hatte es auch gut mit uns gemeint, und so konnten bei trockenem, aber kühlem Wetter die Hengste zügig durchgemustert werden. War im letzten Jahr hier schon der Siegerhengst deutlich erkennbar, gab es in diesem Jahr noch keinen eindeutigen Favoriten nach der ersten Vorstellung.
Nach der Vorstellung auf dem Dreieck in der Holstenhalle erfolgt die Beurteilung der Hengste auf dem Ring. Hier kann der Vergleich in der Gruppe gezogen werden, wobei die vorausgehenden Einzelvorstellungen für die Gebäude- und Korrektheitsbeurteilung wichtig sind. Neue Wege will hier der Oldenburger Zuchtverband gehen. Neues Körmerkmal ist schon in diesem Jahr die Vorstellung an der Longe, dafür verzichtet man auf die Dreiecksbeurteilung. Das bedeutet, die Körkommission muss Exterieur und Korrektheit allein bei der Pflastermusterung (die erhalten bleiben soll) kritisch beurteilen. In Hannover und Westfalen wird auf das Dreieck nicht verzichtet, allerdings findet zusätzlich die Longenvorstellung auch dort Einzug im Beurteilungsspektrum. Das neue Merkmal mag dem Kunden von Dressurpferden wichtige Informationen liefern, ob es deshalb gleich zum Körkriterium ernannt werden muss, mag dahingestellt bleiben. Zu bedenken ist allerdings dabei, dass neue Ansätze zur „Vorbereitungsverzerrung“ geschaffen werden. Denn es stellt sich die Frage, welcher Trainer kann einen Junghengst wirklich zur Losgelassenheit, tief eingestellt und über den Rücken kommend trainieren, wenn der Markt nach „effektvollen“ Bewegungen schielt. Für Holstein erscheint diese Maßnahme vorerst als nicht sinnvoll. Wir werden die Erfahrungen der Nachbarzuchtgebiete abwarten.
Das Freispringen
Für Holstein ist diese „Kördisziplin“ viel entscheidender. Gibt sie doch Auskunft über das von einem Holsteiner erwartete Leistungspotential. Auch in diesem Jahr war bereits bei der Vorauswahl im Sommer erkennbar, dass uns wieder ein sehr springbegabter Jahrgang erwartet. Diese Einschätzung wurde auch in Neumünster voll bestätigt. In diesem Merkmal standen die Hengste dem letztjährigen „Superjahrgang“ nicht viel nach. Bei den 95 vorgestellten Springaspiranten gab es nur selten mal Geklapper an den Stangen oder gar Abwürfe. Alle Hengste sprangen konzentriert, durchweg sachlich und sehr beeindruckend von der Art und dem Vermögen.
Für die Mitglieder der Körkommission und für Herbert Blöcker war es bereits die vierte Vorstellung dieser Hengste, so dass sehr individuell auf jeden einzelnen Kandidaten eingegangen werden konnte. Diese Möglichkeit ist ein großer Vorteil in unserem System und kommt vor allem den jungen Hengsten sehr entgegen. Stimmte das Vertrauen und die Veranlagung, so wurden die Hengste von Herbert Blöcker auch über höhere Abmessungen geschickt, was alle Kandidaten mit großem Talent und sichtlicher Freude am Springen meisterhaft bewältigten. So gab es immer wieder verdienten Applaus vom sachkundigen Publikum. Insgesamt lief das Freispringen in diesem Jahr sehr ruhig und sachlich ab.
Zu den besonderen Höhepunkten des Freispringens zählten die folgenden Abstammungskombinationen: Acodetto x Capitol I, Canto x Carolus I, Caretino x Carano, Cassiano x Reichsgraf, 3 x Cassini I x Contender, Contendro I x Contender, Cariano x Landgraf I, Quidam de Revel x Cassini I, Quidam de Revel x Corofino I und Singulord Joter x Contender. Diese zwölf Hengste sprangen in Neumünster am besten, so dass sie bei der Beurteilung nahe am Optimum lagen oder sogar das Optimum mit der Note 10 erreichten.
Die Abstammung
In diesem Jahr gab es keine so großen Konzentrationen auf bestimmte Väter, die Abstammungen waren breiter gestreut. Ganze elf Nachkommen von Cassini I und II waren im Katalog aufgeführt, wobei Cassini I acht Söhne stellte. Also deutlich weniger als noch 2007. Damals kamen die Cassini-Brüder mit jeweils zwölf Nachkommen zur Körung nach Neumünster. Neben Cassini I (8) waren es Canto (7), Caretino (7) und Contender (7) sowie Quidam de Revel (5), die in diesem Jahr zurückhaltender das Bild bestimmten. Mit jeweils drei Söhnen waren Cassini II, Chin Chin, Con Air, Coriano und Quintero beteiligt. Weitere neun Hengste stellten jeweils zwei Nachkommen, und die große Anzahl von 32 Hengsten sorgte mit einem Sohn für ein abwechslungsreiches Abstammungsbild des diesjährigen Jahrganges.
Bei den gekörten Hengsten hat sich die Cor de la Bryère-Linie wieder die klare Führung zurück erorbert. 2007 hatten die Capitol I-Nachkommen den Ton angegeben, von ihnen wurden zwölf Nachkommen gekört. 2008 reduzierte sich der Anteil gekörter Söhne erheblich. Ganze fünf Zöglinge aus dieser Leistungslinie erhielten in Neumünster die Zuchtzulassung. Klar in Führung gingen die 17 Nachkommen der „Corde“-Linie. 2007 waren es nur elf gekörte Vertreter dieser prominenten Vaterlinie, die allerdings heute schon eine weite Verzweigung erfahren hat. Sie reicht von Canto über Chin Chin zu Casado, die alle über Caletto I, Constant oder Corrado I auf den legendären Cor de la Bryère zurückgehen. Großen Einfluss hat auch die Quidam de Revel-Linie auf Holsteins Zuchtgeschehen genommen. Bei näherer Betrachtung muss diese Linie eigentlich dem französischen Stempelhengst Almé zugeordnet werden, da Quidam von Jalisco abstammt, der wiederum ein Almé-Sohn ist. Zwei direkte Söhne von Quidam und ein Urenkel von Quintero wurden in diesem Jahr in Neumünster gekört.
Von großem Interesse ist auch die mütterliche Abstammung der gekörten Junghengste. Hier dominiert die Cor de la Bryère-Linie ebenfalls in der ersten Generation. 14 der Hengstmütter stammen von einem Corde-Nachkommen ab. Das sind immerhin die Mütter von fast 50 % aller gekörten Hengste. Hier ist doch ein deutlicher Hinweis auf Linienenge gegeben, wie sehr deutlich am Beispiel der Katalognummer 64 (Contendro I x Contender) zu erkennen war. Als weitere Väter der Hengstmütter treten vor allem Nachkommen der Landgraf I-Linie sowie auch Vertreter der Capitol I, Almé und bestimmter Vollblutlinien auf.
