
Es gab neue, es gab bekannte Titelträger beim Landesturnier in Bad Segeberg. Wir stellen sie Ihnen vor.
Dressur Herren
Wieger Derk de Boer
Seit 30 Jahren ist er nun in Deutschlands hohem Norden, hat hier seinen Lebensmittelpunkt mit Familie und der Reitanlage im so genannten Hamburger Speckgürtel gefunden. Der neue Landesmeister Wieger Derk de Boer. Mit dem stets leistungsbereiten Cosmopolitan v. Corleone-Lago Maggiore (Bernd Möller, Kattendorf) hat er einen kongenialen Partner, der es genießt, im großen Viereck zu tanzen. Als Fohlen von Wieger entdeckt, kaufte ihn Gisela Stenzel als Jährling und vertraute ihn Wieger de Boer an, der ihn zum Dressurhengst par excellence formte und über die Jahre kontinuierlich bis in den schweren Grand-Prix-Sport aufbaute. Allein dieses Jahr verbuchte das Paar neun Grand Prix Siege auf dem Konto der Besitzerin. Auch nationale Erfolge begleiten den Weg des Erfolgsteams Cosmopolitan, de Boer und Stenzel: Dreimal gewannen sie das deutsche Berufsreiterchampionat, erritten sich Platzierungen bei den Deutschen Meisterschaften der Berufsreiter und dieses Jahr einen zweiten Platz mit dem Team im Nationenpreis von Falsterbo. Bei den Meisterschaften im Land zwischen den Meeren reichte es auch schon zu Plätzen auf dem Treppchen, aber erst in diesem Jahr gelang der große Erfolg mit dem Gewinn der Meisterschaftsschärpe. Wieger de Boer schwört auf Holsteiner Dressurpferde, weil sie „leistungsbereit“ und „ausdrucksstark“ seien, wie auch sein Nachwuchspferd L. Kupfermann v. Lucky Champ-Donnerhall aus der Zucht von Dr. Dörte Kupfermann, Holm, mit dem er in der kleinen Tour punktete. Der gut gelaunt und charmant auftretende neue Landesmeister fühlt sich im Schoße seiner pferdesportbegeisterten Familie und Schüler hier im Norden wohl und freute sich in Segeberg sichtlich über die Erfolge seiner jüngsten Tochter Paula, die, erst 14jährig, in Segeberg verdeutlichte, dass sie schon jetzt bei den Junioren mitmischen kann. Einmal eine Meisterschaft von Vater und Tochter de Boer, das wäre doch ein Ziel für das nächste Jahr. Aber Wieger wiegelt ab. Natürlich wäre das toll, aber wichtiger sei erstmal, dass Reiter und Pferde gesund blieben, denn in einem Jahr könne viel passieren. A.K.S.
