Das 125-jährige Jubiläum

 

Elitestutenschau

Viele interessierte Besucher, hervorragende Jungstuten, gute Stimmung und noch akzeptables Wetter, so könnte der zweite Schautag kurz auf einen Nenner gebracht werden.Dass sich qualitativ ein guter Jahrgang ankündigte, war schon bei den regionalen Eintragungen erkennbar. Mit 98 Teilnehmerinnen lagen wir im Trend der letzten Jahre (2007:100 Stuten). Bedauerlich ist der Rückgang der Vollblutbesamungen, was zur Folge hatte, dass wir keine separate Gruppe von Halbblutstuten in Elmshorn ausstellen konnten. Ganze drei Stuten haben den Weg nach Elmshorn gefunden und machten eine gute Figur im Feld der Warmblüter. Auf die neue Generation von Vollblutnachkommen werden wir noch etwas warten müssen, da der Schub voraussichtlich erst in zwei oder drei Jahren erfolgen wird.Die AbstammungDie 98 qualifizierten Stuten stammten von 47 Vätern ab, was auf eine gute genetische ­Vielfalt hindeutet. Auch die Dominanz ­bestimmter Hengste war in diesem Jahr nicht vorhanden. Eher erfreulich war, dass ein Nachwuchsvererber wie Casall mit zehn Nachkommen den höchsten Anteil an direkten Töchtern stellte. Seine Vererberqualität hat dieser Caretino-Sohn bereits bei den Stutenprüfungen unter Beweis gestellt. Viele Töchter sind sportlich hoch talentiert und verfügen über allerbeste Reitpferdeeigenschaften. Dass dabei auch die Typen stimmen, hat Casall dem Publikum in Elmshorn wieder eindrucksvoll gezeigt, denn bereits im letzten Jahr dominierten seine Töchter bei der Elitestutenschau. Natürlich dürfen die bewährten Vererber als Väter der Jungstuten nicht fehlen. Contender (7), Caretino (5), Cassini I (5) stellen über viele Jahre schon Top-Modelle und sind die großen Werbeträger der Holsteiner Zucht über die Landesgrenzen hinaus. Der Rückgang des L-Blutes ist bei den Berichterstattungen der letzten Jahre immer wieder bemerkt worden. Erfreulich ist, dass in diesem Jahr Limbus ebenfalls fünf Töchter und Levisto vier Töchter stellten. Daneben waren dann nur noch Lorentin I (2), Landos (1) und Lavall I (1) vertreten. Auffallend positiv zeigte sich die Vererbung des relativ jungen Casado. Mit vier Elitetöchtern stand er in diesem Jahr in der Spitzengruppe der Väter und überzeugte auch durch qualitativ hochwertige Nachkommen. Hier hat sich das interessante Pedigree durchgesetzt. Sein Vater Coriano in Verbindung mit der Cento-Mutter Viola XI v. Caletto II liefert die wertvollen Gene für die positive Vererbung. In diesem Zusammenhang muss auch die auffallend positive Vererbung des Nimmerdor-Sohnes Nekton erwähnt werden. Zumal seine Mutter eine Vollschwester zu Casado (Coriano x Caletto II) ist. Beide kommen aus dem Stamm 2137 und der Erfolgszucht von Otto Boje Schoof, Hedwigenkoog. Nekton war mit drei Töchtern in Elmshorn vertreten, von denen es eine besonders auffallende Stute in die Jahrgangsspitze schaffte. Nicht ganz einfach anzupaaren ist der Quantum-Sohn Quintero. Sicher ist aber, dass er Leistungstypen liefert. Zur Schau in Elmshorn hatten sich drei seiner Töchter qualifiziert und gaben einen hervorragenden Eindruck in seine auf den gehobenen Springsport ausgerichtete Vererbung. Gut linierte Typen mit sport­licher Prägung lieferte auch Contendro II. Seine Töchter (2) waren schon bei den regionalen Eintragungen auffällig und