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VR Classics in Neumünster

 

Die Dressur wird größer, die Springen wertvoller - auf diese Kurzformel lässt sich das internationale Reitturnier VR Classics vom 12. bis 15. Februar in Neumünsters Holstenhalle bringen. Für die Springreiter bedeutet das ein Weltranglistenspringen mehr im Programm, denn jetzt sind alle drei Prüfungen der Großen Tour mit 20.000 Euro und mehr dotiert. Im Großen Preis der Volks- und Raiffeisenbanken geht es um 38.000 Euro Preisgeld, insgesamt steht in der Großen Tour eine Dotierung von 78.000 Euro zur Disposition.

Das Dressurprogramm wächst um eine Prüfung: Insgesamt sechs schwere Wettbewerbe in drei verschiedenen Touren bieten Neumünsters VR Classics. Das „Flaggschiff“ ist die FEI Weltcup-Tour mit dem Grand Prix und der Grand Prix-Kür. Dazu kommt eine kleine internationale Tour mit dem Prix St. George und der Intermédiaire I, die allen Teilnehmern mit jüngeren Pferden offen steht. Neu ist die Große Tour, die aus einem Grand Prix und einem Grand Prix Special besteht  - in dieser Tour wird das Championat der Pferdestadt Neumünster entschieden. Der Sport im Viereck ist in der Holstenhalle ein Riesenthema. Das führt dazu, dass am Freitagvormittag Piaffen, Passagen und Pirouetten dominieren. Wer ein Dressurfan ist, kann daran gar nicht vorbei.
Die nationalen Prüfungen mit den Championaten der Pferdestadt Neumünster spielen nach wie vor eine Rolle im Programm der VR Classics, haben jedoch einen einheitlichen Modus mit je zwei Prüfungen bekommen. Die Championate werden in der Dressur vergeben und im Springen für die Senioren, Junioren/ Junge Reiter und für die Ponyreiter. Zudem ist Neumünster Station des Jugend-Team-Cups Schleswig-Holstein. Der Vielfalt ist damit noch kein Ende gesetzt, denn wie in den Vorjahren entfachen die Vielseitigkeitsreiter Begeisterung beim Indoor-Event. Hecken, Büsche und das alles mit Tempo - Neumünsters Reminiszenz an die so erfolg­reiche Vielseitigkeitsreiterei wird am Don- nerstagabend  ausgetragen.


Premiere in der Holstenhalle...
Die feiert das Mercedes-Benz „Reiter-Forum“ in der Holstenhalle und zwar mit einer Live-Variante. Wird sonst zu den überaus beliebten Foren mit namhaften Referenten und einem zentralen Thema in die Niederlassungen in ganz Deutschland eingeladen - die dann regelmäßig  gut gefüllt sind - gibt es das Mercedes-Benz „Reiter-Forum“ beim internationalen Reitturnier in der Halle live. Soll heißen, praktische Demonstration kommt nicht zu kurz, und die Turnierbesucher sind dabei. Außerdem wird ganz direkt angesprochen, was wichtig ist, worauf es ankommt für den Erfolg.


16. Schau-Wettbewerb der Reitvereine Schleswig-Holsteins

Seit 1994 ist Kreativität Trumpf für die Reitvereine im Land zwischen den Meeren, wenn der Februar mit den VR Classics nahe rückt. Der 16. Schau-Wettbewerb am Donnerstag, 12. Februar, zählt zu den „Sahnestückchen“ des internationalen Reitturniers. Beworben haben sich zur 16.
Auflage insgesamt 13 Vereine und eine Frau hatte das Privileg schon im Januar mehr zu wissen als andere: Susanne Sager ist gewissermaßen die „Vorhut“ der Veranstalter und schaut sich jedes einzelne Schaubild vorher an. Viel verrät die Chefin des Turnierbüros nicht, nur soviel: Märchen und Musicals dominieren in der Themenauswahl der Vereine. Da darf man sich auf was gefasst machen! Titelverteidiger ist der Reiterhof Gläserkoppel im RV Preetz, der im Februar 2008 einen riesigen Wolf in die Arena geschickt hatte. Den Publikumspreis gewann der RV Concordia Dingerdonn mit seiner Turniertrottel-Quadrille.
 
Pragmatismus statt Utopie - neues Turniergespann weckt keine überzogenen Erwartungen

Im September war es klar: Mit Ullrich Kasselmann (Hagen a.T.W.) und Paul Schockemöhle (Mühlen) haben zwei im Pferdesport erfahrene Leute die Leitung der VR Classics in Neumünsters Holstenhalle übernommen. August-Christian Horn - immerhin satte 40 Jahre an der Spitze - übergab das Zepter an die beiden Niedersachsen. Das weckt Erwartungen im Land zwischen den Meeren und die sind alles andere als absurd, sagt Harm Sievers, Chef des Clubs schleswig-holsteinischer Springreiter. „Im Grunde hofft man, dass sich gar nicht so viel ändert.“. Ein Turnier wie das in Neumünster müsse nicht neu erfunden werden und vor allem zum Land passen. Trotz aller Tradition, neuer Schwung ist willkommen. „Klar gibt es die Hoffnung, dass mit dem neuen Management auch ein paar Veränderungen einziehen. Es gibt ja immer Gründe darüber nachzudenken,“ so der Ausbilder und Züchter. Ihm schwebt für die Zukunft sogar Konkretes vor: „Man könnte darüber nachdenken, ob eine Youngster-Tour mit sechs und sieben Jahre alten Pferden sinnvoll ist.“ Der Zeitpunkt so früh im Jahr ist der Grund im Land mit der wohl erfolgreichsten Springpferdezucht. „Ein paar neue Prüfungen würden sicher auch ganz gut ankommen,“ glaubt Sievers, „schließlich ist nichts unveränderlich.“ Dass der Spielraum dafür klein ist, wissen indes auch Schleswig-Holsteins Reiter, schließlich ist kaum mehr im Zeitplan unterzubringen.
Das grundsätzliche Konzept der VR Classics ist tragfähig. Nicht umsonst läuft eines der ältesten Hallen-Turniere deshalb so erfolgreich, und das wissen Kasselmann und Schockemöhle ganz genau. Was Neumünsters eigentümlichen Charme ausmacht, kann Harm Sievers detailliert beschreiben: „Da kommen Zuschauer seit Generationen aus der gleichen Familie und wenn man in der Halle die Treppe hochgeht, weiß man eigentlich schon ganz genau, wen man dort trifft. Es ist ein sehr familiäres Ambiente, in dem sich Reiter wohl fühlen, auch wegen der persönlichen Betreuung.“ Die Aufgabe für die ­Zukunft ist klar - modernisieren ohne zu zerstören, aber das können Kasselmann und Schockemöhle. MB


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