Gold: Wieger Derk de Boer (Garstedt-Ochsenzoller RV)/Cosmopolitan
Silber: Falk Stankus (RFV Lensahn)/Lancelot
Bronze: Martin Christensen (Stall Tannenhof)/Anatol
Dressur Damen
Isabel von Wendorff
Isabel von Wendorff ist zum siebten Mal Landesmeisterin geworden. Einmal gewann die gebürtige Kührenerin bei den Ponys, ein Mal bei den Junioren, drei Mal bei den Jungen Reitern und in diesem Jahr zum zweiten Mal bei den Senioren. Sie ist waschechte Amateurin, arbeitet als Redaktionsassistentin beim Grund Genug Verlag – einer Tochter von Engels&Völkers. „Dort kann ich ideal meinen Beruf mit dem Sport verbinden“, sagt Isabel von Wendorff. Fast ihr gesamter Jahresurlaub geht für die Turniere drauf. Den Rubinstein-Sohn Rosselini G, der vierjährig in den Besitz der Familie kam, reitet sie seit August vergangenen Jahres. „Meine Mutter hat ihn ausgebildet, dann war er anderthalb Jahre – bis sie schwanger wurde - bei meiner Schwester“, erzählt sie. Bis er zu ihr kam, war der Wallach noch kein Turnier gegangen. „Als ich dann einen Monat später in Bremen gleich Grand Prix geritten bin, waren alle zunächst sehr skeptisch“, erinnert sich Isabel von Wendorff. „Es war natürlich spannend, da keiner wusste, wie er sich auf einem Turnier verhält.“ Rosselini G, dessen Stärke die Grand-Prix-Lektionen sind, machte seine Sache gut und wurde gleich platziert. Sechs Turniere und 15 Prüfungen ist er gegangen. Acht Mal haben Rosselini G und Isabel von Wendorff gewonnen. Auf dem Anakenenhof findet sie optimale Voraussetzungen für die tägliche Arbeit. „Ich bin jetzt ganz schön verwöhnt und für die Zukunft sicherlich verdorben was die Auswahl der Ställe betrifft.“ Isabel von Wendorff trainiert zu Hause allein, zu den Turnieren kommt ihre Mutter mit, um zu coachen und letzte Tipps zu geben. „Sie kennt Rosselini G durch die langjährige Arbeit und weiß genau, wie es aussehen muss, damit er sich optimal präsentiert.“
Gold: Isabel von Wendorff (TRSG Holstenhalle Neumünster)/Rosselini G
Silber: Petra Wilm (TRSG Holstenhalle Neumünster)/Rosenstrauß
Bronze: Karin Rehbein (RFV Trittau u. U.)/Florianus
Dressur Junioren
Friederike Hahn
Noch nie waren in Segeberg so viele Reiter-/Pferd-Kombinationen am Start, die man sich bei entsprechender Förderung auch gegen bundesweite Konkurrenz mit Erfolgsaussichten vorstellen kann. Tolle, leichtfüßige Pferde im mittleren Rahmen (und damit für die Mädchen gut zu „packen“), die durch ihre Rittigkeit und Gangartenpotential brillierten, bilden nun einen lange erhofften Grundstock im Lande, dem man nur wünschen kann, dass Ausbilder und Eltern behutsam damit umgehen.
Verdiente Siegerin und damit das Quäntchen besser als ihre Mitstreiterinnen war Friederike „Fritzi“ Hahn, die gleich im ersten Jahr ihres Umstiegs auf das Großpferd Landesmeisterin der Junioren werden konnte. Pferde und Reiten stehen im Mittelpunkt des Lebens der 16-jährigen Gymnasiastin Friederike, die aber die Schule darüber nicht vernächlässigt, denn sonst würden ihre Eltern nicht mitspielen. Die energisch reitende Fritzi ist mit dem gekörten Oldenburger Richard Löwenherz v. Rubinstein nicht nur bestens beritten, sondern sie wird auch von ihrer Trainerin Sonja Ellerbrock bestens betreut. Zum Training kann sie von ihrem Elternhaus mit eigenem Stalltrakt zur Not auch reiten, denn die Anlage von Ellerbrocks ist sozusagen „um die Ecke“.
Ideale Bedingungen also für Friederike, die schon Fünfte bei den Deutschen Meisterschaften geworden war, und ihren Leo, wie sie ihr Meisterschaftspferd nennt. Gefunden habe sie ihn „eher zufällig“ mit Hilfe von Sonja im Gestüt Tannenhof bei Oliver Luze. Die beiden sind inzwischen ein eingeschworenes Team und Friederike besteht darauf, ihn ausschließlich selbst zu reiten. Auch ein Nachwuchspferd steht schon parat, der von ihrer Mutter gezogene sechsjährige Satchmo v. Sandro Hit, der letztes Jahr Landeschampion der fünfjährigen Dressurpferde war und den Fritzi nun anfängt regelmäßig zu arbeiten. A.K.-S.