Die gekörten Hengste
30 gekörte Junghengste spiegeln ein gutes Niveau des gesamten Jahrganges wider, wobei die Ausnahmequalität aus 2007 nicht ganz erreicht wurde. In diesem Jahr erreichten sechs Spitzenvertreter des Jahrganges den Prämienring. Aus dieser Gruppe wurde der Siegerhengst ermittelt.
Sechs Prämienhengste 2008
Cantoblanco v. Canto - Carolus I
Züchter: Hartmann Zucht- u. Turnierstall GmbH & Co.KG, 24768 Rendsburg
Aufzüchter und Eigentümer:
Sportpferde Ahlmann GmbH, 25593 Reher
Carlo Grande v. Carlos DZ - Salient xx
Züchter, Aufzüchter und Eigentümer:
Pferdezucht & Tierhaltung
Lothar und Sven Völz, 25797 Woehrden
Cassito v. Cassiano - Reichsgraf
Züchter, Aufzüchter und Eigentümer:
Manfred Birchler, 8865 Bilten, Schweiz
Chin Camp v. Chin Chin - Carvallo
Züchter: Gerhard E.M. Roerink, 7481 VA Haaksbergen, NL
Aufzüchter und Eigentümer:
Holsteiner Verband, 25336 Elmshorn
Lantino v. Landos - Caretino
Züchter: Marius Carstensen,
25884 Norstedtfeld
Aufzüchter: Karin Winter-Polac, 24850 Lürschau
Eigentümer: Hans Henning Groenwoldt, 24837 Schleswig
Nektos v. Nekton - Liatos
Züchter: Arno Johannsen, 25858 Hoegel
Aufzüchter und Eigentümer:
Tjeert Rijkens, 25336 Elmshorn
Die Genetik der sechs Prämienhengste zeigt eine große Besonderheit, die Holstein so noch gar nicht erlebt hat. Keiner der vorgestellten Spitzenhengste stammt direkt von den großen Heroen (Cassini, Caretino, Contender u. Co.) ab. Dieses Ergebnis spricht für die Weiterentwicklung und den Zuchtfortschritt in Holstein. Leider folgen der Markt und die Kunden dieser notwendigen Entwicklung noch nicht. Die teuersten Preise erzielten nach wie vor die Nachkommen der bekannten Althengste.
Mit Cantoblanco gelang es dem Siegerhengst von 2004, Canto, gleich im ersten Jahrgang ein Spitzenprodukt zu liefern. Der außergewöhnlich typvolle Dunkelbraune ist ein Multitalent. Mit Energie zeigt er einen großartigen Bewegungsablauf und erinnert dabei sehr an den ganggewaltigen Vater Canto. Am Sprung lieferte er eine perfekte Vorstellung, die der einmaligen Abstammung voll gerecht wurde. Seine Mutter ist die Vollschwester zum international erfolgreichen Sportler Clinton I.
Ein perfekter Holsteiner ist Carlo Grande, der dosiert alle wertvollen Blutströme Holsteins in seinem Pedigree vereint. Den wunderschönen Ausdruck mit ganz moderner Prägung verdankt er der Halbblutmutter. Das enorme Leistungspotential, das er in eine vollendete Springdarstellung umsetzen konnte, hat ihm mit Sicherheit der sprunggewaltige Cantus-Sohn Carlos DZ mitgegeben.
Der Liebling vieler Besucher in Neumünster war Cassito. Der ungemein typvolle Schimmelhengst bestach von der ersten Vorstellung durch seine enorme Ausstrahlung und die sehr gelungene Körperaufteilung. Dabei verfügt er über Rahmen, Größe und Substanz. Am Sprung überzeugte seine positive Einstellung und das grenzenlose Vermögen, was sicher aus der Kombination von Cassiano und der Superstute Bravo resultiert.
Lantino war ein weiterer Favorit des Publikums in Neumünster. Jeder Auftritt war von unglaublicher Gangmechanik gekennzeichnet, dabei war die Aktivität des Hinterbeines beispielhaft. Auch am Sprung überzeugte dieser Ausnahmesportler mit größter Vorsicht und sehr guter Technik. Viel Qualität läßt sich aus der Mutterlinie ableiten. Großmutter Unora I war Spitzenstute ihres Jahrganges und vertrat Holstein 1985 bei der DLG-Schau in Hannover. Dr. Thomas Nissen
Translation
Even this year the public widely agreed when the grading commission announced the decisions. The Neumünster 3-day-presentation again revealed strengths and weaknesses of the 95 stallion prospects, a view also held by the 2008 commentator, Jan Pedersen from Denmark. The president of the World Breeding Federation for Sport Horses (WBFSH) particularly praised the consistent quality and modernity of the presented colts. Even in his opinion, the free jumping had been the highlight of the presentation. In Holstein, free jumping plays a decisive role in the approval process since it provides information on the performance potential expected of a Holsteiner horse. Already the pre-selection in summer had again indicated an age group with a high jumping potential, an estimation fully confirmed by the Neumünster performance. In this criterion the colts were almost on a par with their counterparts of the “super year” 2007. Only on rare occasions did the 95 aspiring jumpers touch or actually knock down a rail. All colts demonstrated impressive scope and ability and a focused and purposeful jump. Special highlights were provided by the following pedigree combinations: Acodetto x Capitol I, Canto x Carolus I, Caretino x Carano, Cassiano x Reichsgraf, Cassini I x Contender (3 colts), Contendro I x Contender, Cariano x Landgraf I, Quidam de Revel x Cassini I, Quidam de Revel x Corofino I und Singulord Joter x Contender. These 12 colts were the best jumpers in Neumünster, all of them scoring just below the top mark or even achieving a perfect 10. In 2008, the predominance of certain sires was less pronounced and there was a greater variety of parentage. The catalogue listed only 11 Cassini I and II offspring, considerably fewer than in 2007, when each of the Cassini brothers had been represented by 12 sons at the Neumünster approval. Along with Cassini I (8 offspring), Canto (7), Caretino (7), Contender (7), and Quidam de Revel (5) were the most frequent sires in 2008, but this time at a comparatively low key level. Cassini II, Chin Chin, Con Air, Coriano, and Quintero were all represented by three sons each. Nine other stallions had two offspring, respectively. Moreover, the great number of 32 sires represented by a single son resulted in a great genetic variety of the colts presented for approval. The pedigree background of the six premium stallions is characterised by a distinctive feature yet unparalleled in Holsteiner breeding: None of these young top stallions is a direct descendant of the current big household names (Cassini, Caretino, Contender etc), a result indicating an overall genetic enhancement and advancement of the Holsteiner breed.
