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Sporttest für Nachwuchskader


Warendorf - In diesem Jahr wird es ernst für die jungen Kaderreiter. Seit 2012 müssen sich die Mitglieder der C- und D/C-Kader einem jährlichen Sporttest unterziehen. Zwölf Aufgaben gilt es zu bewältigen, die darüber Aufschluss geben, wie es um ihre sportmotorischen Fähigkeiten – Kondition und Koordination – bestellt ist. „Durchfallen kann aber keiner“, beruhigt die Sportwissenschaftlerin Lena Marie Koch, die beim Deutschen Olympiade-Komitee für Reiterei (DOKR) für das Thema „Leistungsphysiologie Mensch“ zuständig ist. „Man kann nur gewinnen.“ Und wenn es die Erkenntnis ist, dass man vielleicht etwas mehr für seine Fitness tun sollte.

 

Immer häufiger hörte man in den letzten Jahren Bundes- und Landestrainer über eine abnehmende Sportlichkeit bei den Nachwuchsreitern klagen. Und immer lauter wurde der Ruf nach einem eigenen Sporttest. Ganz nach dem Motto, dass gutes Zureden nicht hilft und „nur geübt wird, was geprüft wird.“ Die Hessen waren die Ersten, die dieser Aufforderung Folge leisteten und bereits im vergangenen Jahr von ihrem Landeskader das Ablegen eines Sportabzeichens forderten. Beim Deutschen Olympiade-Komitee für Reiterei (DOKR) wurde derweil ein eigener, reitsportspezifischer Sporttest entwickelt und im Spätsommer 2011 an 105 Nachwuchsreitern der Disziplinen Dressur, Springen und Vielseitigkeit erprobt.

 

Überraschendes Ergebnis: Beim Pilotprojekt in Warendorf zeigten sich die Children, Ponyreiter, Junioren und Jungen Reiter bei den Aufgabenstellungen besonders gut, die für das Reiten gar nicht so relevant sind, wie beispielsweise Standweitsprung oder 20-Meter-Sprint. Sit-ups dagegen, mit denen die Kraftausdauer der Bauchmuskulatur und der Hüftbeuger überprüft wird, zählten dagegen nicht zu ihren Stärken. „Dabei spielt gerade die Bauch- wie auch Rückenmuskulatur eine entscheidende Rolle für den korrekten Sitz“, sagt Lena Marie Koch, die den Test zusammen mit dem DOKR-Mannschaftsphysiotherapeuten Dr. Christian Peiler und Dr. Meike Riedel von der Technischen Universität Dortmund entwickelt und erprobt hat. Auch hätten ihrer Meinung nach gerade bei Reitsportlern, für die ein ausgeprägtes Gleichgewichts- und Balancegefühl ausschlaggebend ist, die Resultate im „Einstandstand“ noch besser ausfallen dürfen. So waren die Prüfer alles in allem mit dem Pilotversuch zwar zufrieden. Doch: „Es geht noch besser“, sagt Lena Marie Koch. „Vor allem, wenn man bedenkt, dass es sich bei den Probanden um die besten Nachwuchsreiter Deutschlands handelte, also um die Spitzensportler ihrer Altersklasse.“

 

Für jeden Teilnehmer am Sporttest gab es im Anschluss Handlungsempfehlungen. Solche Tipps fürs Heimtraining sollen auch künftig nach jedem Sporttest den Reitern helfen, noch ein bisschen besser zu werden. „Natürlich lernt man Reiten nur durch Reiten. Doch auch kein Läufer wird schneller, wenn er immer nur läuft“, sagt Lena Marie Koch. „Gezielter Ausgleichssport hilft, die reiterlichen Fähigkeiten zu verbessern und ist im Turniersport eine der kleinen Stellschrauben, an denen man drehen kann, um seine Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit zu verbessern.“||fn-press


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