bestätigten ihr Format auch in Elmshorn.Auf den Rückgang der Vollblutnachkommen wurde schon hingewiesen. In diesem Jahr gelang es dem in Mecklenburg stationierten Ussuri xx und dem Top-Vererber aus Niedersachsen, Lauries Crusador xx, je eine Tochter zu stellen. Die absolute Spitzenstute kam von Lauries Crusador xx, der in Verbindung mit Calypso I - Ladalco die beste Halbblutstute der Schau lieferte. Der EndringAus den neun Ringen hatten sich 18 Stuten für den Endring qualifiziert. Diese wurden aufgrund der späteren Vergabe des „Blauen Bandes“ schon gleich nach dem Einzelrichten und vor der Mittagspause in die Bahn gerufen. Alle Teilnehmerinnen stellten sich erneut in einer großen Trabrunde vor und offenbarten ihre Qualitäten. Es zeigten sich eine unglaubliche Leistungsdichte und hervorragende Modelle, um die uns viele Zuchtgebiete beneiden. Der einheitliche Typ und die klassisch holsteinischen Bewegungsabläufe sind schon ganz besondere Qualitätsmerkmale, die der Besucher nur in Elmshorn so geballt zu sehen bekommt. Die Abstammungspalette der Endringstuten reichte von A wie Acord II oder Almoretto über C wie Casall (2x), Clinton I, Carinjo, Cracker Jack und natürlich Contender, Corrado I und Cassini II hin zu L, N und Q, wie Levisto, Lorentin I und Landos sowie Nekton und Quadrigo. Nun hatten die Richter Heino Kracht, Timm Peters und Dr. Thomas Nissen keine leichten Entscheidungen zu treffen. Auch der diesjährige Berichterstatter aus dem Rheinland - Theo Leuchten  - Vorsitzender des Rheinischen Pferdestammbuches, lobte das unglaublich hohe Qualitätsniveau des Endringes. Am Ende kristallisierten sich fünf Stuten als Jahrgangsbeste heraus:Die SiegerstutenSiegerstute:VONTESSA VA v. Casall a.d. Onessa III v. Carolus I - Landgraf IZü.+Bes.: Manfred v. Allwörden, SeedorfEin herausragendes Stutenmodell, das den klassischen Holsteiner Rassetyp in idealer Weise verkörpert. Die großrahmige, über viel Boden stehende Stute ist überaus korrekt und besticht durch einen enorm kraftvollen Bewegungsablauf, der von großem Schub gekennzeichnet ist. Das Siegen liegt in ihrer Familie, denn schon die Großmutter Vanessa war Jahrgangssiegerin und über Jahre Holsteins erfolg­reichste Schaustute. In der Zucht lieferte sie mit Capitol I den Vererber Calato.ReservesiegerstuteVALETTA v. Landos a.d. Dorina I v. Cascadeur - Latino; Zü.: ZG Wittenberg, Schnarup-ThumbyBes.: Detlef Hennings, BendorfEin markantes Leistungsmodell mit ungemeiner Ausstrahlung. Ihr makelloser Körperbau im kompakten Rechteckrahmen machen sie zu einem Sportmodell der Extraklasse. Die drei Grundgangarten sind von sehr guter Qualität. Der Galopp wurde freilaufend mit Höchstnoten versehen und bewegte sich ganz nahe am Optimum. Ähnlich verhält es sich mit der Schritt- und Trabdarstellung, so dass hier eine unglaubliche Sportlerin heranreift. Das Fundament ­bietet der Stutenstamm 1859 und die enge ­Verwandtschaft zum Weltmeister Calvaro (Willi Mellinger).II. ReservesiegerstuteVALENTINA I v. Nekton a.d. Nora VII v. Briscar - Landgraf I; Zü.: Gesa Rahtjen-Heesch, BeldorfBes.: Hermann Gloy, SiezbüttelGanz elegante Erscheinung mit großer Ausstrahlung in imponierender Aufmachung. Ein richtiger „Blickfang“ ist diese noble Nekton-Tochter, die schon durch die dunkle Jacke und die Blesse besticht. Großrahmig und korrekt gebaut, verfügt sie über ein außer-gewöhnliches Bewegungspotential. Der Trab gehörte mit zu dem besten Ablauf der gesamten Schau. Die Leistungsanlagen hat sie bereits mit ihrer überragenden Stutenprüfung unter Beweis gestellt.Beste BewegungsstuteVIENNA VI v. Clinton I a.d. Lalida v. Calido I - Cabinett I Zü.