Already in his first season, the 2004 champion stallion Canto succeeded in siring top-notch offspring. The extremely typey dark bay 2008 champion stallion Cantoblanco is an all-rounder. In his display of movement with wonderful flow and fabulous energy, he really takes after his sire, the tremendous mover Canto. His perfect performance over the jumps also did justice to his singular pedigree, his dam being a full sister to the internationally successful sport horse Clinton I.
Carlo Grande is a perfect Holsteiner with a pedigree combining a dosage of all valuable Holsteiner blood elements. He owns his wonderful expression with a very modern imprint to his half Thoroughbred dam. His enormous achievement potential which enabled him to accomplish a flawless jump performance is definitely due to the powerful jumping Cantus son Carlos DZ.
Cassito was the darling of many Neumünster visitors. From the first presentation, the extremely typey grey stallion captivated through tremendous charisma and very good body proportions. Moreover, he is tall and boasts frame as well as substance. His willing attitude and boundless ability over the jumps are definitely due to the combination of Cassiano and the super mare Bravo.
Lantino was one the favourites of the Neumünster public. Each appearance was characterised by unbelievable mechanics of movement and an exemplary activity of the hind leg. This exceptional athlete also demonstrated a convincing jump displaying utmost caution and very good technique. A great deal of quality can be attributed to the dam line. His 2nd dam Unora I was the best mare in her age group and represented the Holsteiner breed at the 1985 DLG show in Hanover.
Die Berichterstattung
In diesem Jahr hatte Jan Pedersen, Vorsitzender der WBFSH (World Breeding Federation of Sport Horses) und des dänischen Warmblutzuchtverbandes, die Berichterstattung übernommen.
Hier seine Rede:
„Ein Mikrofon kann eine sehr gefährliche Waffe sein - besonders in den Händen vom Vorsitzenden eines konkurrierenden Zuchtverbandes. Aber Sie können beruhigt sein: Diese Waffe ist überwiegend mit Worten des Lobes, Anerkennung und Dankbarkeit geladen - Dankbarkeit weil Ihr Erfolg auch auf meinen Verband tropft, indem einige von den Hengsten, die wir hier gesehen haben, ohne Zweifel bei uns züchterisch eingesetzt werden.
Obwohl die Pferde in diesem Bericht natürlich im Mittelpunkt stehen sollen, erlaube ich mir, auch ein paar Worte zum Ablauf des gestrigen Freispringens zu äußern. Das Team in der Arena unter der Leitung von Herbert Blöcker hat mich stark beeindruckt. Die Leute haben wirklich als ein Team funktioniert, immer waren sie für einander da. Ruhig und unauffällig haben sie alles geregelt und die Konzentration bis zum letzen Hengst bewahrt. Sehr leicht sah es aus, sehr schwierig ist es. Es war einfach professionell, und das Team verdient einen großen Applaus.
Nun zu den Hengsten: Als ich den Körkatalog durchblätterte, fiel mir das Durchschnittsalter der Vaterhengste auf. 40 Prozent von ihnen sind über 20 Jahre alt. Wenn man dann aber die Junghengste vor die Augen bekommt, muss man sich wundern, denn sie sind überwiegend top moderne Athleten, und es ist deutlich, dass die Entwicklung in Holstein schnell geht. Zum Beispiel ist es Ihnen meiner Meinung nach gelungen, innerhalb von wenigen Jahren die Sattellage deutlich zu verbessern. Nun - wie ist das möglich, wenn die alten Hengste in so hohem Grad die Zucht prägen. Dafür gibt es nur eine Erklärung. Das geht nur mit tüchtiger und zielgerichteter Anpaarung. Und die Holsteiner Züchter haben deutlich gezeigt, dass sie es meistern.
Man kann sich allerdings die Frage stellen, ob der Verband durch einen intensiveren Einsatz der jüngeren Generationen einen noch größeren und schnelleren Schritt Richtung Fortschritt nehmen könnte. Die Entwicklung liegt ja im Generationswechsel. Aber darin liegt natürlich auch eine mögliche negative Entwicklung, und das ist wohl der Grund, weshalb Sie so konzentriert auf das bewährte Blut setzen.
Das Freispringen hat gezeigt, dass der Jahrgang qualitativ eine sehr große Breite hatte. Die Hengste konnten alle gut springen - einige natürlich besser als andere. Kein Hengst ist aber durchgefallen - viele waren wirklich gut. Ein bisschen problematisch fand ich gestern bei vielen Hengsten die Schrittbewegung, und man hat ja immer behauptet, dass zwischen Galopp und Schritt eine sehr enge Verbindung besteht. Diese Verbindung konnte ich gestern nicht finden, denn der Galopp war überwiegend sehr gut. Eine Erklärung dafür habe ich dann heute morgen auf dem Schrittring gefunden. Hier war der Schritt - als die Hengste viel entspannter auftraten - bei den meisten viel besser geworden.
Ich möchte gerne ein paar Hengste ansprechen - auch einige von denen, die den Weg zum Prämienring nicht gefunden haben: Der Halbblüter Esquire v. Esteban xx-Leandro ist ein moderner, edler, athletischer Hengst mit drei sehr guten Grundgangarten. Wenn wir solche Halbblüter produzieren können, müssen wir uns nicht ärgern, wenn aus einer Anpaarung mit einem Vollblüter ein Hengstfohlen kommt.
In einem Verband, der sich auf Springpferde spezialisiert, müssen auch die Hengste Cariano v. Caretino-Carano, Ci Ci Senjor v. Cassini I-Contender und Quasar v. Quidam de Revel-Corofino I hervorgehoben werden. Besonders diese drei Hengste haben fantastisches, überlegenes Springen gezeigt.
Die beiden Hengste von Chin Chin, Classe, und Chin Champ, bestechen wirklich durch hervorragenden Typ, und das ist desto auffälliger, wenn man daran denkt, dass Chin Chin 30 Jahre alt geworden ist.
Drei Hengste haben alles, was man sich wünschen kann. Der eine ist Cantoblanco v. Canto-Carolus I, ein wahrer Topathlet mit außergewöhnlicher Ausstrahlung und Springvermögen. Ich möchte auch Cassito v. Cassiano-Reichsgraf hervorheben, den bildschönen Schimmel, der auch sehr gut springt und schliesslich Lantino v. Landos-Caretino, der alle durch seine hervorragende Trabbewegung mit Schwung und Takt stark beeindruckt hat.
Nun - ich weiss, dass Holsteiner Züchter gerne vorausschauen. Mit der Qualität, die wir hier bei Ihrer Körung gesehen haben, können Sie ganz ruhig in die Zukunft blicken. Trotz der Finanzkrise - der Holsteiner wird bestimmt eine harte Währung bleiben.“
Schauabend
125 Jahre Holsteiner Verband, Olympische Spiele in Hongkong. Große Ereignisse, die beim Großen Schauabend in Neumünster noch einmal aufgegriffen wurden.