Gold: Friederike Hahn (RFV Tangstedt)/Richard Löwenherz
Silber: Clarissa Dennert (Norddt. u. Flottbeker RV)/Ramon
Bronze: Janna Oldekop (RFV Neustadt)/Helena
Dressur Junge Reiter
Franziska Sauer
Dressurluft hat Franziska Sauer schon von Kindesbeinen an geschnuppert, denn als Tochter von Uwe und Sabine Sauer ist sie mit Piaffe, Passage und dem Dressurviereck groß geworden. Als Kind hatte Franzi zwar ein Pony, doch das ernsthafte Reiten hat sie gleich auf einem Großpferd begonnen: „Auf Tempeltänzer, dem Pferd meiner Mutter, durfte ich mit zehn Jahren bereits erste Lektionen reiten“. Ihr Starpferd Allernixe, genannt Eva, bekam die 18-Jährige vor drei einhalb Jahren unter den Sattel. Doch immer hing das Damoklesschwert eines Verkaufs über der Braunen, mit der Franziska bereits zwei Mal den Landesmeistertitel bei den Junioren gewonnen hatte. Diese Angst ist nun vorbei, denn „Eva“ war Franziskas Geburtstagsgeschenk als sie 18 Jahre alt wurde. Mit dem jetzt elfjährigen Carpaccio-Capitol I-Sohn Chairman, der zwischenzeitlich zum Wallach befördert wurde, hat Franziska ein weiteres Eisen im Feuer. Sie hat schon etliche Platzierungen in den Klassen M und S mit ihm erzielen können. „Er geht sicher alle Lektionen, baut aber hin und wieder etwas Unverhofftes ein.“ Daran wird nun im Winter gearbeitet. Im nächsten Jahr macht Franziska Sauer ihr Abitur. Was sie dann machen will, steht noch nicht sicher fest. Im Moment wird ein Jurastudium favorisiert. Franziskas sportlichen Ziele sind klar umrissen: „Ich will versuchen, mit guten Leistungen meinen Platz im Bundeskader zu behalten“.
Gold: Franziska Sauer (Elbdörfer und Schenefelder RV)/Allernixe
Silber: Jennifer Weber (RFV Eichenhof)/Ruprecht
Bronze: Anna-Katharina Petereit (RFV Malente-Eutin)/Landriano
Springen Herren
Rolf-Göran Bengtsson
Er wird oft „der stille Schwede“ genannt - seine Konkurrenten wissen aber, dass er im Sattel immer für eine schnelle Runde im Stechen zu haben ist. Seit Jahren ist Rolf-Göran Bengtsson, der seit Anfang 2003 in Breitenburg lebt, unter den besten Springreitern der Welt zu finden. Auf seine Pferde, die im Moment größtenteils dem mexikanischen Geschäftsmann Alfonso Romo gehören, stellt er sich ein. So auch auf dem Verbandshengst Quintero la Silla v. Quantum-Chamonix (Jochen Ahsbahs, Bokel), der seit zwei Jahren von Alfonso Romo geleast ist. Der Hengst, früher unter Lars Bak Andersen erfolgreich, hat sich unter Rolf-Göran Bengtsson gut zurecht gefunden, und die ersten Platzierungen in internationalen Großen Preisen sind schon erreicht.
Gut zurecht gefunden hat sich Rolf-Göran Bengtsson auch in Schleswig-Holstein. Die Partnerschaft mit dem Dänen und früheren Verbandsreiter Bo Kristoffersen besteht schon seit fast fünf Jahren auf der Breitenburger Anlage von Breido Graf zu Rantzau, und die Ziele sind klar: Der Schwede soll unter den Besten der der Weltrangliste bleiben.
Am liebsten kümmert sich der gelernte Landmaschinentechniker um seine Pferde und seinen Sport, aber auch ein netter Abend mit seiner Verlobten Christina Gustaffson, in Bad Segeberg im Sattel von Julius v. Cantus-Coriander (Johannes Carstensen, Behrendorf) ebenfalls aktiv, und Freunden oder ein Skiurlaub in den Alpen gehören für Rolf-Göran Bengtsson zu den schönsten Seiten des Lebens. H.K.