+Bes.: ZG E. und Dr. C Meinert, ElmenhorstBestechend schöne Stute mit idealen Proportionen. Der Berichterstatter lobte die Clinton I-Tochter als „das perfekte Pferd mit gewaltigem Bewegungspotential“. Der Bewegungsablauf war in allen drei Grundgangarten optimal. Der Trab bestach durch die enorme Schwungentwicklung, dabei gab es nie Taktstörungen. Ein Tritt wie der andere ermöglichten stets eine perfekte Präsentation in Elmshorn.Beste HalbblutstuteVIONA I v. Lauries Crusador xx a.d. Ellipse v. Calypso I - LadalcoZü.: Kristin Sophia Howest, HamburgBes.: Udo Howest, HamburgEin perfektes Pferd, das in allen Punkten die Anforderungen an einen Halbblüter optimal erfüllt. Bei hervorragender Veredelung verfügt dieser Ausnahmetyp auch über genügend Substanz und Rahmen sowie über enormes Bewegungspotential. Aufgrund dieser großen Gesamtbedeutung hätte diese Stute auch als Gesamtsiegerin eine gute Figur gemacht.Dr. Thomas NissenBerichterstatter Theo Leuchten:„Eine rundum gelungene Veranstaltung“In diesem Jahr hatte Theo Leuchten, Vorsitzender des Rheinischen Pferdestammbuchs, die Berichterstattung der Verbandsstutenschau übernommen. Er hat Donata von Preußen seine Eindrücke geschildert:„Ich bin das erste Mal überhaupt in Elmshorn gewesen. Schon bei der Ankunft haben mich das weitläufige Gelände und die historischen Gebäude beeindruckt. Die Fritz-Thiedemann-Halle fügt sich perfekt in das Ensemble ein. Die ganze Veranstaltung habe ich als besonders züchternah empfunden - ohne überkandideltes „VIP-Getue“. Jeder spricht mit jedem, internationale Reiter mischen sich unter Zuschauer und Züchter.Dass die Holsteiner als Springpferdezucht auch durchaus bewegungsstarke Pferde aufweisen kann, hat mich ein wenig überrascht. Die Stuten, die es in den Endring geschafft hatten, bewegten sich mit viel Raumgriff. Gefallen haben mir die Vorführer und Peitschenführer, die sehr ruhig agiert haben. Die Stuten waren für die Richtergruppe stets „ansprechbar“. Das sieht man leider nicht immer. Erfreulich zu sehen war für mich, dass die meisten Stuten durchaus noch auf der Weide gewesen sind und die letzten zwei Monate ihrer Vorbereitungszeit nicht nur im Stall verbracht haben. Einen kleinen Kritik­punkt habe ich allerdings: Die Dreiecksbahn scheint nicht ganz optimal, weil sich dort doch die eine oder andere Bodenwelle befindet, so dass die Stuten schon sehr trittsicher sein mussten. Und noch ein weiterer Vorschlag: Es wäre für die Zuschauer sicherlich interessant, die Ergebnisse der Stutenleistungsprüfungen in den Katalog mit aufzunehmen, die ja bei der Urteilsfindung unter bestimmten Umständen eine Rolle spielen können.Der Holsteiner Verband ist der einzige Verband, der Zuwachsraten zu verzeichnen hat. Ein Zeichen dafür, dass die Verantwortlichen sicherlich vieles richtig gemacht haben. Alles in allem war es für mich eine rundum gelungene Veranstaltung.