Auf sie hatten alle gewartet: Marius und Hinrich Romeike, die als doppelte Olympiasieger nicht nur in die Annalen der Holsteiner Zucht-, sondern auch in die internationale Reitsportgeschichte eingegangen sind. Der Jubel des Publikums kannte keine Grenzen als der Schimmel zur Melodie „Wir sind die Goldenen Reiter“ kernig und frisch im Hallenoval Runde um Runde galoppierte. Gekommen waren auch sein Züchter Hans-Werner Ritters und dessen Sohn Jens, der die stolze Marius-Mutter Echse v. Laurin an der Hand hatte, sowie die Pflegerinnen von Marius, Swantje von Allwörn und Sonja Tonn, und das Trainerteam Georg-Otto „Butzer“ Heyser und Jörg Naeve. Hans-Werner Ritters wurde vom Vorsitzenden des Holsteiner Verbandes, Jan Lüneburg, als Züchter des Jahres mit der Landgraf I-Statue ausgezeichnet, Hinrich Romeike erhielt für seinen grandiosen Erfolg in Hongkong die Goldene Verbandsnadel, die höchste Auszeichnung, die der Verband zu vergeben hat. Und große Freude stand ihm ins Gesicht geschrieben, als ein Fohlen v. Talkative xx-Lorentin I um ihn herumgaloppierte. Ein „Danke“ des Verbandes auch dafür, dass der Holsteiner nun auch im Vielseitigkeitssport in aller Munde ist.
Zuvor waren die Züchter der Olympiapferde In Style (Mannschaftssilber), Carlsson vom Dach (Mannschaftsgold) und Nobless M (Mannschaftsvierte) von Falko Mäkelburg mit seinem Vierspänner in die Halle gefahren worden. Hans Paulsen, Heinrich Horstmann und Gerd Magens freuten sich ebenso über ein Bild des von ihnen gezogenen Erfolgspferdes wie Hannes Meindl, der Besitzer von Nobless M und seit vielen Jahren engagierter Holsteiner Züchter in Bayern.
2008 war das Jahr der Jubiläumsfeierlichkeiten des Holsteiner Verbandes. Gerhard Gramann und Dr. Thomas Nissen ließen die Geschichte noch einmal Revue passieren. Sie hatten zwei Männer in ihre Mitte genommen, die dem Holsteiner Pferd, jeder auf seine Weise, eng verbunden waren bzw. sind: den legendären Springreiter Hans Günter Winkler, der seinen ersten Weltmeistertitel einem Holsteiner - Orient - zu verdanken hat, und Gustav Weber, Brande, ein „Urgestein“ der Holsteiner Pferdezucht (siehe auch Seite 31 bzw. 34). Um das 125-jährige Jubiläum des Verbandes noch einmal zu würdigen, waren Reiter der Landgestüte Warendorf, Celle, Neustadt/Dosse, Moritzburg und Marbach in ihren historischen Uniformen mit Söhnen und Enkeln von Holsteiner Hengsten erschienen. Mit einer schwierigen, nur einmal zu Pferde geübten Quadrille unter Leitung vom 1. Hauptstallmeister des westfälischen Landgestüts, Peter Borggreve, machten sie den Holsteiner Züchtern ihre Aufwartung. Wie schon in Elmshorn begeisterten neben den bestens herausgebrachten Siegerinnen der diesjährigen Jubiläumsstutenschau noch einmal die „alten“, über 20-jährigen Erfolgsstuten der Holsteiner Zucht, Zivia (u. a. Mutter von Cassiano), Valeska (u. a. Coriano), Fara (Canturo), Elegante (Collin) und Chanell (Cumano). Im Jubiläumsjahr durften die Grand Seigneurs der Holsteiner Zucht bei diesem denkwürdigen Schauabend nicht fehlen: Cassini I, Corrado I, Contender und Caretino feierten ein Wiedersehen mit dem Publikum in der ausverkauften Holstenhalle, ihre jüngeren „Kollegen“ Cassiano (Pius Schwizer), Nekton (Janne-Friederike Meyer) und Boritas (Philipp Züger) brillierten mit fantastischen Sprüngen in einem Kurzparcours. Auch der Dressursport kam nicht zu kurz. Wieger Derk de Boer, der seine hoch erfolgreiche Saison vor einigen Wochen mit dem Landesmeistertitel gekrönt hatte und seine Tochter Sarah zeigten Cosmopolitan und Kupfermann in einer gelungenen Grand Prix-Kür.
Auch die Jungzüchter hatten sich wieder etwas ausgedacht. Wie viele Personen passen in einen Pferdehänger: 50 meinte Wettpate Dr. Karl Blobel, und er verlor. Knapp 80 Jungen und Mädchen hatten dort ein „Plätzchen“ gefunden. Dass auch Kühe - sie kamen vom Hof Lüschow - nicht untalentiert am Sprung sind, stellten die jungen Züchter aus Steinburg unter Beweis. Keine Chance beim „Tauziehen“ gegen einen Kaltblüter hatten hingegeben die zwölf Jungzüchter aus Bad Segeberg.
Einmal einen Hund haben, der auf den leisesten Pfiff sofort reagiert - davon träumen viele Hundehalter. Schäfermeisterin Anne Krüger hatte ihre flinken, gehorsamen Boarder Collies Flip, Pepper, Spax und Leeds mitgebracht und demonstrierte eindrucksvoll mit einer Herde Waliser Schwarzhalsziegen die hohe Schule der Hundeausbildung. „Es war ein langer, aber gelungener Schauabend mit vielen Höhepunkten“, war die einhellige Meinung der Zuschauer als sie nach dem stimmungsvollen Abschied die Holstenhallen verließen.
Translation
Everybody had been waiting for Marius and Hinrich Romeike, the double Olympic winners who have gone down in the annals not only of Holsteiner breeding but also of international equestrianism. To continuous cheering of the crowd the grey circled round and round the oval arena in a brisk and vigorous gallop. Marius’ breeder Hans-Werner Ritters, his son Jens, holding Marius proud dam, Echse by Laurin, as well as Marius’ female grooms, and the trainer team Georg-Otto “Butzer” Heyser and Jörg Naeve were also present. Hans-Werner Ritters was awarded the title Breeder of the Year and given the Landgraf statue by Jan Lüneburg, chairman of the Holsteiner Verband. Hinrich Romeike received the Verband’s highest award, the Golden lapel pin, for his terrific Hong Kong success. His delight was clearly written on his face when a foal by TB Talkative – Lorentin galloped around him, another “thank you” from the Verband, because now everybody is also talking about Holsteiners in eventing. Other highlights were the quadrille shown by the Warendorf, Celle, Neustadt/Dosse, Moritzburg, and Marbach state studs, the presentation of old and proven Holsteiner mares and the performance of the high-profile sires Caretino, Cassini I, Contender, and Corrado I.