Gold: Rolf Göran Bengtsson (RV Breitenburg)/Quintero La Silla
Silber: Andreas Ripke (TRSG Holstenhalle Neumünster)/Cornwall W
Bronze: Carsten-Otto Nagel (Stall Moorhof)/Calle Cool
Springen Damen
Janne-Friederike Meyer
Mit drei makellosen Runden sicherte sich Janne-Friederike Meyer zum fünften Mal einen Landesmeistertitel. Bei den Junioren hatte sie zwei Mal gewonnen und jeweils einmal bei den Jungen Reitern und Damen. In diesem Jahr hatte sie in Bad Segeberg auf den Achill-Libero-Coriolan Sohn Lambrasco (ZG Bigeng, Borgwedel) gesetzt. Auf die abgelaufene Saison kann die Deutsche Vizemeisterin mehr als zufrieden zurückblicken. Vor allem hat sie sich über ihre Nationenpreiseinsätze gefreut: „Ich bin in Falsterbo und Kopenhagen geritten und vier Mal ohne Fehler geblieben.“ Was will man mehr. In Schenefeld auf der Reitanlage Kuhrt betreibt Janne-Friederike Meyer ihren Turnierstall, in dem immer zehn bis zwölf Pferde stehen. Ein Bereiter, Sebastian Hasenberg, und eine Auszubildende, Patricia Otto, gehen Janne-Friederike Meyer dabei zur Hand. Und wenn Not am Mann ist, kommt Schwester Anna Sophie, um auszuhelfen. Janne-Friederike Meyer, als Züchtertochter mit Pferden groß geworden, hat ihre Pferde vorsichtig aufgebaut: „Ich bin glücklich über die konstanten Leistungen, die Lambrasco und Chicka’s Way in dieser Saison gezeigt haben.“ Chicka’s Way, die in diesem Jahr u. a. in den Großen Preisen von Wiesbaden, Hamburg und Donaueschingen platziert war, gehört ihr gemeinsam mit dem Holsteiner Verband. „Ich bin in Elmshorn immer mal wieder eingesprungen wenn ein Auktionsreiter oder ein Reiter für die Hengstvorführung fehlten“ freut sie sich über die gute Zusammenarbeit. Als Ersatz für den verkauften Calandro, ist vor einigen Wochen der bislang von Bernhard Porten gerittene Cantor, der wie Calandro das Prefix Büttners tragen soll, in ihren Besitz übergegangen. Auf die ersten Einsätze, die bald auf dem Plan stehen, freut sich die Meisterreiterin schon, denn Cantor soll ihre Top-Pferde entlasten.
Gold: Janne-Friederike Meyer (TRSG Holstenhalle NMS)/Lambrasco
Silber: Christina Gustafsson (RV Breitenburg)/Julius
Bronze: Yvonne Dude (Norddt. u. Flottbeker RV)/United MG
Springen Junioren
Janine Rijkens
Sie wird erst im Dezember 17 Jahre als, hat aber schon an Welt- und Europameisterschaften teilgenommen: Die Elmshornerin Janine Rijkens, die wegen ihren Körpergröße schon mit 13 dem Ponysport entwachsen war und bei den Landesmeisterschaften 2004 auf Anhieb die Bronzemedaille im Springen der Juniorenklasse gewann. Nach ihrem überraschenden zehnten Platz bei der Jugend-DM 2006 wurde sie in Bad Segeberg als 15-Jährige Landesmeisterin und toppte diese Leistung noch, als sie bei der Titelverteidigung auf der Rennkoppel alle drei Wertungsprüfungen gewann.