“Translation ElitestutenschauThe regional mare inspection sites had already constituted evidence of the good quality of the crop. Due to the unfortunate decrease in TB inseminations it had not been possible to introduce a separate half bred class at the Elmshorn show. 98 mares qualified. They were by 47 different stallions, indicating good genetic diversity. This year saw no overly dominant stallions. However, there was something rather pleasing about a young stallion like Casall (by Caretino) being the most frequent sire represented by 10 daughters. Mare performance tests have already established his quality as a sire. Many daughters are athletically gifted, displaying top riding horse traits. And they display good type to boot, as Casall again impressively demonstrated to the audience, same as last year, when his daughters dominated the Elite mare show, as well. Of course the proven sires must not be forgotten. Contender (7), Caretino (5), and Cassini (5) have been producing top-quality offspring for years and have become icons of the Holsteiner breed. The decrease of L-bloodlines has been stated again and again during the last years. On a more positive note, Limbus also had 5 and Levisto had 4 daughters in the 2008 show. Aside from that, only Lorentin I (2), Landos (1), and Lavall (1) were also represented by their female offspring. The comparatively young stallion Casado made a very favourite impression. He ranked among the leading sires due to four elite daughters and convinced by high quality progeny. In this context, the beneficial impact of Nimmerdor son Nekton must be mentioned as well, the more so as his dam Legende is a full sister to Casado (Coriano x Caletto II).  Both of them come from stamm 2137 and from the successful breeding operation of Otto Boje Schoof of Hedwigenkoog. The most striking of the three Nekton daughters shown in Elmshorn even made it to the top group. Quintero by Quantum may not be a perfect match for each and every mare, but he surely produces performance offspring. Three of his daughters qualified for the Elmshorn show and demonstrated his ability to sire top show jumping prospects. Two Contendro II daughters displaying good symmetry and athletic proportions already stood out at the regional inspection sites and proofed true to form at the Verband mare show as well. 125 Jahre Holsteiner VerbandJubiläumsstutenschau Höhepunkt der Elmshorner PferdetageDas 125-jährige Verbandsjubiläum stand ganz im Zeichen der Holsteiner Mutterstuten.Schon vor 125 Jahren hatte Georg Ahsbahs die Wichtigkeit der Stutenfamilien als Basis der Zucht erkannt und die Vergabe von Stammnummern eingeleitet. Diese Maßnahme ist die wesentliche Grundlage des heutigen Erfolges der Holsteiner. Von dieser Qualität konnten sich die zahlreichen Besucher aus dem In- und Ausland in Elmshorn überzeugen. Neben dem traditionellen Familienwettbewerb stellten sich 81 Stuten in allen vier angebotenen Altersklassen der Konkurrenz. Eine Verbandsstutenschau in heutiger Zeit zu organisieren, ist keine leicht Aufgabe, da sich die meisten Züchter mit der Ausschreibung gar nicht angesprochen fühlen. Der Stellenwert einer Stutenschau hat in den letzten Jahrzehnten bei der Züchterschaft erheblich abgenommen. Schauerfolge mussten Turniererfolgen weichen, da die sportliche Komponente bei der Stutenbewertung und dem Verkauf erheblich an Einfluss gewonnen hat. Früher waren DLG- oder