
Die enge Zusammenarbeit von Pferdezüchtern und Pferdesportlern hat in Schleswig-Holstein tiefe Wurzeln. Schon die Väter des Holsteiner Zuchtverbandes in Elmshorn legten Ende des 19. Jahrhunderts mit der Gründung der Reit- und Fahrschule den Grundstein für diese vorbildliche Zusammenarbeit.
Nach dem Ende des 2. Weltkriegs war es das Landgestüt Traventhal mit seinem Landstallmeister Dr. Grote, das gemeinsam mit den Pferdezuchtverbänden und dem Landes- verband der Reit- und Fahrvereine den Wert der Öffentlichkeitsarbeit erkannte und am 1. Oktober 1948 mit der ersten Ausgabe der Zeitschrift „Der Pferdefreund“ eine breite Leserschaft erreichte. Züchter und Sportler wurden gleichzeitig angesprochen und die Gedanken eines Gustav Rau, Altmeister und Organisator von Zucht und Sport, gleichermaßen dem interessierten Publikum nahegebracht.
Erster Schriftleiter war Dr. Viergutz, der es aufgrund seiner Erfahrungen verstand, sehr schnell die Herzen seiner Leser zu erobern. Auch durch die massive Förderung des damals im Werden begriffenen Bundeslandes Schleswig-Holstein - besonders durch den Landrat des Kreises Segeberg und späteren Ministers Dr.Dr. Paul Pagel - war es gelungen, eine züchterische und sportliche Hochleistung zu schaffen, die nicht zuletzt mit dem Namen Fritz Thiedemann verbunden war.
Der rapide Niedergang der Pferdehaltung, die Auflösung des Landgestüts und der Mitgliederschwund der Zucht- und Sportverbände hatte zu einer gewissen Stagnation geführt, ohne jedoch den Durchhaltewillen vieler Züchter, aber besonders vieler Reiter und Fahrer zu brechen. Das Motto der Deutschen
Reiterlichen Vereinigung mit dem Wortlaut: „Das Pferd muß bleiben“, elektrisierte viele Züchter und Sportler. Es gab zum Ende der 60er Jahre einen Auftrieb, der in den Folgejahren beim wachsenden Wohlstand weiter zu nahm.
Kurz vor dieser neuen Entwicklung hatte „Der Pferdefreund“ 1964 sein Erscheinen aus Kostengründen eingestellt. Neue Trends schaffen neue Ideen. So war es nur natürlich, dass auch die Öffentlichkeitsarbeit ein neues Sprachrohr brauchte.
1971 schlossen sich der Landesverband der Pony- und Kleinpferdezüchter, der Verband Schleswiger Pferdezuchtvereine mit dem Landesverband der Reit- und Fahrvereine der vom Verband der Züchter des Holsteiner Pferdes herausgegebenen Zeitschrift „Das Holsteiner Pferd“ unter dem neuen Namen „Pferd und Zucht in Schleswig-Holstein“ an. Im Jahre 1975 stieß auch der Landesverband der Reit- und Fahrvereine Hamburg dieser gemeinsamen Arbeit zu. Gedruckt wurde die Zeitschrift bei der Hamburger Druckerei „Wartenberg und Söhne“ mit einer ausgefeilten technischen Perfektion.
1986 trennten sich die beteiligten Verbände von der Druckerei Wartenberg und übergaben die technische Leitung der Firma Rathmann Druck in Raisdorf, heute Rathmann Verlag, Kiel.
Viele kompetente Damen und Herren waren als Redakteure im Laufe der Jahre für die Zeitschrift tätig bis im Jahre 1992 Donata von Preußen die Schriftleitung übernahm und seitdem mit großem Sachverstand führt. Seit dieser Zeit hat sich „Pferd und Sport in Schleswig-Holstein und Hamburg“ zu einer der führenden Regionalzeitschriften entwickelt und gibt regional und überregional wertvolle Impulse für Zucht und Sport gleichermaßen. Darüber hinaus ist die Zeitschrift ein wichtiger Werbeträger für die heimische Zucht.
Gerhard Gramann