Auktionen
„Wir waren mehr als zufrieden“, das sagte der Vorsitzende des Holsteiner Verbandes, Jan Lüneburg, nach der Reitpferdeauktion in der Holstenhalle von Neumünster. Das gleiche Fazit konnte auch nach den Auktionen der gekörten und nicht gekörten Hengste gezogen werden.
Auktion der Elitereitpferde
Spitzenpreis für Cash Up
Vor dem wirtschaftlichen Hintergrund können wir mit den Auktionsergebnissen mehr als zufrieden sein“, war das Resumée des ersten Vorsitzenden des Holsteiner Verbandes, Jan Lüneburg, als alles vorüber war. Die Holsteiner Züchter bzw. Aussteller bliebeb bei der Reitpferdeauktion realistisch. Sie haben die Zeichen der Zeit erkannt, und - bis auf drei Ausnahmen - ihre Pferde verkauft. Der Ausreißer nach oben hat in diesem Jahr gefehlt. Der erzielte Durchschnittspreis für 36 zugeschlagene Pferde von 35 472 Euro kann daher nicht hoch genug eingeschätzt werden. Einmal mehr hat sich gezeigt, dass sich fünf- und sechsjährige Pferde in einer Auktion schwerer tun. Selbst gute Platzierungen in Nachwuchsprüfungen sind keine Gewähr für einen Top-Verkauf. Die Kunden interessieren sich „nach dem Prinzip Hoffnung“ vor allem für die jungen Pferde, am besten dreijährig. Die Jüngsten im Auktionslot wurden, wie schon in den Jahren zuvor, im Schnitt am besten bezahlt. Sie müssen allerdings, wie die Vierjährigen auch, ihrem Alter entsprechend ausgebildet sein.
Viele Interessenten waren in Elmshorn zum Ausprobieren gewesen, und in Neumünster nutzten die wieder zahlreich angereisten Ausländer diese Möglichkeit, nachdem die Kandidaten sich in der großen Halle im Freispringen und unter dem Sattel gezeigt hatten.
Die Bieterplätze im Hallenrund waren gut gefüllt, als das erste Pferd im Auktionsring erschien. Es war die Stute Corivada v. Corrado I-Alcatraz-Calando I (Stamm 2428) aus der Zucht von Dieter Pingel, Altenmoor, und dem Besitz von Dr. Rolf Stecher, Nordhastedt, die von Auktionator Uwe Heckmann für 60 000 Euro zugeschlagen wurde. Die dreijährige Schimmelstute wird zur weiteren Ausbildung zu Philip Rüping gehen, der seit rund zwei Jahren mit dem Käufer, ein tschechischer Industrieller, „pferdetechnisch“ verbandelt ist. Mit dem vierjährigen Calato-Calgary-Corporal-Sohn Chicco (Stamm 741) aus der Zucht von Hans-Joachim Gerken, Hammoor, und dem Besitz von Jens Ritters, Krumstedt, der für 73 000 Euro zugeschlagen wurde, geht ein weiterer hoffnungsvoller Holsteiner in den Breitenburger Stall. Zuständig für den Spitzenpreis war Deike Ahsbahs, die vier Pferde für die Sheika Maitha bint Mohammed bin Rashid al Maktoum aus den Vereingten Emiraten ersteigerte. Der vierjährige Cash Up v. Cashandcarry-Concerto II-Capitol I (Stamm 776) aus der Zucht und dem Besitz der Witt Pferdezucht GbR, Wellinghusen, kostete 97 000 Euro. Die Sheika, eine Tochter des Ehemannes der FEI Prinzessin Haya von Jordanien, hatte ihr Land bei den Olympischen Spielen in Peking bei den Taekwandoo-Wettkämpfen vertreten, in Dubai betreibt sie einen Turnierstall. Deike Ahsbahs, die den Turnierstall der Sheikha in den kommenden Monaten wieder mit betreuen wird, war bei drei weiteren Pferden erfolgreich: Coljano v. Canturo-Romantiker-Manometer xx (Stamm 7669) aus der Zucht und dem Besitz von Manuela Rippe kostete 43 000 Euro, Esmeralda v. Ephèbe for Ever-Contender-Schampus xx (Stamm 1463) aus der Zucht und dem Besitz des Holsteiner Verbandes 44 000 Euro und Quanita v. Quintero-Lordanos-Acord II (Stamm 776) aus der Zucht und dem Besitz von F. H. Waldmann, Verden, 60 000 Euro. Auch deutsche Turnierställe waren beim Bieten erfolgreich. So geht die dreijährige Quintero-Acord II-Silvester-Tochter Quintara aus der Zucht und dem Besitz von Max Dethlefs in Wrohm in den Stall Herz, bei dem unlängst mit Nisse Lüneburg, einer der talentiertesten Nachwuchsspringreiter, angeheuert hat. Der Baden-Württemberger Alexander Schill, der u. a. mit Libertino II erfolgreich unterwegs ist, ersteigerte die mit großen Vermögen springende dreijährige Contender-Lavaletto-Lavall II-Tochter Castella (Stamm 18 A2) aus der Zucht von Detlef Hennings, Bendorf, und dem Besitz von Nicola und Kim Franceschini, Celle. Trotz der Wirtschaftskrise, die vor allem die Amerikaner gebeutelt hat, hielten sich die Kunden aus Übersee nicht zurück. Sie ersteigerten drei Holsteiner: Caruso v. Carolus I-Loutano-Landlord (Stamm 3801) aus der Zucht und dem Besitz von Gerhard Schütt, Feldhorst, Contessa v. Contender-Calando I-Ronald (Stamm 776) aus der Zucht von Claus-Wilhelm Pöhlmann, Wittbek, und dem Besitz von Sybille Pöhlmann, Wittbek, sowie Ladylike v. Lasino-Lantaan-Capitol I (Stamm 95) aus der Zucht der ZG Knauer/Böttcher, Felde, und dem Besitz von Paul Knauer, Klein-Nordsee. Während Alessandro Mingoli den Holsteiner Auktionen seit zehn Jahren die Treue hält - in diesem Jahr ersteigerte er für seine Klienten zwei Reitpferde - waren einige der Interessenten aus der Slowakei, die über Reimer Hennings den Weg nach Neumünster gefunden hatten, zum ersten Mal bei einer Holsteiner Auktion. Sie waren bei zwei Reitpferden, Canturana v. Canturo-Acobat II-Landego (Stamm 390) aus der Zucht und dem Besitz von Herbert Diederich, Niestetal (38 000 Euro) und Cassino v. Cassini I-Alasca-Caprivi (Stamm 5625) aus der Zucht und dem Besitz von Julius-Peter Sinnack, Bocholt (50 000 Euro), erfolgreich.