Landesschauen absolute Highlights im Züchterleben. Heute zählt in erster Linie der Erfolg beim Bundeschampionat oder im großen Sport. Trotz allem darf das „Kulturgut“ Stutenschau nicht völlig verschwinden. Alle Züchter sind aufgerufen, den Verband bei solchen Aktivitäten zu unterstützen. Was in Holstein dann auch beim zweiten Anlauf geklappt hat. Alle Züchter von aktiven Staats- und Verbandsprämienstuten im Alter von vier bis zehn Jahren wurden vom Verband angeschrieben und eingeladen, sich an der Schau aktiv mit ihren Stuten zu beteiligen. Das Ergebnis war überzeugend, denn 110 Nennungen für die vier Altersklassen gingen ein. Dabei ergab sich auch eine gute Verteilung auf die einzelnen Klassen durch wirkliche Qualitätsstuten. Für viele Sieger- und Endringstuten der letzten Jahre wurde die Startbereitschaft erklärt, und es wurde ein interessanter Wettbewerb.VerbandsstutenschauVier- und fünfjährigDie Klasse der jungen Stuten war von der Qualität und von der Anzahl der Teilnehmerinnen am stärksten besetzt. 24 Stuten stellten sich der Konkurrenz. In der ersten Gruppe siegte die Casall-Tochter UDEA, deren Mutter über Landgraf I - Farnese auf den Stamm 1907 zurück geht. Gustav und William Weber, Brande-Hoernerkirchen waren die Aussteller. Ihr Bewegungspotential und die gute Typdarstellung ermöglichten den Erfolg. Aber auch Gerd Carstensens (Hoerup) Loran-Leuthen I-Tochter URANDI überzeugte durch eine imponierende Erscheinung und großer Übersetzung auf dem Dreieck. Sie trug den Ib-Preis in dieser Gruppe davon.Die Gruppe II in dieser Klasse wurde von einer außergewöhnlichen Stute souverän beherrscht. US-Beauty v. Paramount-Ligorett (Stamm 1947), vorgestellt von Waltraud Sobirey, Hüttblek. Die Dunkelbraune war bereits im letzten Jahr bestes Bewegungspferd der Elitestutenschau und hatte einen überzeugenden Auftritt beim Schauabend in Neumünster unter der Reiterin Susanne Mohr. In dieser Gruppe gab es auch ein Wiedersehen mit URSA v. Carpaccio-Ramirado. Sie war die überragende Siegerstute der Elitestutenschau 2007 in Elmshorn und Reservesiegerin im Championat der Reitpferde unter ihrer Züchterin und Besitzerin Sonja Franzenburg-Much. Hier mußte sie sich allerdings mit dem Ic-Preis zufrieden geben, da sie etwas „ausgepowert“ wirkte. Die dritte Gruppe der ersten Klasse wurde von TABALUGA II angeführt. Diese Cardino-Contender-Tochter war vor zwei Jahren Jahrgangssiegerstute in Elmshorn und hatte nichts an Glanz und Auftritt verloren. Darüber freute sich die Besitzerin Andrea Gölke, AVORA Pferde GmbH, Welmbüttel.Sechs- und siebenjährigBei den sechs- und siebenjährigen Stuten (Klasse II) lag der letzte Schauauftritt schon etwas zurück, allerdings hatten sie sich sehr schnell in Elmshorn eingelebt und konnten nahezu nahtlos an ihre alte Kondition anschließen. SARESE v. Contender-Coriolan, Zü. + Bes.: Hans Jürgen Köhncke, Badendorf, war bestens herausgebracht und bestach durch den hervorragenden Rassetyp, gepaart mit enorm schwungvollem Bewegungsablauf. Diesen Gruppensieg konnte ihr auch nicht die Siegerin der Halbblutklasse von 2004, RUBY ROD v. Esteban xx-Fernando, aus dem Bestand von Isabel Jahr, Hodorf, streitig machen. Diese bewegungsstarke Halbblutstute unterstrich ihre Qualität mit dem Ib-Preis.Zur Siegerstute der zweiten Gruppe in dieser Altersklasse