
...meinte nicht nur Sören von Rönne nach den Tasdorfer Turniertagen.
Wir brauchen in Schleswig-Holstein noch mehr Turniere wie dieses“, das war die einhellige Meinung der zahlreichen Zuschauer, die zum Dressur- und Springturnier nach Tasdorf gekommen waren. Zwei aktive Reiter, Petra Wilm (Dressur) und Harm Sievers (Springen), waren für die Organisation zuständig und machten ein „Turnier von Reitern für Reiter“. Das ganze Dorf war auf den Beinen, um bei der Veranstaltung dabei zu sein – sei es als Zuschauer oder als Helfer. Allen voran die Feuerwehr, die mit unermüdlichem Einsatz nach dem Sturm, der am Freitag über das Turniergelände gefegt war, alles wieder in Ordnung brachte. Bei der Zeiteinteilung der Springprüfungen hatte sich Harm Sievers etwas verschätzt und war in Verzug gekommen. „Ich bin doch von deutlich weniger Reitern ausgegangen. Das wird beim nächsten Mal nicht mehr vorkommen“, versprach er. So war es dann nach 19 Uhr als der Sieger im Großen Preis, erste Qualifikation der Serie Holsteiner Masters 3plus1präsentiert von Lotto Schleswig-Holstein, feststand: Sören von Rönne war im Stechen der fünf Nullfehler-Reiter des Umlaufs einen Wimpernschlag schneller als Thieß Luther mit Respect v. Ramirado-Athlet Z (Laurids Hommelhof, NL-Vojens) und Janne Friederike Meyer mit Corofino II v. Corrado I-Fernando (Hobe Bernhard, Kollmar) unterwegs gewesen. Er saß im Sattel von Chaman, einem in den Niederlanden gezogenen Baloubet de Rouet-Hengst, der Luciana Diniz gehört und seit Anfang des Jahres in seinem Stall steht. Auch Sören von Rönne war voll des Lobes über das Turnier: „Tasdorf hat gezeigt, dass auch ländliche Veranstalter ein Top-Turnier machen können. Ein absolutes Vorbild.“ Und er fuhr fort: „Der Boden auf der Wiese hinter dem Haus war trotz des Regens am ersten Tag besser als in Aachen und Hamburg“. Des Rätsels Lösung: Seit acht Jahren wird das Geläuf regelmäßig gesandet und gelocht.
Wie schön der Springsport sein kann, zeigte sich auch im Springen für sieben- und achtjährige Pferde um den Preis der Aldra Solar GmbH in Meldorf: fantastisch springende Pferde, gefühlvoll von ihren Reitern vorgestellt. Dazu trug auch der Aufbau von Gerd Dahn bei, der, so Sören von Rönne, es wie kaum ein anderer versteht für junge Pferde aufzubauen. „Für mich zählt Gerd Dahn zu den besten Aufbauern in Deutschland“, sagt der ehemalige Championatsreiter. In dem Springen siegte nach Stechen Markus Beerbaum mit dem hannoversch gebrannten Connery v. Chasseur (v. Calypso II) vor Charlotte Lund mit dem in Belgien gezogenen Darco-Sohn Dolce und Erin Characklis-Hesse mit Canberra. „Zucht und Sport – Hand in Hand“, dieser Slogan der Holsteiner Züchter wurde in diesem Springen einmal mehr bestätigt, denn fünf gekörte Hengste hatten das Stechen erreicht: Cracker Jack v. Caretino-Lord (Angka Wieden, Volsemenhusen) unter Thomas Voss, Cassaro v. Coronado-Lansing (Johann H. Clausen, Neuenkirchen) unter Lars Bak Andersen, Coolidge v. Clinton I-Contender (Anne Plüschau, Hohenhorst) unter Jörg Naeve, Cartani v. Carthago-Landgraf I (Sören von Rönne, Neuendorf) unter Charlotte Lund und Cassiano v. Cassini-Calypso II (Carsten Lauck, Pinneberg), ebenfalls von Lars Bak Andersen geritten. Die Agrar Solar GmbH - ein neuer Sponsor - wird weitere Springen für die Nachwuchsspringpferde in Breitenburg, Eutin und Bad Segeberg unterstützen.
Um den Reitern, die aus der Altersklasse der Jungen Reiter herausgewachsen sind, einen weiteren Anreiz zu geben, in schweren Springprüfungen an den Start zu gehen, ist eine Serie U25 angedacht. Ein Probelauf fand in Tasdorf statt, der drei Amazonen an der Spitze sah: Kendra Claricia Brinkop siegte mit Konto vor Cassandra Orschel mit Feuerfunke und Ina Reimers mit Phantasie v. Cardino-Acord II (Manfred Noetzel, Schashagen). Bei einem Turnier wie Tasdorf durfte auch die Warsteiner-Reitsportförderung nicht fehlen: Die höchste Wertnote – eine 9,0 – erzielte Jesse Luther, der auf Bombay saß.
Dressur
Etwas beschaulicher ging es an den Dressurvierecken des Gestüts Tasdorf zu. Die Hausherrin Petra Wilm ließ es sich nicht nehmen, selbst in den Sattel zu steigen und wurde dafür von den Richtern mit einem Sieg im Kurz-Grand-Prix auf ihrem Trakehner Hengst King Arthur TSF belohnt. Im Grand Prix musste sie sich mit dem dritten Platz zufrieden geben. Hier siegte die in Tasdorf trainierende Polin Katarzyna Milczarek mit dem gekörten Heraldik xx-Corofino-Sohn H-Ekwador aus der Zucht von Georg Clausen, Rabenkirchen, vor Hartwig Burfeindt mit Goofy de Lully. Im Sattel von Almoretto v. Alcatraz-Coriander (Hans-Jürgen Schacht, Audorf) feierte die Gastgeberin zwei weitere Siege - in der Dressurprüfung Kl. S und im Prix St. George - Horse & Classic. Gelobt wurde das neu angelegte Viereck mit allerbestem Boden, der die Dressurpferde glänzen ließ. Auch im Dressurviereck kam die Jugend zu ihrem Recht: Junge Dressur & Kultur heißt die neue Serie für Junioren und Junge Reiter. In Tasdorf hieß die Siegerin Janna Oldekop, die auf Helena 68,4 Prozent erritt. „Das ist schon eine sehr positive Sache, dass für die Nachwuchsreiter eine Serie angeboten wird“, meinte Landestrainerin Sonja Ellerbrock. „Vielleicht kann man überlegen, auch Reiter der LK 4, die in unserem Sichtungssystem nicht erfasst werden, eine Chance zu geben“. Nur ein Pferd – der von Claudia Delfs gerittene Well Ville R (Han.) v. Wilawander xx – erhielt in der Qualifikation zum Bundeschampionat der sechsjährigen Dressurpferde eine 8,0 und damit die „Fahrkarte“ nach Warendorf. „Wir haben qualitätsvolle Pferde gesehen, die sich aufgrund des frühen Termins noch abgelenkt und noch nicht ganz lektionssicher zeigten“, stellte Richterin Britta Bando fest. DvP