Translation
„Given the prevailing economic situation, we are more than happy with the turnover“, said Jan Lüneburg, chairman of the Holsteiner Verband, at the conclusion of the riding horse auction. Far from losing their heads, the Holsteiner breeders and consignors had recognised the writings on the wall and sold their horses, except for 3. As this year saw no staggering top price, the average of 35 472 Euro achieved for the 36 horses sold must be rated very favourably. Deike Ahsbahs purchased 4 horses on behalf of Sheika Maitha bint Mohammed bin Rashid al Maktoum of the United Arab Emirates and also accounted for the top-selling lot: 4-yr-old Cash Up by Cashandcarry - Concerto II - Capitol I (line 776), bred and consigned by Witt Pferdezucht GbR of Wellinghusen, sold for 97 000 Euro.
Auktion der gekörten Hengste
Ci Ci Senjor der teuerste
Die Anspannung bei Züchtern, Ausstellern und der Verbandsführung war angesichts der täglichen Hiobsbotschaften von Banken und Börsen vor der Auktion der gekörten Hengste nicht zu übersehen. „Wir hatten große Bauchschmerzen“, gab der erste Vorsitzende des Holsteiner Verbandes Jan Lüneburg später dann auch zu. Die Bauchschmerzen waren umsonst, denn mit einem Durchschnittspreis von 102 000 Euro für 19, von Auktionator Uwe Heckmann zugeschlagenen Hengsten konnten alle Beteiligten mehr als zufrieden sein. „Angesichts der wirtschaftlichen Lage hatten wir mit diesem Ergebnis nicht unbedingt gerechnet“, sagte Jan Lüneburg dann auch.
Einmal mehr war das Capitol I-Blut sehr gefragt: Den Spitzenpreis von 270 000 Euro legte das dänische Gestüt Stuteri Ask (der „Springableger“ von Blue Hors) für Ci Ci Senjor v. Cassini I an. Die Tasdorfer Gestütsherrin Petra Wilm hatte einige aufregende Momente zu überstehen, denn es war „ihr“ Dieter Ingwersen, der im Auftrag der Dänen geboten hatte. Mit dem für 170 000 Euro ersteigerten Cristo-Cicero-Calypso I-Sohn Cris, ein Halbbruder des unter Richard Spooner so erfolgreichen Cristallo, aus der Zucht von Thies Meier, Helse, und dem Besitz von Ivan Peretic, Karlovac, wird ein weiterer Hengst seine Box im Stuteri Ask beziehen. Dänemark ist auch die neue Heimat des Cassini I-Contender-Sohnes Cannavaro, der für 180 000 Euro in den Besitz des Springstalles von Andreas Schou wechselte. Beim Freispringen der Hengste war auch Paul Schockemöhle anwesend, und was er sah, überzeugte ihn: Er sicherte sich zwei Hengste, Canzero v. Cassini II-Caretino und den Contender-Calido I-Sohn Contodo.Sie kosteten 140 000 bzw. 70 000 Euro. Ein neuer und interessanter Markt öffnet sich in den Vereinigten Emiraten. Mit dem Canturo-Fier de Lui Z-Sohn Cantianos wurde für 110 000 Euro ein hochveranlagtes Sportpferd und ein kapitaler Zuchthengst eingekauft. Dariusz Wechta, der ein Gestüt und einen Springstall in Posen betreibt, ersteigerte zwei Hengste: Corianos Ass v. Coriano für 65 000 Euro und Quasar. Dieser Quidam de Revel-Sohn war am Tag zuvor im Freispringen einer der Besten gewesen. Der Dunkelbraune kostete
150 000 Euro. Die Marbacher Landstallmeisterin Dr. Astrid von Velsen freute sich: Sie konnte für die nächsten zwei Jahre den Prämienhengst Nektos v. Nekton anpachten, der von Guido Züger aus der Schweiz für 77 000 Euro ersteigert wurde. Der Reservesieger der diesjährigen Körung Lantano v. Landos wird seine Box im Gestüt Sprehe beziehen. Er kostete auf der Auktion 75 000 Euro. In Schleswig-Holstein auf die Station von Dirk Ahlmann wird der Caretino-Sohn Carolino gehen. Er wurde von Kunden aus der Slowakei für 46 00 Euro ersteigert. Aus Deutschland steigerten auch die Vertreter der Landgestüte. Celle sicherte sich mit einem Sponsor den springgewaltigen Quissini v. Quidam de Revel.
Translation
Again, approved stallions carrying the blood of Capitol I were much sought after. Stuteri Ask – the Blue Hors „jumping offshoot“ – invested 270 000 Euro in the top selling lot, Ci Ci Senjor by Cassini I. Some pretty exciting moments for Petra Wilm, the owner of Tasdorf stud, since her manager, Dieter Ingwersen, had done the bidding on behalf of the Danish stud. Knocked down for 170 000 Euro, the Cristo– Cicero-Calypso I son Cris (bred by Thies Meier of Helse, and consigned by Ivan Pretic of Karlovac), a half brother to Cristallo, successfully ridden by Richard Spooner, will also move into a box stall at Stuteri Ask. Danmark is also the new base of the Cassini I – Contender son Cannavaro, who sold for 180 000 Euro to Andreas Schou’s jumping stable.
Paul Schockemöhle had attended the free jumping phase and what he saw proved convincing. He secured two stallions, Canzero by Cassini II - Caretino and the Contender - Calido I son Contodo for 140 000 and 70 000 Euro, respectively.
Auktion der nicht gekörten Hengste
80 000 Euro für Delaurier
Nach Diarado, dem strahlenden Körungssieger 2007, stellte Diamant de Semilly jetzt mit Delaurier den teuersten nicht gekörten Hengst. Der aus einer Counter-Acord II-Mutter (Stamm 6928) stammende, von Hans-Otto Krohn, Kaiser-Wilhelm-Koog, gezogene und ausgestellte Dunkelbraune war dem finnischen Springreiter Mikael Forsten, 80 000 Euro wert. Gegenbieter war übrigens das Gestüt Sprehe. Mikael Forsten und sein Frau Noora Pentti, ebenfalls im Springsattel hoch erfolgreich, hatten am Tag zuvor bereits für 190 000 Euro den gekörten Hengst Coco Jambo v.