Dieser aktuelle Erfolg wiegt um so schwerer, da Janine Rijkens nach der Aufnahme in den deutschen C-Kader bei der Jugend-EM in Auvers/Frankreich schon nach einer Prüfung ausgeschieden war. Aber die Schülerin verkraftete das Pech ebenso gut wie 2004 in Los Angeles, wo sie beim „FEI-Children’s International Jumping Final“ ein schlechtes Pferd zugelost bekommen hatte.
Bei allem sportlichen Ehrgeiz, der übrigens auch Bruder Hendrik (14) eigen ist, der bei den deutschen Freiwasser-Meisterschaften Zweiter seine Jahrgangs über fünf Kilometer wurde, ist Janine auch auf ihre schulische Ausbildung bedacht. Für ihren Realschulabschluss als Klassenbeste wurde sie ausgezeichnet; jetzt arbeitet sie in Elmshorn auf ihr „Wirtschaftsabitur“ hin.
„Den Pferdesport als Beruf habe ich verboten“, sagt Vater Tjeert Rijkens augenzwinkernd. Allerdings sorgt der renommierte Züchter und Pferdehändler dafür, dass seine Tochter immer gut beritten ist. Mit Scutt, Scatman, El Greco und Colorline hat Janine zur Zeit vier S-Pferde im Stall, und Mutter Ina, die auch die Turniere plant, unterstützt sie bei der täglichen Trainingsarbeit. Insofern steht der weiteren Karriere der 16-Jährigen nichts im Wege. mbo
Gold: Janine Rijkens (RFV Elmshorn)/Scatman
Silber: Friederike Kühl (RFV Borgstedt u. U.) Miss Chi Chi
Bronze: Antonia Selina Brinkop (RSG Groß Buchwald)/Konto
Springen Junge Reiter
Nisse Lüneburg
Seit vielen Jahren gehören die Kinder von Karin und Jan Lüneburg aus Hetlingen - Jule, Rieke, Rasmus und Nisse - zu den heißen Kandidaten, wenn es um den Sieg in der Landesmeisterschaften der Junioren bzw. später dann der Jungen Reiter geht. In diesem Jahr gelang Nisse bei den Jungen Reitern der erste Erfolg dieser sowohl im Sport als auch in der Zucht so engagierten Familie, der dann auch gebührend im Landhaus Haselau gefeiert wurde. Kurzfristig sah es in dieser Saison für den Abiturienten gar nicht so rosig aus, denn sein bewährter Little Lord hatte sich verletzt und musste eine Pause einlegen. „Wir müssen jetzt abwarten, aber es sieht ganz gut aus. Er bekommt alle Zeit, die er braucht“, sagte sein Reiter. Mit den ihm zur Verfügung gestellten Latoya v. Lasino-Caribo GL (Gerd Magens, Ottenbüttel) und Caressina v. Concerto II-Lord (Otto-Boje Schoof, Hedwigenkoog) war schnell Ersatz gefunden. Latoya, mit der er in Bad Segeberg die Nase vorn hatte, beschreibt Nisse als „ein bisschen eigenwillig“. Vor allem die dressurmäßige Arbeit findet keinen großen Anklang bei der Stute. Aber sie hat Spaß am Springen. Mit Caressina, der Halbschwester von Clearway und Chika’s Way, hat Nisse ein weiteres Pferd für bessere Aufgaben im Stall. „Auf den Deutschen Meisterschaften gut abschneiden und für größere Turniere die Startberechtigung zu bekommen“, ist sein Wunsch für die kommende Saison. Auf eine Startgenehmigung hofft er auch für die Baltic Horse Show, allerdings hat der Bundestrainer, Dietmar Gugler, nur zwei Startplätze für die Kieler Ostseehalle zu vergeben, „um die es ein großes Gerangel gibt.“ Nisse Lüneburg, der bekennender HSV-Fan ist, reitet am Tag „sechs oder sieben Pferde“. Das schafft er trotz Schule ganz gut, obgleich im nächsten Jahr das Abitur angesagt ist. Was er nach dem Abitur machen will, steht noch in den Sternen. „Auf alle Fälle will ich nicht vom Reiten abhängig sein.“