wurde RATINA II v. Landucci-Contender aus der Zucht und dem Besitz von der ZG Christiansen, Hoenck und Wollenberg, Bovenau, bestimmt. Die siebenjährige Stute mit dem gehäuften L-Blut gefiel durch ihre sportliche Erscheinung und dem kraftvollen Bewegungsablauf. In dieser Gruppe startete auch RESI I v. Lancer II - Capitol I aus dem Bestand von Alf Bartholomaeus , Kiebitzreihe. Mit dem Id-Preis konnte die gut herausgebrachte Siegerstute von 2004 den Erfolg vergangener Tage nicht ganz wiederholen. Acht- und neunjährigDie Klasse III war den acht- und neunjährigen Stuten vorbehalten. Mit 21 Stuten gab es hier auch ein großes Teilnehmerfeld. Eine sehr auffällige Erscheinung war PATRICIA V v. Lorentin I - Corofino I aus der Zucht und dem Besitz v. Boie Behrens, Helse. Diese ungemein typvolle Mutterstute beeindruckte dabei auch mit einem ganz kraftvollen Bewegungsablauf. Die überragende Gesamtqualität verhalf ihr zum Gruppensieg. Aus der Zucht von Dieter Voigt, Löptin, kommt OTAVI v. Lothringer - Exorbitant xx. Sie wurde gekonnt von Julia Voigt in Szene gesetzt und siegte ganggewaltig in der zweiten Gruppe, gefolgt von OHIO I, eine überragende Halbblutstute, die für Heraldik xx Ehre einlegte. Sie kommt aus dem Stall von Jens Hauschildt, Seester, und geht auf den Erfolgsstamm 95 zurück. Noch besser in Szene setzen konnte sich die Halbblutstute ORNELLA MUTI v. Exorbitant xx - Caletto I aus der Zucht und dem Besitz der Familie Ellerbrook, Kayhude. Mit großem Rahmen und echter Holsteiner Zuchtstutenqualität siegte sie überzeugend in der dritten Gruppe vor der Carolus I-Tochter OLIVIA V aus dem Stall von Michael Eitel, Freihung.Zehnjährig und älterBesonders interessant war die Klasse IV der älteren Stuten besetzt. Neben den bekannten Holsteiner Erfolgsvererbern traten hier auch sechs Vollblüter als Väter auf.Bestechend schön präsentierte sich die fast Rappstute NOBLE CORRADA v. Corrado I - Calypso I aus der Zucht und dem Besitz von Hans Heinrich Peters, Krempermoor. Sie siegte unangefochten in ihrer Gruppe und zeigte sich dabei noch erstaunlich frisch und energiegeladen. Aus dem gleichen Geburtsjahr stammt auch die Siegerstute der zweiten und damit letzten Gruppe NACONYA v. Leandro - Caletto I, Zü.: Albert Bossmann, Bujendorf-Süsel, Bes.: Michael Eitel, Freihung, die in überzeugender Form vorgestellt wurde. Sie verkörpert den modernen Holsteiner Rassetyp in Verbindung mit einem enormen Bewegungspotential.Das EndergebnisAus allen vier Klassen qualifizierten sich jeweils die beiden zu vorderst platzierten Pferde für den Endring am zweiten Schautag. Die Auswahl dieser Stuten erfolgte innerhalb jeder Klasse, wobei die Klassensiegerinnen mit der FN-Medaille in Gold und einer Urkunde ausgezeichnet wurden. Für den Endring, auf dem die Trägerin des „Blauen Bandes“ ausgesucht werden soll, qualifizierten sich acht Stuten.Klasse IUS-Beauty v. Paramount - Ligorett, Stamm 1947Tabaluga II v. Cardino - Contender, Stamm 8755Klasse IISarese v. Contender - Coriolan, Stamm 4539Ratina II v. Landucci - Contender, Stamm 3030Klasse IIIPatricia V v. Lorentin I - Corofino I, Stamm 5118Ornella Muti v. Exorbitant xx - Caletto I, Stamm 7126Klasse IVNoble Corrada v. Corrado I - Calypso I, Stamm 241Narina VII v. Contender - Marlando, Stamm 242Diese acht Stuten und die beiden Spitzen