Contendro I ersteigern können. Auch der Däne Andreas Schou war bei den nicht gekörten Hengsten wieder aktiv: Er ersteigerte für 60 000 Euro Carlow v. Caretino-Contender-Fier de Lui Z (Stamm 4539) aus der Zucht von Günther Petersen, Finkhaushalligkoog, und dem Besitz von Matthias Ketelsen, Silberstedt. Der Pole Dariusz Wechta, in dessen Stall auch Hof Schretstakens Quamiro steht, war auch bei den nicht gekörten Hengsten erfolgreich. Er ersteigerte für 45 000 Euro den Cassini I-Heraldik xx-Sohn Cassilo (Stamm 2666) aus der Zucht und dem Besitz von Franz Sager, Aasbüttel, sowie den Nekton-Carvallo-Sohn Nerrado (Stamm 4) aus der Zucht von Klaus-Dietrich Raimundt, Albersdorf und dem Besitz von Peter Nagel-Tornau, Wangels, der 17 000 Euro kostete. Der Durchschnittspreis für 50 in den Auktionsring gekommene nicht gekörte Hengste pendelte sich bei 26219 Euro
ein.
Ehrungen
Fritz-Thiedemann-Medaille für Hans Günter Winkler
Anlässlich des großen Schauabends zeichnete der Holsteiner Verband einen Mann mit der Fritz-Thiedemann-Medaille aus, der nationale und internationale Springsportgeschichte geschrieben hat: Hans Günter Winkler. Das Jubiläumsjahr des Holsteiner Verbandes war ein willkommener Anlass, die Erfolge des legendären Reiters auf Holsteiner Pferden zu würdigen. Im Sattel von Orient begann Hans Günter Winklers internationale Karriere als er 1955 Weltmeister wurde. Mit Torphy, einem Reinald xx-Sohn, gehörte er 1972 zur deutschen Mannschaft, die bei den Olympischen Spielen in München die Goldmedaille erringen konnte. Zu erwähnen sind aber auch Romanus v. Ramzes oder Fortun v. Frivol xx, die Hans Günter Winkler zu zahlreichen Siegen und Platzierungen in internationalen Springen trugen.
Die Fritz-Thiedemann-Medaille wurde geschaffen in Erinnerung an einen Mann, der ein Idol für Generationen von Reitern war und heute noch ist. Ein Mann, der seine Bodenständigkeit, seine Bescheidenheit und Fairness in seinem Sport vorgelebt hat.
Goldene Ehrennadel des Verbandes für Hinrich Romeike
Sie waren die Stars der Olympischen Reiterspiele in Hongkong. Der 14-jährige Marius und sein Reiter Hinrich Romeike gewannen Doppelgold in der Vielseitigkeit. Es war ein historischer Sieg, denn das letzte Mal war dieser Erfolg Hauptmann Stubbendorff und Nurmi bei den Olympischen Spielen von Berlin gelungen - vor 72 Jahren.
„Irgendwo liegt hier noch eine Goldmedaille, und die will ich mir abholen“, hatte Hinrich Romeike in Anspielung auf die vor vier Jahren nach den Olympischen Spielen in Athen am grünen Tisch verlorene Medaille immer wieder gesagt. Dass es dann zwei Goldmedaillen wurden, war das „I-Tüpfelchen, auf dem I-Tüpfelchen auf dem Sahnehäubchen“ so der Zahnarzt aus Nübbel.
Baron de Coubertin hätte seine große Freude an dem Sieg von Hinrich Romeike gehabt, war der 45-jährige Zahnarzt doch einer der ganz wenigen Amateure im olympischen Starterfeld. „The flying dentist and his lovely grey“, wie die beiden Holsteiner in den englischen Zeitungen genannt werden, haben bewiesen, dass
Holsteiner Pferde auch im Vielseitigkeitssport ein gewichtiges Wörtchen mitreden können. Die Goldene Ehrennadel, die höchste Auszeichnung, die der Holsteiner Verband vergeben kann, war der verdiente Lohn für Hinrich Romeike. Und als ganz besonderes Geschenk erhielt er ein blutgeprägtes, vom Vollblüter Talkative xx abstammendes Fohlen, mit dem er vielleicht in einigen Jahren seine erfolgreiche Vielseitigkeitskarriere fortsetzen kann.
Züchter des Jahres
Landgraf I-Statue für Hans-Werner Ritters
Der Holsteiner Züchter des Jahres 2008 heißt Hans-Werner Ritters. Ihm ist in diesem Jahr das gelungen, wovon andere Züchter ein Leben lang vergebens träumen. Nach Classic Touch, die 1992 unter Ludger Beerbaum Gold im Olympischen Einzelspringen von Barcelona gewann, konnte der ehemalige, langjährige zweite Vorsitzende des Holsteiner Verbandes seinen zweiten Olympiasieger feiern: Marius v. Condrieu xx a. d. Echse v. Laurin holte in Hongkong unter Hinrich Romeike Doppelgold in der Vielseitigkeit. Mit der Linienbegründerin und Stammstute seiner Zucht, Virgina v. Frivol xx aus dem Stamm 730 B, zu dem auch die Caletto-Brüder und Carpaccio gehören, war Hans-Werner Ritters in den 50-iger Jahren im Springsport sehr erfolgreich. U. a. gehörte das Paar 1955 zur siegreichen Mannschaft der Junioren-Europameisterschaften. Die Marius-Großmutter Nienburg v. Fra Diavolo hat sich als ein züchterisches Juwel für die Ritters-Zucht entpuppt: Ihre Tochter Echse brachte neben Marius u. a. noch den gekörten Hengst Cefalo v. Caretino, der von Holger Wulschner international in der Youngster-Tour geritten wird, und die Quidam de Revel-Tochter Sprite, die über die Holsteiner Auktion nach Amerika verkauft worden ist. Dort mischt sie mit viel Erfolg unter Laura, Tochter des legendären Frank Chapot, in der Springsportszene mit. „Auf Bestellung“ von Hinrich Romeike ging Echse vor vier Jahren wieder zu Condrieu xx. „Der Wallach ist ein ganz anderes Pferd als Marius, braun und mittelgroß“, weiß Jens Ritters, der inzwischen die Zucht von seinem Vater übernommen hat, zu berichten. Auch Echses Halbschwester Nienburg III v. Concerto II befindet sich in der Ritters-Zucht. Sie ist u. a. Mutter der gekörten Hengste Ferron v. For Pleasure und Cascetto v. Casall. Hans-Werner Ritters erhielt vom ersten Vorsitzenden des Holsteiner Verbandes, Jan Lüneburg, für seine großartigen Erfolge in der Holsteiner Zucht die Landgraf I-Statue überreicht.
