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Spitzensport in Neumünster

 

Im Februar in die Holstenhalle Neumünster, das ist Kult in Schleswig-Holstein. Züchter, Reiter - für sie alle sind die VR Classics ein beliebter Termin mit viel Sport und als Treffpunkt für die Pferdeleute. Dann trifft Schleswig-Holstein den Rest der Welt. Das ist seit mehr als 50 Jahren so.

Es ist vom 14. bis 17. Februar das 58. Internationale Reitturnier in Neumünsters Holstenhalle, und die absoluten Höhepunkte werden erneut am Sonntag die Weltcup-Qualifikation Dressur und der Große Preis der Volksbanken und Raiffeisenbanken sein.
Den Großen Preis holte sich im vergangenen Jahr Thomas Voß aus Schülp mit dem Holsteiner Wallach Leonardo B und die Begeisterung kannte keine Grenzen auf der Tribüne. Auch das ist typisch für das Reitsportpublikum im Norden - wer „standing ovations“ bekommt, entscheidet die Tribüne ganz allein, und das begrenzt sich auch nicht auf die Reiter aus dem Land zwischen den Meeren. In Neumünster wird Hugo Simon genauso gefeiert wie ein Thomas Voß oder ein Carsten-Otto Nagel.
Die Weltcup-Punkte holte sich 2007 Isabell Werth aus Rheinberg mit Apache. Nur wenige Wochen später konnte die Doppel-Weltmeisterin ihrer Titelsammlung auch noch den Gesamtsieg im Dressur-Weltcup anfügen.
Die Türen für das Reitsportfestival werden am Donnerstag, 14. Februar erstmals geöffnet, und dann bitten die Dressurasse zum Opening. Mit dem Prix St. Georges wird der Championatsreigen eröffnet, denn seit wenigen Jahren wird im Rahmen der VR Classics das Championat der Pferdestadt Neumünster entschieden und zwar in den Disziplinen Dressur und Springen und zusätzlich für die Junioren und Jungen Reiter.
Wer von so viel Sport etwas Abwechslung sucht, muss sich den 15. Schauwettbewerb der Reitvereine am Nachmittag vormerken. Kein Showteil begeistert so sehr wie die Kreativität der Vereine, die schon Fussball-WM, Astrid Lindgrens Geschichten und Hollywood-Filmklassiker mit Pferden, Ponys und vielen Requisiten in Szene setzten.
Die Garnitur der internationalen Reiter greift ab Freitag ins Geschehen ein, und dann geht es buchstäblich „Schlag auf Schlag“ mit den Qualifikationen für die Große Tour, dem Grand Prix de Dressage, internationalem Zeitspringen und schweren Prüfungen mit Stechen weiter bis zum Finaltag am Sonntag.
Wer all das nicht verpassen möchte, sollte sich ranhalten mit Eintrittskarten, denn die Holstenhalle ist schnell gefüllt, und dann werden Tickets wirklich Mangelware.

Der Kartenkauf kann ganz bequem online über www.reitturnier.de mit dem Bestellformular erledigt werden oder auch telefonisch unter der Rufnummer (04321) 900 748.


VR Classics Neumünster: Thomas Voß im Interview
„Alles lassen, wie es ist“

Im Februar 2007 gewann Thomas Voß den Großen Preis der Volksbanken und Raiffeisenbanken in Neumünster mit dem Holsteiner Wallach Leonardo B. Ein gefeiertes Ereignis, Beifallsstürme des Publikums begleiteten den Pferdewirtschaftsmeister aus Schülp, denn der Sieg beim Hauptereignis der VR Classics war das, was man einen „Heimsieg“ nennt. Eine Erinnerung zehn Monate nach dem Erfolg.

PFERD+SPORT: Thomas Voß, Große Preise und Nationenpreise haben Sie schon häufig gewonnen, welchen Stellenwert hatte der Sieg in Neumünster?

Voß: Für uns in Schleswig-Holstein ist das Turnier in der Holstenhalle Neumünster ein absolutes Highlight. Der Erfolg hat einen besonderen Wert aus meiner eigenen Geschichte heraus: Neumünster war mein erster Verein für den ich geritten bin.

PFERD+SPORT: Seit wann kennen Sie denn das Turnier überhaupt?

Voß:  Mit 15 Jahren war ich zum ersten Mal als Zuschauer dabei, das ist nun auch schon mehr als 30 Jahre her. Ich kannte dies Turnier praktisch schon, bevor ich überhaupt selbst geritten bin.

PFERD+SPORT: Wenn Sie Veranstalter der VR Classics wären, würden Sie etwas anders machen oder ist das Turnier gut so wie es ist?

Voß: Ich würde es so belassen wie es ist. Man kann vielleicht die eine oder andere Prüfung überdenken, auch mal etwas aktualisieren, aber so wie die Veranstaltung ist, hat sie eben das typische Flair, dass man kennt. Hinzu kommen Vorteile wie die insgesamt gute Anlage mit dem Stalltrakt hinter der Abreitehalle. Insgesamt ist das alles auch zuschauerfreundlich. Ich schätze auch die Art, in der August-Christian Horn seine Person eingebracht hat. Das Turnier in Neumünster ist eben keines, das so kommerziell ausgerichtet ist. Und als Reiter fühlt man sich stets wie ein Gast. Wo gibt es das sonst?

Das Interview führte Martina Brüske


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