Gold: Nisse Lüneburg (RFV Uetersen)/Latoya
Silber: Ann-Mari May (RV Breitenburg)/Quincy
Bronze: André Schröder/(RFV Eichengrund-Lentföhrden)/Loriot S 3
Die Abteilungswettkämpfe
Landeswettkampf der Junioren-Reitabteilungen
Fehmarnscher Ringreiterverein
Eine Talentschmiede ist seit jeher der Fehmarnsche Ringreiterverein: So erfolgreiche Reiter wie Inga Czwalina, Kai Rüder oder Torben Köhlbrandt kommen von der Insel, und sie alle sind auch schon mal dabei gewesen, wenn in Bad Segeberg um die Landesstandarten geritten wurde. Und hier ist der Fehmarnsche Ringreiterverein seit langen Jahren Programm, die ersten Siege erritten sich die Inselreiter 1960 bzw. 1964. 15 Mal standen die Reiter seitdem im Landeswettkampf der Reit- und Fahrvereine Schleswig-Holsteins an der Spitze. In diesem Jahr belegten sie hinter RuFV Neuengörs den zweiten Platz. Bei den Junioren waren sie vor wenigen Wochen im Landeswettkampf der Junioren-Reitabeilungen zum19. Mal wieder einmal nicht zu schlagen. Unter der bewährten Leitung von Marte Eichner, die seit den 90iger Jahren verantwortlich zeichnet und auch diverse Mal in einer Siegermannschaft des FRRV mitgeritten ist, wiederholten Annika Bader mit Akeby’s Saphyro und Jasmin Herzog mit Landiego NA, die in der Dressur an den Start gingen, Greta Kölln mit Curly Sue und Annette-Christine Störtenbecker mit Justin – Springen – sowie Finja Bliesemann mit Ascari, Jeanette Doyen mit Ferdinand und Lena Wiepert mit Scarlett A – Reiterwettbewerb – den Sieg des Fehmarnschen Ringreitervereins im vergangenen Jahr. Und vielleicht gibt es ja im kommenden Jahr ein Jubiläum zu feiern, wenn der FRRV zum 20. Mal auf dem Landesturnierplatz an der Spitze der Juniorenreitabteilungen steht.
Landeswettkampf der Reitabteilungen
RuFV Neuengörs
Seit 1982 stellt Renate Stahnke die Abteilungen des RuFV Neuengörs auf der Bad Segeberger Rennkoppel vor. In diesem Jahr holten Karin Lührs/Wildwest, Alexia Scholtz/Topas, Inken Olssen/Alize du Midi, Stefanie Hilse/Charles Campante, Annike Westphal/Lora Marcia und Martina Morschek-Radloff/Isa-Marisa nach 1960, 1962, 1964 und 2005 den nunmehr fünften Sieg. 1964 ritt übrigens auch Renate Stahnkes Vater in der Abteilung mit, so dass man schon von Familientradition sprechen kann, denn Karin Lührs, die das Schlusslicht der Abteilung bildete, ist die Schwester der „Chefin“. „Es gibt kein großes Gerangel um die Startplätze“, betont Renate Stahnke, die auch schon die Pony- und Jugendabteilungen des Vereins beim Landesturnier vorgestellt hat, zu berichten. Beim Kreisturnier in Bad Segeberg wird probiert, wie die Mannschaft am besten zusammen passt, denn „das Abteilungsreiten ist das A und O.“ Trainiert wird in Neuengörs auch mit „Spezialisten.“ Karin Lührs ist für die Dressur zuständig, der Finne Niklas Aaroma für das Springen. Der Reit- und Fahrverein Neuengörs hat 220 Mitglieder, 50 von ihnen sind aktiv. Einer der ältesten Turnierplätze Schleswig-Holsteins gehört dazu, eine Reithalle gibt es allerdings nicht.