Goldene Plakette der FN
Gerard Muffels
Ohne ihn läuft im Elmshorner Verbandshengststall gar nichts: Gerard Muffels, der im September vor 25 Jahren als Auszubildender bei Herbert Blöcker beim Holsteiner Verband angeheuert hat. Nach Ende seiner Ausbildungszeit ging der heute 47-Jährige auf die Renommierstation Siethwende, um dort die Nachfolge von Bruno Grigat, langjähriger Betreuer des Jahrhunderthengstes Cor de la Bryère, anzutreten. Acht Jahre betreute er dort die Verbandshengste, dann wechselte der gebürtige Holländer 1994 in den Elmshorner Hengststall. Ob Hengste oder Stuten, Gerard Muffels weiß mit den ihm anvertrauten Vierbeinern umzugehen. Bei den Europachampionaten der Stuten, die in den 90-iger Jahren in Brüssel stattgefunden haben, wurde er mehrmals als Europas bester Vorführer ausgezeichnet. Eine Auszeichnung, die Gerard Muffels auch des öfteren bei den Körveranstaltungen des Holsteiner Verbandes erhalten hat. Gerard Muffels hat sich ständig weiter gebildet. So ist er inzwischen zu einer anerkannten Kapazität auf dem Gebiet der Künstlichen Besamung geworden. Es geschieht nicht selten, dass Hengsthalter nach Elmshorn kommen, um sich bei Gerard Muffels mit dem notwendigen Know-How zu versorgen. Neben dem Deckgeschäft ist er verantwortlich für die Vorbereitung der Junghengste des Holsteiner Verbandes auf die Körung. So haben wir ihn auch in diesem Jahr wieder in Neumünster gesehen, als er die Junghengste perfekt in Szene gesetzt hat.
Gerard Muffels wurde mit der Goldenen Plakette der FN (Deutsche Reiterliche Vereinigung), die für großes und erfolgreiches Engagement in der deutschen Pferdezucht verliehen wird, ausgezeichnet.
Silberteller für den Züchter des erfolgreichsten Halbblutspringpferdes gegeben vom TOP SPECIAL Jahr Verlag
Professor Dr. Hartwig Schmidt
Professor Dr. Hartwig Schmidt hat sich seit vielen Jahren der Leistungszucht von Holsteiner Pferden verschrieben. Die Pferde aus den von ihm gepflegten Stutenstämmen sind stets sehr begehrt. In diesem Jahr war es vor allem die Corrado I-Tochter Corradina, die ihrem Züchter große Freude bereitet. Unter Carsten-Otto Nagel ist sie das beständigste deutsche Springpferd, u. a. Dritte im Großen Preis von Aachen, gewesen. Der von Professor Dr. Hartwig Schmidt (Borsfleth) gezogene achtjährige Carolinus v. Carolus I belegte in diesem Jahr unter Kai Rüder den achten Platz bei den Weltmeisterschaften der jungen Vielseitigkeitspferde. Die Auszeichnung als Züchter des besten Holsteiner Halbblutspringpferdes erhielt er aus den Händen der Chefredakteurin des Fachmagazin ST. GEORG, Gabriele Pochhammer, für die internationalen Parcourserfolge des Heraldik xx-Sohnes Herald. Zuvor war Professor Dr. Hartwig Schmidt bereits als Züchter der gekörten Hengste Cantolino v. Canto-Acorado I-Lord und Singulaer v. Singulord Joter-Contender-Silvester ausgezeichnet worden.
Georg Ahsbahs-Medaille
Gustav Weber, Brande-Hörnerkirchen
Acht Stutenfamilien hatten sich in Elmshorn bei dem anlässlich des Festaktes zum 125-jährigen Jubiläum des Holsteiner Verbandes ausgetragenen Familienwettbewerbs um die begehrten Siegerschleifen beworben. Über den Sieg konnte sich ein Züchter der ganz alten Garde freuen: Gustav Weber aus Brande-Hörnerkirchen, dessen Stute Lavaletta v. Landgraf I mit ihren beiden von Casall abstammenden Töchtern an der Spitze stand. Der 87-Jährige nahm sichtlich gerührt die Glückwünsche des Landwirtschaftsministers Dr. Christian von Boetticher entgegen.
Die Pferdezucht auf dem Hof in Brande-Hörnerkirchen besteht seit mehr als 100 Jahren. Gustav Webers Großvater, William, war aus Hannover nach Holstein gezogen und hatte eine Stute mitgebracht. Sie wurde eingetragen und bekam die Stammnummer 1907. Mitte der 20er Jahre übernahm Gustav Webers Vater Otto den Hof. Er war ein Pferdemann vom Scheitel bis zur Sohle. Mit der Stute Derby v. Friedland war er ein erfolgreicher Fahrsportler. Derby wurde auch in der Zucht eingesetzt. U. a. war sie Mutter von Nemo, der sich unter Hans-Heinrich Lammerich 1954 und 1955 als Zweiter bzw. Dritter im renommierten Deutschen Spring Derby platzieren konnte. Mitte der 50er Jahre gingen der Hof und die Pferde in den Besitz von Gustav Weber über. „Ich war froh, dass mein Vater die Zucht nach dem Krieg weiter betrieben hat“, erinnerte sich einst Gustav Weber. Ein besonderes Juwel seiner Zucht war die DLG-Siegerin Victoria v. Cottage Son xx, die seinerzeit als beste Halbblutstute Deutschlands bezeichnet wurde. Auch der Hengst Consul v. Cottage Son xx erblickte in Brande-Hörnerkirchen das Licht der Welt. Er war u. a. als Vater von Granat, Dressur-Olympiasieger unter Christine Stückelberger (CH) und Deka, der Mutter der Hengste Caletto I bis III in aller Munde.
Für seine großartigen Zuchterfolge wurde Gustav Weber anlässlich des Schauabends mit der Georg-Ahsbahs-Medaille ausgezeichnet.
Silberne Ehrennadel
Pius Schwizer
Hannes Meindl aus Kirchanschoring (Bayern) hatte Nobless M im Fohlenalter bei ihrem Züchter Gerd Magens in Ottenbüttel entdeckt. Die kleine, hübsche Schimmelstute aus dem berühmten Bühne-Stamm hatte es ihm besonders angetan. Die Tochter von Hannes Meindl bildete Nobless M aus und stellte sie auf Turnieren vor. In einer Prüfung sah der Schweizer Pius Schwizer die Stute und war begeistert von ihrem schier grenzenlosen Springvermögen. Er wurde sich mit ihrem Besitzer einig, und Nobless M wechselte in die Schweiz, blieb aber im Besitz von Hannes Meindl. Achtjährig hatte sie ihre ersten viel beachteten internationalen Auftritte. Ein Jahr später ging das Paar bei den Europameisterschaften in Mannheim an den Start. Das Fernziel waren jedoch die Olympischen Spiele. Und Pius Schwizer war mit Nobless M in Hongkong dabei. Die famose Stute bewältigte die schweren Parcours im Sha Tin Reitstadion von Hongkong mit Bravour und trug damit entscheidend zum vierten Rang der Schweizer Reiter im Nationenpreis bei. Für seine Erfolge im Sattel von Nobless M erhielt Pius Schwizer die Silberne Ehrennadel des Holsteiner Verbandes.