des Jahrgangs der dreijährigen Stuten hatten sich zur Teilnahme am Championatsring zur Auswahl der Trägerin des „Blauen Bandes“, der besten Schaustute Holsteins, qualifiziert. Mit großer Spannung wurde dieser Auftritt am zweiten Veranstaltungstag zwischen den beiden Springpferdechampionaten von Schleswig-Holstein erwartet. Die erneute Vorstellung dieser Spitzenstuten war ein Hightlight der gesamten Jubiläumsveranstaltung. Aus der Gruppe der Besten ragte eine Bewegungskünstlerin ganz besonders heraus. US-BEAUTY v. ­Paramount-Ligorett war an diesem Tag unschlagbar. Ihr Auftritt war von unglaublicher Ausstrahlung gepaart mit enormer Trabmechanik und sie eroberte die Herzen der vielen Besucher im Handumdrehen. Auch die Richter Hans Joachim Ahsbahs und Thomas Petersen vom ersten Tag, sowie Heino Kracht und Timm Peters vom Tag der dreijährigen Eliteschau mit Zuchtleiter Dr. Thomas Nissen waren auf Anhieb von dieser Erscheinung begeistert. Das begehrte „Blaue Band“ legte der Stute der Verbandsvorsitzende Jan Lüneburg um, dazu gab es noch einen Ehrenteller des Landwirtschaftsministers überreicht vom Tierzuchtreferenten Rainer Brockhoff.Der StutenfamilienwettbewerbDer Familienwettbewerb wurde klassisch ausgeschrieben, wobei drei Kombinationen zulassungsfähig waren:- drei Töchter einer Mutter, am Start: (am Start: zwei Familien)- Großmutter, Mutter, Tochter (am Start: zwei Familien)- Mutter mit zwei Töchtern(am Start: drei Familien)Aus den sieben vorgestellten Familien qualifizierten sich drei Familien für das Finale. Dieser züchterische „Leckerbissen“ wurde vor großem Publikum im Schauprogramm des Jubiläumsfestaktes präsentiert. Daraus ergab sich ein würdiges Schaubild für die Qualität der Holsteiner Stutengrundlage. Nach erneuter Vorstellung der drei Familien entschieden die Richter und bestimmten die Landgraf I-Tochter LAVALETTA mit ihren beiden Casall-Töchtern UDEA und VIKTORIA V zur Siegerfamilie. Alle drei Stuten kamen aus der Zucht von Gustav Weber, Brande-Hoernerkirchen, und gehören zum Stamm 1907, der bereits viele große Schau- und Sporterfolge zu verzeichnen hat. Gustav Weber gehörte in den 60iger und 70iger Jahren zusammen mit seinem Vater Otto Weber zu den Erfolgszüchtern in Holstein. Viele DLG-Stuten haben damals aus seiner Zucht Ehre für Holstein eingelegt. Gustav Weber wurde für dieses „Lebenswerk“ persönlich vom Landwirtschaftsminister Dr. Christian von Boetticher mit dem Ehrenteller des Ministeriums geehrt.Der Reservesieg ging an die Stutenfamilie von Gerd Magens und seinem Sohn Hobe aus Ottenbüttel. Ihre Stute KEEP EASY v. Palton xx war mit der Tochter PICANTE I v. Contender und der Enkeltochter UPSALLA I v. Quintero nach Elmshorn gekommen. Diese Familie gab einen kleinen Einblick in das Leistungspotential der Zucht von Familie Magens und ihrem Stutenstamm 8769, der ausnahmslos auf die Stammmutter Bühne v. Fokus II zurückgeht.Der II. Reservesieg ging an die Stutenfamilie von Ejvind Krath, Oelgod, nach Dänemark. Mit der Zarewitsch xx-Tochter ­GUDINE, die noch aus dem Stall von Paul Kitzmann stammt, hat sich Ejvind Krath eine Qualitätszucht aufgebaut. Die Lasino-Tochter NANNA L und die Carano-Tochter TANGO L vervollständigten dieses Erfolgstrio.                      Dr. Thomas Nissen

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